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Fluconazol
Scheidenpilz

Fluconazol

Antimykotikum zum Einnehmen – Einmaldosis gegen Scheidenpilz.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Fluconazol?

Fluconazol ist ein Antimykotikum (Antipilzmittel) aus der Gruppe der Triazole. Es wird zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt, darunter Scheidenpilz (vaginale Candidose), Soor im Mundbereich und systemische Pilzinfektionen.

Bei unkompliziertem Scheidenpilz ist meist eine einzige Kapsel mit 150 mg ausreichend. Der Wirkstoff wird oral eingenommen und verteilt sich über den Blutkreislauf im Körper – er erreicht auch die Vaginalschleimhaut.

Bekannte Markennamen sind Diflucan® und zahlreiche Generika.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Fluconazol

Fluconazol hemmt die Pilzzellen gezielt:

Wirkmechanismus:

  • Hemmt das Enzym Lanosterol-14α-Demethylase
  • Dieses Enzym ist für die Ergosterol-Synthese nötig
  • Ergosterol ist ein essentieller Bestandteil der Pilz-Zellmembran
  • Ohne Ergosterol wird die Membran durchlässig und der Pilz stirbt ab

Wirkspektrum:

  • Candida albicans (häufigster Erreger von Scheidenpilz)
  • Andere Candida-Arten
  • Cryptococcus
  • Dermatophyten

Selektivität: Fluconazol wirkt selektiver auf die Cytochrom-P450-Enzyme von Pilzen als auf die des Menschen.

Für wen ist es geeignet?

Fluconazol ist geeignet für:

  • Frauen mit akutem Scheidenpilz
  • Rezidivierender Scheidenpilz (Prophylaxe)
  • Soor (Pilzbefall im Mund/Rachen)
  • Systemische Pilzinfektionen

Hinweis zur lokalen Therapie:

  • Zur Behandlung von akutem oder wiederkehrendem Scheidenpilz wird Fluconazol angewendet, wenn eine lokale Therapie nicht geeignet ist

Nicht geeignet:

  • Bei Unsicherheit über die Diagnose
  • Bakterielle Vaginose (anderer Erreger)
  • Schwangerschaft (nur bei dringender Indikation)

Verfügbare Dosierungen

Bei unkompliziertem Scheidenpilz:

  • 150 mg als Einmaldosis

Bei rezidivierendem Scheidenpilz:

  • Initial: 150 mg an Tag 1, 4 und 7
  • Dann: 150 mg einmal wöchentlich für 6 Monate

Bei Mundsoor:

  • Initial: 200-400 mg an Tag 1
  • Dann: 100-200 mg einmal täglich
  • Dauer: 7-21 Tage, bis der Mundsoor abgeklungen ist

Verfügbare Stärken:

  • 50 mg Kapseln
  • 100 mg Kapseln
  • 150 mg Kapseln
  • 200 mg Kapseln

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in 3 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 1 bis 50 Stück.

Darreichungsform
Hartkapsel
Stärken
50 mg, 150 mg
Packungsgrößen
14 Stück, 50 Stück, 1 Stück
StärkePackungPZNReichweite
50 mg14 Stück070603470 Tage
50 mg50 Stück002965030 Tage
150 mg1 Stück011916570 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Kapsel unzerkaut mit Wasser schlucken
  • Unabhängig von Mahlzeiten

Bei akutem Scheidenpilz:

  • Eine Kapsel 150 mg einnehmen
  • Wirkung setzt innerhalb von 24-48 Stunden ein
  • Symptome bessern sich meist innerhalb von 24 Stunden

Wichtig:

  • Die gesamte verschriebene Menge einnehmen
  • Auch wenn sich die Symptome schnell bessern
  • Partner muss normalerweise nicht mitbehandelt werden

Gegenanzeigen

Fluconazol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Fluconazol oder andere Azol-Antimykotika
  • Gleichzeitiger Einnahme von Terfenadin, Astemizol, Cisaprid, Pimozid, Chinidin (QT-Verlängerung)

Vorsicht bei:

  • Lebererkrankungen
  • Niereninsuffizienz (Dosisanpassung)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Elektrolytstörungen

Schwangerschaft: Die Einmaldosis 150 mg sollte in der Schwangerschaft vermieden werden. Beobachtungsstudien weisen auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Fehlgeburten hin, wenn Fluconazol im ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel angewendet wird. Bei Anwendung im ersten Schwangerschaftsdrittel wurden in Studien ein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen und ein leicht erhöhtes Risiko für Fehlbildungen des Bewegungsapparats beobachtet, Letzteres bereits bei 150 mg und stärker bei höheren Dosen. Lokale Therapie bevorzugen.

Stillzeit: Geht in die Muttermilch über. Einmaldosis möglich, bei längerer Therapie Stillen unterbrechen.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Hautausschlag
  • Erhöhte Leberwerte

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Geschmacksstörungen
  • Schwindel

Selten:

  • Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom)
  • Leberschäden
  • QT-Verlängerung
  • Anaphylaxie

Bei Einmaldosis: Die Nebenwirkungen sind bei einer einzelnen Dosis von 150 mg meist mild und vorübergehend.

Wechselwirkungen

Kontraindiziert mit:

  • Terfenadin, Astemizol (Antihistaminika)
  • Cisaprid (Prokinetikum)
  • Pimozid, Chinidin (QT-Verlängerung)

Dosisanpassung nötig bei:

  • Warfarin – verstärkte Blutungsneigung (INR kontrollieren)
  • Orale Antidiabetika – Hypoglykämie möglich
  • Ciclosporin, Tacrolimus – erhöhte Spiegel
  • Statine – erhöhtes Rhabdomyolyse-Risiko
  • Benzodiazepine – verstärkte Sedierung

Fluconazol hemmt CYP2C9 und CYP3A4, daher viele Wechselwirkungen möglich. Bei Dauermedikation Arzt informieren.

Häufige Fragen

Bei unkompliziertem akutem Scheidenpilz: Ja. Die Einmaldosis von 150 mg ist in den meisten Fällen ausreichend. Bei wiederkehrenden Infektionen oder komplizierteren Fällen kann eine längere Behandlung nötig sein.

Die Symptome bessern sich meist innerhalb von 24 Stunden. Die vollständige Heilung kann aber einige Tage dauern. Wenn nach 3 Tagen keine Besserung eintritt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bei Scheidenpilz in der Regel nicht, da es sich nicht um eine klassische Geschlechtskrankheit handelt. Anders bei Symptomen beim Partner oder rezidivierenden Infektionen – dann kann eine Mitbehandlung sinnvoll sein.

Die Einmaldosis sollte in der Schwangerschaft möglichst vermieden werden. Lokale Antimykotika (Clotrimazol-Creme oder -Zäpfchen) sind in der Schwangerschaft sicherer und werden bevorzugt.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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