Die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) schützt bei richtiger Einnahme sehr gut vor einer HIV-Infektion. Wer gesetzlich versichert ist und ein erhöhtes Risiko hat, bekommt sie in der Regel über die Krankenkasse — bei Ärztinnen und Ärzten, die sich mit PrEP und den Kontrolluntersuchungen auskennen. Daneben bieten einige Telemedizin-Anbieter eine ärztliche Prüfung online an, als Selbstzahler. Diese Seite stellt beide Wege nebeneinander, mit Quelle und Abrufdatum.
Das Wichtigste vorab
- Bei erhöhtem HIV-Risiko übernehmen die gesetzlichen Kassen laut gesund.bund.de in der Regel die Kosten der PrEP; laut liebesleben.de auch die ärztliche Betreuung und die Tests auf weitere Infektionen.
- Online gibt es PrEP bei deinrezept, DoktorABC und OpenClinic24, jeweils als Selbstzahler; ZAVA und TeleClinic führen PrEP nicht.
- deinrezept und DoktorABC setzen einen aktuellen negativen HIV-Test voraus, OpenClinic24 nennt regelmäßige HIV- und Nierenfunktionstests; alle Quellen nennen regelmäßige Kontrollen. Blut- und Abstrichtests finden im Labor oder in einer Praxis statt, nicht online.
- PrEP schützt nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.
Kassenweg und Anbieter im direkten Vergleich
| Kriterium | Kassenweg | deinrezept.de | DoktorABC | OpenClinic24 |
|---|---|---|---|---|
| Wer verschreibt | Ärztinnen und Ärzte, die sich mit PrEP und den Kontrolluntersuchungen auskennen (gesund.bund.de); liebesleben.de nennt auf HIV spezialisierte Ärztinnen und Ärzte | ärztliche Prüfung eines Fragebogens; Privatrezept | Online-Fragebogen, Rezept online ausgestellt (Eigenangabe) | Beratung und PrEP-Rezept telemedizinisch, als Privatrezept (Eigenangabe) |
| HIV-Test und Kontrollen | regelmäßige Kontrolluntersuchungen (gesund.bund.de); regelmäßige Tests auf weitere Infektionen (liebesleben.de) | ein kürzlich durchgeführter negativer HIV-Test ist Voraussetzung; der Fragebogen fragt außerdem nach einer kürzlichen Blutuntersuchung | setzt einen aktuellen, negativen HIV-Test voraus; regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig (Eigenangabe) | regelmäßige HIV-Tests und Nierenfunktionstests erforderlich; Tests nicht per Telemedizin, Empfehlung geeigneter Labore (Eigenangabe) |
| Kosten | bei erhöhtem Risiko übernimmt die gesetzliche Kasse in der Regel die Kosten (gesund.bund.de) | 2,98 € Rezeptgebühr; das Medikament wird selbst bezahlt | Behandlungsgebühr 39 € in der Angebotskarte, 29,90 € in den Fragen und Antworten derselben Seite; Medikament zusätzlich (Eigenangaben) | Abrechnung nach GOÄ: Nr. 1 mit 10,72 €, mit visueller Untersuchung 21,44 €; Medikament zusätzlich (Eigenangabe) |
| Abrufstand | 15.10.2026 | 15.10.2026 | 15.10.2026 | 15.10.2026 |
Wann eine Online-Anfrage bei deinrezept nicht möglich ist
Unter anderem bei diesen Angaben im Fragebogen endet der Online-Weg:
- kein kürzlicher HIV-Test oder ein positives Ergebnis, eine bekannte HIV-Infektion,
- eine schwere Nieren- oder Lebererkrankung, Hepatitis B,
- die Dauereinnahme bestimmter Schmerzmittel, die die Nieren belasten können, eine Allergie gegen die Wirkstoffe der PrEP.
Auch sonst entscheidet die ärztliche Prüfung, ob eine Untersuchung vor Ort nötig ist.
Medizinische Grundlagen
Getrennt von den Anbieterangaben: Wiedergabe von gesund.bund.de und liebesleben.de, abgerufen am 15.10.2026. Präparate und Dosierungen nennt diese Seite nicht.
Schutzwirkung und für wen
PrEP verhindert, dass sich das HI-Virus vermehren kann, und bietet bei richtiger Einnahme einen bis zu 99-prozentigen Schutz vor einer HIV-Infektion. Sie wird für Menschen empfohlen, die ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben; entscheidend ist das individuelle Risiko, das man am besten gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt einschätzt. gesund.bund.de, geprüft durch die Deutsche STI-Gesellschaft, Stand 27.05.2025
Ärztliche Begleitung
PrEP kann zu teils ernsten Nebenwirkungen führen, die oft nicht gleich spürbar sind; sie sollte deshalb nur unter ärztlicher Betreuung und nach einer umfassenden Beratung durch eine auf HIV spezialisierte Ärztin oder einen auf HIV spezialisierten Arzt eingenommen werden. Weil PrEP nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützt, sind regelmäßige Tests darauf sinnvoll. liebesleben.de (BIÖG)
So wurde verglichen
Der Kassenweg ist mit den Angaben von gesund.bund.de und liebesleben.de beschrieben. Als Online-Anbieter aufgenommen sind die, deren öffentliche Seiten am 15.10.2026 ein PrEP-Angebot nannten. ZAVA führte in der Medikamentenübersicht nur einen HIV-Test, TeleClinic im Behandlungskatalog keine PrEP. Die Behandlung bei deinrezept setzt in jedem Fall die ärztliche Prüfung voraus — ein Rezept wird nicht garantiert.
Wo auf Geschlechtskrankheiten testen · Kassenrezept, Privatrezept und PKV · Allgemeiner Anbietervergleich
Häufige Fragen
Kann ich PrEP online verschrieben bekommen?
Bei deinrezept, DoktorABC und OpenClinic24 ist eine ärztliche Prüfung online möglich, als Selbstzahler; ob ein Rezept ausgestellt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall. Bei deinrezept und DoktorABC ist ein aktueller negativer HIV-Test Voraussetzung. Laut gesund.bund.de muss PrEP von Ärztinnen und Ärzten verschrieben werden, die sich mit der Behandlung und den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen auskennen.
Zahlt die Krankenkasse die PrEP?
Laut gesund.bund.de übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei erhöhtem HIV-Risiko in der Regel die Kosten. Laut liebesleben.de bezahlen sie auch die ärztliche Betreuung und die Tests auf weitere sexuell übertragbare Infektionen. Bei den Online-Anbietern dieses Vergleichs werden Konsultation und Medikament selbst bezahlt; deinrezept und OpenClinic24 stellen ein Privatrezept aus.
Welche Tests brauche ich?
Bei deinrezept ist ein kürzlich durchgeführter negativer HIV-Test Voraussetzung; ohne Test oder bei positivem Ergebnis endet der Online-Weg. OpenClinic24 nennt regelmäßige HIV-Tests und Nierenfunktionstests als erforderlich, DoktorABC regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Eigenangaben). Blut- und Abstrichtests sind nicht per Telemedizin möglich; sie finden im Labor oder in einer Praxis statt.
Schützt PrEP auch vor anderen Geschlechtskrankheiten?
Nein. Laut liebesleben.de schützt PrEP vor HIV, aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen; regelmäßige Tests darauf sind deshalb sinnvoll. Kondome schützen laut gesund.bund.de auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten und vor einer ungewollten Schwangerschaft.
