Was ist L-Thyrox® HEXAL®?
L-Thyrox® HEXAL® enthält den Wirkstoff Levothyroxin, eine synthetisch hergestellte Form des körpereigenen Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4). Angewendet wird es, wenn die Schilddrüse zu wenig eigene Hormone bildet — bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), nach einer Schilddrüsenoperation oder einer Radiojodtherapie.
L-Thyrox® HEXAL® enthält ausschliesslich T4. Darin unterscheidet es sich von Kombinationspräparaten, die zusätzlich Liothyronin (T3) enthalten. Der Körper wandelt einen Teil des zugeführten T4 selbst in das stoffwechselaktivere T3 um; für die meisten Menschen reicht diese körpereigene Umwandlung aus.
Levothyroxin wird üblicherweise morgens auf nüchternen Magen mit etwas Wasser eingenommen, mit deutlichem Abstand zum Frühstück. Der Grund ist die Aufnahme im Darm: Kalzium- und Eisenpräparate, magensäurebindende Mittel, Sojaprodukte und Kaffee können sie vermindern.
Die passende Dosis ist individuell sehr verschieden. Sie wird ärztlich anhand der Blutwerte — vor allem des TSH-Werts — festgelegt und nach jeder Änderung erneut überprüft. Weil schon kleine Unterschiede in der Aufnahme spürbar sein können, sollte ein Wechsel zwischen Präparaten verschiedener Hersteller nicht eigenmächtig erfolgen.
Anzeichen einer Überdosierung wie Herzrasen, Unruhe, Schlaflosigkeit oder Gewichtsverlust gehören ärztlich abgeklärt. Einzelheiten zu Einnahme, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen in der Packungsbeilage.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Levothyroxin
Levothyroxin ist die künstlich hergestellte Form von Thyroxin (T4) — des Hormons, das die Schilddrüse überwiegend bildet. Der Körper kann es nicht von dem körpereigenen Hormon unterscheiden.
T4 ist eine Speicherform. Der Körper wandelt es nach Bedarf in das aktive T3 um, und zwar dort, wo es gebraucht wird. Dadurch stellt sich ein gleichmäßiger Hormonspiegel ein, der über den Tag kaum schwankt.
Schilddrüsenhormone steuern den Stoffwechsel: Wärmeproduktion, Herzfrequenz, Verdauung, Konzentration, Stimmung. Bei einer Unterfunktion laufen diese Vorgänge verlangsamt ab — Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme, Antriebslosigkeit sind typisch. Die Behandlung ersetzt das fehlende Hormon.
Der Wirkstoff hat eine enge therapeutische Breite: Schon kleine Unterschiede in der aufgenommenen Menge können Blutwert und Befinden verschieben. Deshalb ist die genaue Dosis wichtig, und deshalb ist ein Präparatewechsel kein reiner Verwaltungsvorgang.
Für wen ist es geeignet?
L-Thyrox® HEXAL® ist geeignet für:
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) jeder Ursache, als dauerhafter Hormonersatz
- Hormonersatz nach einer Schilddrüsenoperation oder einer Radiojodtherapie
- Vorbeugung eines erneuten Kropfes nach einer Schilddrüsenoperation bei normaler Hormonlage
- Gutartige Schilddrüsenvergrößerung (Struma) bei normaler Hormonlage
- Unterdrückungs- und Ersatzbehandlung bei Schilddrüsenkrebs, vor allem nach Entfernung der Schilddrüse
- Begleitbehandlung während einer Therapie der Schilddrüsenüberfunktion, sobald die Hormonwerte normal sind
Nicht geeignet bei unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion, unbehandelter Nebennierenrindenschwäche, frischem Herzinfarkt oder akuter Herzmuskelentzündung. Bei Herzerkrankungen, im höheren Alter und bei lange bestehender Unterfunktion wird besonders niedrig begonnen und langsam gesteigert.
L-Thyrox® HEXAL® ist kein Mittel zum Abnehmen. Bei normaler Schilddrüsenfunktion senkt Levothyroxin das Gewicht nicht; höhere Dosen können schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen.
Ob L-Thyrox® HEXAL® im Einzelfall passt, entscheidet die ärztliche Prüfung.
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärken:
- 25, 50, 75, 88, 100, 112, 125, 150, 175 und 200 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium je Tablette
Packungsgrößen:
- 100 Tabletten
Dosierung:
- Die Tagesdosis wird ärztlich anhand von TSH-Wert, Befinden, Alter und Begleiterkrankungen festgelegt; die Angaben der Fachinformation sind Richtwerte
- Erwachsene mit Unterfunktion: Beginn meist mit 25 bis 50 Mikrogramm täglich, Steigerung alle zwei bis vier Wochen um 25 bis 50 Mikrogramm; übliche Erhaltungsdosis 100 bis 200 Mikrogramm täglich
- Ältere Menschen, Herzkranke und Menschen mit lange bestehender Unterfunktion: Beginn mit einer niedrigen Dosis, etwa 12,5 Mikrogramm, und langsamere Steigerung
- Gutartiger Kropf und Vorbeugung eines erneuten Kropfes: 75 bis 200 Mikrogramm täglich
- Einmal täglich morgens nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück, unzerkaut mit einem Glas Wasser
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: 3 Stärken in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Tablette
- Stärken
- 25 µg, 50 µg, 100 µg
- Packungsgrößen
- 100 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 25 µg | 100 Stück | 00811684 | 100 Tage |
| 50 µg | 100 Stück | 00811709 | 100 Tage |
| 100 µg | 100 Stück | 00811744 | 100 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
- Einmal täglich morgens, nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück, mit einem Glas Wasser.
- Der Abstand zur Mahlzeit ist entscheidend. Kaffee, Milch, Sojaprodukte und ballaststoffreiche Nahrung vermindern die Aufnahme deutlich.
- Die Dosis wird ärztlich festgelegt und meist einschleichend gesteigert.
- Nicht eigenmächtig ändern oder absetzen. Die Wirkung baut sich über Wochen auf.
Abstände zu anderen Mitteln
- Mindestens zwei Stunden zu Mitteln mit Kalzium, Magnesium oder Eisen sowie zu Mitteln gegen Sodbrennen.
- Mindestens vier bis fünf Stunden zu Colestyramin und ähnlichen Mitteln.
Vergessene Einnahme: Fällt es am selben Vormittag auf, kann die Tablette nachgeholt werden. Sonst am nächsten Tag normal weitermachen — nicht die doppelte Menge nehmen.
Nach einem Präparatewechsel gehören die Blutwerte kontrolliert, üblicherweise nach sechs bis acht Wochen. Das gilt auch beim Wechsel zwischen Präparaten mit gleicher Wirkstoffmenge.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Levothyroxin oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Unbehandelter Überfunktion der Schilddrüse.
- Unbehandelter Nebennierenrindenschwäche.
- Unbehandelter Funktionsstörung der Hirnanhangsdrüse mit Nebennierenbeteiligung.
- Frischem Herzinfarkt, akuter Herzmuskelentzündung, akuter Entzündung aller Schichten der Herzwand.
Ärztlich abzuklären vor der Anwendung: Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, höheres Lebensalter sowie eine länger bestehende Unterfunktion. In diesen Fällen wird mit einer niedrigen Dosis begonnen und langsam gesteigert.
In der Schwangerschaft wird die Behandlung fortgeführt; der Bedarf steigt oft. Die Blutwerte sind engmaschiger zu kontrollieren. Nicht zusammen mit Mitteln gegen eine Schilddrüsenüberfunktion anwenden.
Nicht zur Gewichtsabnahme. Bei normaler Schilddrüsenfunktion können höhere Dosen schwere, auch lebensbedrohliche Nebenwirkungen verursachen.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei richtig eingestellter Dosis sind Nebenwirkungen selten. Treten sie auf, sind es meist Zeichen einer zu hohen Dosis:
- Herzklopfen, schneller oder unregelmäßiger Puls
- Innere Unruhe, Nervosität, Zittern
- Schlafstörungen
- Vermehrtes Schwitzen, Wärmeempfindlichkeit
- Gewichtsabnahme trotz unveränderten Essens
- Durchfall
- Kopfschmerzen, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe
- Bei Frauen: Zyklusstörungen
Solche Anzeichen gehören ärztlich abgeklärt; meist genügt eine Anpassung der Dosis.
Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, etwa Ausschlag oder Nesselsucht. Bei längerer Anwendung höherer Dosen kann die Knochendichte abnehmen.
Sofort ärztlich abklären lassen bei: anhaltendem Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Schmerzen in der Brust oder Atemnot.
Wechselwirkungen
Die Aufnahme wird vermindert durch:
- Mittel mit Kalzium, Magnesium oder Eisen; Mittel gegen Sodbrennen
- Säureblocker (Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol oder Omeprazol) — sie verändern den pH-Wert im Magen; bei Beginn oder Ende einer solchen Behandlung gehören die Schilddrüsenwerte kontrolliert
- Colestyramin, Colestipol, Sevelamer, Lanthancarbonat
- Sucralfat, Orlistat
- Sojahaltige Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel
- Kaffee, wenn er zu nah an der Einnahme getrunken wird
Die Aufnahme wird erhöht durch:
- Semaglutid (Wirkstoff der Abnehmspritze): Die aufgenommene Menge steigt um rund ein Drittel. Wer beides bekommt, braucht engmaschigere Kontrollen der Schilddrüsenwerte und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis.
Den Abbau beschleunigen: Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Rifampicin.
Die Wirkung anderer Mittel kann sich ändern:
- Blutverdünnende Mittel vom Cumarin-Typ: Die Blutungsneigung kann steigen; die Gerinnungswerte sind zu kontrollieren.
- Zuckersenkende Mittel und Insulin: Der Bedarf kann sich ändern; besonders zu Beginn der Behandlung ist der Blutzucker engmaschiger zu kontrollieren.
Weiteres: Amiodaron, jodhaltige Kontrastmittel und Lithium beeinflussen die Schilddrüsenfunktion. Östrogenhaltige Präparate können den Bedarf erhöhen. Salicylate und hohe Dosen Furosemid können die Hormonwerte im Blut verschieben. Bestimmte Krebsmittel (Tyrosinkinase-Hemmer) und HIV-Mittel (Protease-Hemmer) können die Wirkung abschwächen.
Vor einer Blutabnahme: Biotin — in vielen Nahrungsergänzungsmitteln für Haut und Haare enthalten — kann die Messung der Schilddrüsenwerte verfälschen. Bitte vorher angeben, falls Sie Biotin einnehmen.
Bitte alle eingenommenen Arzneimittel angeben, auch nicht verschreibungspflichtige.
Häufige Fragen
Nur nach ärztlicher Entscheidung. Levothyroxin hat eine enge therapeutische Breite: Schon kleine Unterschiede in der aufgenommenen Menge können Blutwert und Befinden verschieben. Nach einem Wechsel gehören die Schilddrüsenwerte kontrolliert, üblicherweise nach sechs bis acht Wochen, auch beim Wechsel zwischen Präparaten mit gleicher Wirkstoffmenge.
Fällt es am selben Vormittag auf, kann die Tablette nachgeholt werden. Sonst am nächsten Tag normal weitermachen und nicht die doppelte Menge nehmen. Die Wirkung baut sich über Wochen auf.
Ja, die Behandlung wird fortgeführt. Der Bedarf steigt in der Schwangerschaft meist an, deshalb wird der TSH-Wert in jedem Schwangerschaftsdrittel kontrolliert und die Dosis bei Bedarf angepasst. Nicht eigenmächtig absetzen.
Nahrung vermindert die Aufnahme des Wirkstoffs aus dem Darm. Deshalb wird die Tablette mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit Wasser eingenommen. Zu Kaffee gehört ein Abstand von einer halben bis einer Stunde; zu Mitteln mit Kalzium, Magnesium oder Eisen und zu Mitteln gegen Sodbrennen mindestens zwei Stunden.
Ja. Semaglutid erhöht die aufgenommene Menge Levothyroxin um rund ein Drittel. Wer beides bekommt, braucht engere Kontrollen der Schilddrüsenwerte, besonders zu Beginn und nach Dosisänderungen der Abnehmspritze. Bitte beide Behandlungen bei jeder ärztlichen Beratung angeben.
Quellen
Ähnliche Medikamente
Passt L-Thyrox® HEXAL® zu Ihnen?
Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





