Was ist Salmeterol/Fluticason-propionat?
Salmeterol/Fluticason-propionat ist ein Kombinationspräparat zur Inhalation mit zwei Wirkstoffen: Salmeterol, ein lang wirkendes Beta-2-Sympathomimetikum, das die Atemwege erweitert, und Fluticasonpropionat, ein inhalatives Kortikoid, das die Entzündung in den Atemwegen dämpft.
Die Kombination ist zur regelmässigen Dauerbehandlung bestimmt — nicht zur schnellen Hilfe bei akuter Atemnot. Dafür ist ein gesondertes Bedarfsspray vorgesehen, das ärztlich verordnet wird. Wer das Kombipräparat bei einem Anfall einsetzt, verliert wertvolle Zeit: Salmeterol wirkt langsamer als die dafür vorgesehenen Notfallwirkstoffe.
Angewendet wird es regelmässig, auch in beschwerdefreien Zeiten — die entzündungshemmende Wirkung baut sich erst über Tage bis Wochen auf. Eigenmächtiges Absetzen kann zu einer Verschlechterung führen.
Nach jeder Inhalation empfiehlt sich das Ausspülen des Mundes mit Wasser, ohne es zu schlucken. Das verringert das Risiko von Heiserkeit und Pilzbefall im Mund-Rachen-Raum, den häufigsten Begleiterscheinungen inhalativer Kortikoide.
Ob die Anwendung technisch richtig erfolgt, lohnt sich zu überprüfen: Ein erheblicher Teil der Wirkung geht verloren, wenn Atemzug und Auslösung nicht zusammenpassen. Einzelheiten zu Anwendung, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen in der Packungsbeilage.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Salmeterol/Fluticason
Salmeterol aktiviert die Beta-2-Rezeptoren langanhaltend:
Wirkmechanismus:
- Bindet an Beta-2-Adrenozeptoren in der Bronchialmuskulatur
- Hohe Lipophilie: verankert sich seitlich in der Zellmembran
- Wiederholte Interaktion mit dem aktiven Zentrum des Rezeptors
- Dadurch langanhaltende Bronchodilatation (12 Stunden)
Zeitverlauf:
- Wirkungseintritt: 10-20 Minuten
- Maximale Wirkung: 2-4 Stunden
- Wirkdauer: 12 Stunden
Wichtiger Unterschied zu Salbutamol: Salmeterol ist ein Partialagonist mit langsamem Wirkungseintritt – daher nicht geeignet für Akutsituationen!
Für wen ist es geeignet?
Serevent ist geeignet für:
- Asthma-Dauertherapie (immer zusammen mit ICS!)
- COPD-Langzeitbehandlung
- Prophylaxe von nächtlichem Asthma
- Prophylaxe von Belastungsasthma (langfristig)
Sicherheitshinweis: Serevent darf bei Asthma NIEMALS allein angewendet werden! Immer in Kombination mit einem inhalativen Kortikoid.
Nicht geeignet:
- Als Notfallmedikament (zu langsamer Wirkungseintritt)
- Als alleinige Asthma-Therapie
- Für MART-Konzept (anders als Formoterol)
Verfügbare Dosierungen
Serevent Diskus:
- 50 µg pro Einzeldosis
- 1 Inhalation 2x täglich
Serevent Dosieraerosol:
- 25 µg pro Hub
- 2 Hübe 2x täglich
Dosierung:
- Nicht mehr als 100 µg (2 Inhalationen Diskus) pro Tag
- Immer zur gleichen Tageszeit (morgens und abends)
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Pulver zur Inhalation
- Stärken
- 50/250 µg, 50/500 µg
- Packungsgrößen
- 60 Dosen Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 50/250 µg | 60 Dosen Stück | 06815849 | 30 Tage |
| 50/500 µg | 60 Dosen Stück | 16785664 | 30 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Diskus: 1. Diskus in einer Hand halten, Daumenstütze verwenden 2. Aufklappen bis er klickt 3. Hebel zurückschieben (Dosis wird geladen) 4. Tief ausatmen (nicht in den Diskus) 5. Mundstück fest umschließen 6. Gleichmäßig und tief einatmen 7. Atem 10 Sekunden anhalten 8. Diskus schließen
Wichtige Hinweise:
- Regelmäßig anwenden, auch ohne Beschwerden
- Immer zusätzlich Notfall-Inhalator (z.B. Salbutamol) bereithalten
- Nicht als Bedarfsmedikament verwenden
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Salmeterol oder Laktose
- Als alleinige Therapie bei Asthma
Vorsicht bei:
- Schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Hyperthyreose
- QT-Verlängerung
- Hypokaliämie
- Diabetes mellitus
Schwangerschaft: Nur bei klarer Indikation. Unkontrolliertes Asthma ist gefährlicher.
Stillzeit: Anwendung nach Nutzen-Risiko-Abwägung möglich.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Tremor
- Kopfschmerzen
- Herzklopfen
- Muskelkrämpfe
Gelegentlich:
- Nervosität
- Schwindel
- Hautausschlag
- Gelenkschmerzen
Selten:
- Herzrhythmusstörungen
- Paradoxer Bronchospasmus
- Angioödem
- Hypokaliämie
Hinweis: Bei regelmäßiger Anwendung nehmen Tremor und Herzklopfen oft nach einigen Tagen ab.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen:
- Betablocker – können Salmeterol-Wirkung aufheben
- QT-verlängernde Medikamente
- MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva
- CYP3A4-Hemmer (Ketoconazol) – erhöhte Salmeterol-Spiegel
Nicht empfohlen:
- Gleichzeitig andere LABA (Dopplung)
- Nicht-selektive Betablocker bei Asthma
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





