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Aciclovir
Genitalherpes

Aciclovir

Antivirales Medikament zur Behandlung von Herpes genitalis und Lippenherpes.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Aciclovir?

Aciclovir ist ein antivirales Medikament, das speziell gegen Herpesviren wirksam ist. Es wird zur Behandlung und Vorbeugung von Herpes-simplex-Infektionen (Genitalherpes, Lippenherpes) und Herpes zoster (Gürtelrose) eingesetzt.

Das Medikament kann Herpesausbrüche verkürzen und lindern, aber das Virus nicht aus dem Körper eliminieren – Herpes bleibt lebenslang im Körper und kann wiederkehren.

Aciclovir ist in verschiedenen Formen erhältlich: Tabletten, Creme und als Infusionslösung für schwere Fälle.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Aciclovir

Aciclovir wirkt hochselektiv gegen Herpesviren:

Wirkmechanismus: 1. Aciclovir wird von der viralen Thymidinkinase (nur in infizierten Zellen vorhanden) aktiviert 2. Das aktivierte Aciclovir-Triphosphat hemmt die virale DNA-Polymerase 3. Es wird in die Virus-DNA eingebaut und führt zum Kettenabbruch 4. Die Virusvermehrung wird gestoppt

Selektive Wirkung: Da nur virusinfizierte Zellen das Enzym zur Aktivierung haben, werden gesunde Zellen kaum beeinträchtigt – daher die gute Verträglichkeit.

Wirkspektrum:

  • Herpes simplex Typ 1 (HSV-1, Lippenherpes)
  • Herpes simplex Typ 2 (HSV-2, Genitalherpes)
  • Varizella-Zoster-Virus (Windpocken, Gürtelrose)
  • In geringerem Maße: Epstein-Barr-Virus, Cytomegalievirus

Für wen ist es geeignet?

Aciclovir ist geeignet bei:

  • Erstinfektion mit Genitalherpes
  • Rezidivierendem Genitalherpes
  • Langzeitprophylaxe bei häufigen Rezidiven
  • Lippenherpes (Herpes labialis)
  • Gürtelrose (Herpes zoster)

Behandlungsziele:

  • Akuttherapie: Verkürzt Dauer und Schwere des Ausbruchs
  • Prophylaxe: Verhindert oder reduziert Rezidive
  • Suppressionstherapie: Dauerhafte Einnahme bei sehr häufigen Ausbrüchen

Einschränkungen:

  • Wirkt nur gegen Herpesviren
  • Kann Virus nicht aus dem Körper entfernen
  • Sollte früh im Ausbruch begonnen werden

Verfügbare Dosierungen

Genitalherpes – Erstinfektion:

  • 200 mg 5x täglich für 5-10 Tage ODER
  • 400 mg 3x täglich für 5-10 Tage

Genitalherpes – Rezidiv:

  • 200 mg 5x täglich für 5 Tage ODER
  • 400 mg 3x täglich für 3-5 Tage ODER
  • 800 mg 3x täglich für 2 Tage

Prophylaxe (Suppressionstherapie):

  • 400 mg 2x täglich oder
  • 200 mg 4x täglich

Lippenherpes:

  • Creme (5%) 5x täglich für 4-5 Tage

Gürtelrose:

  • 800 mg 5x täglich für 7 Tage

Verfügbare Formen:

  • Tabletten 200 mg, 400 mg, 800 mg
  • Creme 5%
  • Suspension

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: 3 Stärken in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 25 bis 35 Stück.

Darreichungsform
Tablette
Stärken
200 mg, 400 mg, 800 mg
Packungsgrößen
25 Stück, 35 Stück
StärkePackungPZNReichweite
200 mg25 Stück008704680 Tage
400 mg35 Stück090913230 Tage
800 mg35 Stück065531310 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Tabletten:

  • Mit reichlich Wasser einnehmen (mindestens 200 ml pro Tablette)
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Gleichmäßige Abstände zwischen den Dosen
  • Viel Flüssigkeit über den Tag trinken

Wichtig für die Wirksamkeit:

  • So früh wie möglich beginnen (bei ersten Anzeichen wie Kribbeln)
  • Die vollständige Behandlungsdauer einhalten
  • Bei 5x täglich: etwa alle 4 Stunden, mit Nachtpause

Creme (Lippenherpes):

  • Beim ersten Kribbeln beginnen
  • 5x täglich alle 4 Stunden auftragen
  • Mit sauberem Finger oder Wattestäbchen
  • 4-5 Tage anwenden

Gegenanzeigen

Aciclovir darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Aciclovir oder Valaciclovir

Vorsicht und Dosisanpassung bei:

  • Niereninsuffizienz (Dosisreduktion erforderlich)
  • Dehydratation (ausreichend trinken!)
  • Älteren Patienten
  • Neurologischen Erkrankungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Aciclovir kann bei Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Langjährige Erfahrung zeigt keine erhöhten Risiken. Dennoch nur nach ärztlicher Abwägung.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Müdigkeit

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Schwindel
  • Hautausschlag
  • Juckreiz
  • Photosensibilität

Selten:

  • Verwirrtheit, Halluzinationen (bei hohen Dosen, besonders bei Niereninsuffizienz)
  • Nierenprobleme (bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr)
  • Blutbildveränderungen

Bei der Creme:

  • Brennen, Stechen an der Auftragsstelle
  • Hautrötung
  • Kontaktdermatitis

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit:

  • Probenecid – erhöht Aciclovir-Spiegel
  • Mycophenolat – erhöhte Spiegel beider Substanzen
  • Nephrotoxische Medikamente – additive Nierenbelastung
  • Cimetidin – erhöhte Aciclovir-Exposition

Wichtiger Hinweis: Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Ausscheidung verzögert sein – Dosisanpassung erforderlich.

Kein relevanter Einfluss:

  • Hormonelle Verhütung
  • Die meisten gängigen Medikamente

Häufige Fragen

Nein, Aciclovir kann das Herpesvirus nicht aus dem Körper entfernen. Es verkürzt und mildert Ausbrüche und kann bei regelmäßiger Einnahme Rezidive verhindern. Das Virus bleibt lebenslang im Körper.

So früh wie möglich! Am besten bei den ersten Anzeichen (Kribbeln, Brennen) noch vor Auftreten der Bläschen. Je früher die Behandlung beginnt, desto effektiver ist sie.

Ja, bei häufigen Rezidiven (mehr als 6 pro Jahr) ist eine Suppressionstherapie möglich. Dabei wird Aciclovir täglich eingenommen, um Ausbrüche zu verhindern. Nach 6-12 Monaten kann ein Auslassversuch gemacht werden.

Aciclovir kann in den Nieren auskristallisieren, wenn nicht genug Flüssigkeit aufgenommen wird. Mindestens 200 ml pro Tablette und generell viel trinken während der Behandlung.

Die tägliche Einnahme (Suppressionstherapie) reduziert das Übertragungsrisiko deutlich, eliminiert es aber nicht vollständig. Kondome bieten zusätzlichen Schutz, aber auch sie schützen nicht vollständig vor Herpes.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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