Zum Hauptinhalt springen
deinrezept Logo
Itraconazol
Candida

Itraconazol

Breitspektrum-Antimykotikum bei Pilzinfektionen, die auf Fluconazol nicht ansprechen.

Verschreibungspflichtig
Schnellnavigation

Was ist Itraconazol?

Itraconazol ist ein Triazol-Antimykotikum mit breitem Wirkspektrum, das bei verschiedenen Pilzinfektionen eingesetzt wird. Bei vulvovaginaler Candidose wird es verwendet, wenn Fluconazol oder Clotrimazol nicht ausreichend wirken, insbesondere bei Infektionen mit Non-albicans-Candida-Spezies (z. B. C. glabrata, C. krusei).

Itraconazol wird unter dem Markennamen Sempera® und als Generikum vertrieben. Es ist auch bei Hautpilz, Nagelpilz und systemischen Mykosen zugelassen.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Itraconazol

Wirkmechanismus:

  • Hemmt die 14-alpha-Demethylase (CYP51)
  • Blockiert die Ergosterol-Synthese in der Pilzzellmembran
  • Ergosterol ist ein essenzieller Bestandteil der Pilzzellmembran
  • Die Zellmembran wird instabil → Pilzzelle stirbt ab

Breiteres Spektrum als Fluconazol:

  • Candida albicans und Non-albicans-Spezies
  • Aspergillus
  • Dermatophyten
  • Auch gegen einige Fluconazol-resistente Stämme wirksam

Pharmakokinetik:

  • Lipophil → gute Gewebepenetration
  • Lange Halbwertszeit → Wirkung hält nach Absetzen an
  • Aufnahme stark von Magensäure und Nahrung abhängig

Für wen ist es geeignet?

Itraconazol ist geeignet für:

  • Vulvovaginale Candidose, die auf Fluconazol nicht anspricht
  • Infektionen mit Non-albicans-Candida-Spezies
  • Rezidivierende Candidose (Suppressionstherapie)
  • Haut- und Nagelpilz
  • Systemische Mykosen

Nicht geeignet:

  • Schwangerschaft (teratogen im Tierversuch)
  • Herzinsuffizienz
  • Schwere Leberinsuffizienz
  • Gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente (CYP3A4-Interaktionen)

Verfügbare Dosierungen

Vulvovaginale Candidose:

  • 200 mg zweimal täglich für 1 Tag (Kurzzeittherapie)
  • Oder 200 mg einmal täglich für 3 Tage

Rezidivierende Candidose (Suppression):

  • 200 mg einmal täglich für die ersten 3 Tage der Menstruation, über 6 Monate

Verfügbare Stärken:

  • 100 mg Kapseln

Wichtig:

  • Kapseln mit einer vollen Mahlzeit einnehmen (Aufnahme!)
  • Bei achlorhydrischer Magensituation (Protonenpumpenhemmer): Aufnahme stark reduziert

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 15 bis 28 Stück.

Darreichungsform
Hartkapsel
Stärken
100 mg
Packungsgrößen
15 Stück, 28 Stück
StärkePackungPZNReichweite
100 mg15 Stück007728950 Tage
100 mg28 Stück002369610 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Direkt nach einer vollständigen Mahlzeit einnehmen
  • Kapseln im Ganzen schlucken
  • Mit ausreichend Flüssigkeit (1 Glas Wasser) einnehmen
  • Bei Achlorhydrie oder bei Einnahme von Arzneimitteln zur Verminderung der Magensäure (z. B. H2-Antagonisten, Protonenpumpenhemmer): mit einem nicht-diätetischen Cola-Getränk einnehmen

Wichtige Hinweise:

  • Aufnahme ist stark nahrungsabhängig
  • PPI (Omeprazol etc.) verringern die Aufnahme erheblich
  • Leberwerte vor und während der Therapie kontrollieren
  • Sichere Verhütung während der Therapie und bis zur ersten Menstruation nach Therapieende (Frauen)

Gegenanzeigen

Itraconazol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Itraconazol
  • Schwangerschaft
  • Herzinsuffizienz (NYHA III–IV)
  • Gleichzeitige Einnahme von: Terfenadin, Astemizol, Cisaprid, Simvastatin, Lovastatin, Midazolam (oral), Triazolam, Pimozid, Chinidin, Dofetilid, Ergotamin

Vorsicht bei:

  • Lebererkrankungen (hepatotoxisch!)
  • Eingeschränkter Nierenfunktion
  • Achlorhydrie/PPI-Therapie (verminderte Aufnahme)
  • QT-Verlängerung
  • Stillzeit (Itraconazol geht in die Muttermilch über, im Zweifel nicht stillen)

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1–10 %):

  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Erhöhte Leberwerte
  • Hautausschlag

Gelegentlich (0,1–1 %):

  • Durchfall, Verstopfung
  • Schwindel
  • Zyklusstörungen
  • Ödeme

Selten, aber ernst:

  • Hepatotoxizität (Leberentzündung bis Leberversagen)
  • Herzinsuffizienz
  • Periphere Neuropathie
  • Stevens-Johnson-Syndrom

Hinweis: Bei Therapie über 1 Monat oder bei Risikofaktoren: regelmäßige Leberwertkontrollen.

Häufige Fragen

Itraconazol hat ein breiteres Wirkspektrum als Fluconazol und wirkt auch gegen einige Fluconazol-resistente Candida-Arten (z. B. C. glabrata, C. krusei). Es wird eingesetzt, wenn Fluconazol nicht ausreichend wirkt oder die Erregerkultur Resistenzen zeigt.

Itraconazol-Kapseln benötigen eine saure Magenumgebung und Nahrungsfette für die Aufnahme. Ohne Mahlzeit wird nur ein Bruchteil des Wirkstoffs aufgenommen. Patienten mit PPI-Therapie sollten dies mit ihrem Arzt besprechen.

Ja, Itraconazol kann im Tierversuch Fehlbildungen verursachen und ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Therapie und bis zur ersten Menstruation nach Therapieende sicher verhüten.

Ähnliche Medikamente

Passt Itraconazol zu Ihnen?

Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Itraconazol | Breitspektrum-Antimykotikum | deinrezept