Was ist Enalapril/Lercanidipin-ratiopharm?
Enalapril/Lercanidipin-ratiopharm ist ein Kombinationspräparat gegen Bluthochdruck mit zwei Wirkstoffen in einer Filmtablette: dem ACE-Hemmer Enalapril (10 oder 20 mg) und dem Kalziumkanalblocker Lercanidipin (10 mg).
Angewendet wird es bei Erwachsenen mit essenzieller Hypertonie, deren Blutdruck mit Enalapril allein nicht ausreichend gesenkt wird. Als Ersttherapie ist es nicht vorgesehen. Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich: Der ACE-Hemmer weitet die Gefäße über das Hormonsystem, der Kalziumkanalblocker entspannt die Gefäßmuskulatur direkt.
Eingenommen wird einmal täglich eine Tablette, vorzugsweise morgens mindestens 15 Minuten vor dem Frühstück, ohne Grapefruitsaft.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Enalapril
Das Präparat senkt den Blutdruck über zwei Wege.
Enalapril ist ein ACE-Hemmer. Es hemmt das Enzym, das den gefäßverengenden Stoff Angiotensin II bildet. Dadurch entspannen sich die Gefäße, und das Herz muss gegen einen geringeren Widerstand pumpen.
Lercanidipin ist ein Kalziumkanalblocker. Es entspannt die Muskulatur in den Gefäßwänden, wodurch sich die Gefäße weiten.
Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich: Der ACE-Hemmer mildert die Wasseransammlungen in den Beinen, die unter einem Kalziumkanalblocker auftreten können. Die Kombination kommt infrage, wenn ein Wirkstoff allein nicht ausreicht.
Für wen ist es geeignet?
Enalapril/Lercanidipin-ratiopharm ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie), deren Blutdruck mit Enalapril allein (10 mg bzw. 20 mg) nicht ausreichend gesenkt wird
- Menschen, die beide Wirkstoffe bereits getrennt einnehmen und auf eine Tablette umgestellt werden sollen
Nicht geeignet als Ersttherapie bei Bluthochdruck, in Schwangerschaft und Stillzeit, nach einem früheren Angioödem unter einem ACE-Hemmer, bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung und bei Dialyse, bei unbehandelter Herzschwäche, bei instabiler Angina pectoris und innerhalb eines Monats nach einem Herzinfarkt sowie für Kinder und Jugendliche. Vollständige Liste unter Gegenanzeigen.
Ob Enalapril/Lercanidipin-ratiopharm im Einzelfall passt, entscheidet die ärztliche Prüfung.
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärken:
- 10 mg/10 mg und 20 mg/10 mg (Enalapril/Lercanidipin) je Filmtablette
Packungsgrößen:
- 28 und 100 Filmtabletten (weitere Größen zugelassen)
Dosierung:
- Einmal täglich eine Filmtablette, vorzugsweise morgens, mindestens 15 Minuten vor dem Frühstück, mit einem Glas Wasser
- Nicht zusammen mit Grapefruitsaft einnehmen
- Bei älteren Menschen richtet sich die Dosis nach der Nierenfunktion; bei leichter bis mittelschwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung wird besonders vorsichtig begonnen
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 20/10 mg
- Packungsgrößen
- 28 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 20/10 mg | 28 Stück | 12343389 | 28 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
- Einmal täglich eine Tablette, morgens — mindestens 15 Minuten VOR dem Frühstück. Der Abstand ist wichtig: Eine fettreiche Mahlzeit erhöht den Blutspiegel von Lercanidipin deutlich.
- Unzerkaut mit einem Glas Wasser schlucken.
- Keine Grapefruit und keinen Grapefruitsaft.
- Die Behandlung ist eine Dauerbehandlung; nicht eigenmächtig absetzen.
Zu Beginn kann der Blutdruck stärker abfallen, besonders bei gleichzeitiger Behandlung mit entwässernden Mitteln. Langsam aufstehen.
Trockener Reizhusten ist eine typische Begleiterscheinung von ACE-Hemmern. Er ist harmlos, aber oft hartnäckig — bitte ärztlich ansprechen statt selbst abzusetzen.
Vergessene Einnahme: Fällt es am selben Vormittag auf, kann die Tablette nachgeholt werden. Sonst am nächsten Tag weitermachen — nicht die doppelte Menge.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Enalapril, andere ACE-Hemmer, Lercanidipin, andere Kalziumkanalblocker oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Früherem Angioödem (Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen) nach einem ACE-Hemmer oder aus unbekannter Ursache.
- Schwangerschaft und Stillzeit. ACE-Hemmer können das ungeborene Kind schwer schädigen.
- Schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung.
- Unbehandelter Herzschwäche, Verengung der Aorten- oder Mitralklappe, bestimmten Formen der Herzmuskelverdickung.
- Instabiler Angina pectoris und innerhalb eines Monats nach einem Herzinfarkt.
- Gleichzeitiger Anwendung von Aliskiren bei Zuckerkrankheit oder eingeschränkter Nierenfunktion.
- Gleichzeitiger Behandlung mit Sacubitril/Valsartan.
- Gleichzeitiger Einnahme starker Hemmstoffe des Leberenzyms CYP3A4 (siehe Wechselwirkungen) sowie von Ciclosporin.
Ärztlich abzuklären: eingeschränkte Nierenfunktion, Nierenarterienverengung, erhöhter Kaliumspiegel, Flüssigkeits- oder Salzmangel, Zuckerkrankheit sowie eine bevorstehende Operation mit Narkose.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1 bis 10 von 100)
- Trockener Reizhusten
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Wasseransammlungen in den Knöcheln
- Gesichtsrötung, Hitzegefühl
- Herzklopfen
- Müdigkeit, Schwäche
Gelegentlich
- Niedriger Blutdruck, Schwindel beim Aufstehen
- Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall
- Hautausschlag, Juckreiz
- Anstieg der Nierenwerte, erhöhter Kaliumspiegel
- Geschmacksstörungen
Selten bis sehr selten
- Angioödem: Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen. Kann die Atemwege verlegen.
- Blutbildveränderungen
- Leberwerterhöhung, Gelbsucht
- Verschlechterung der Nierenfunktion
Sofort ärztlich abklären lassen bei: Schwellung im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Rachen, Atemnot oder Schluckbeschwerden — das Präparat muss dann abgesetzt werden. Ebenso bei Gelbfärbung von Haut oder Augen, Fieber mit Halsschmerzen oder deutlich verminderter Urinmenge.
Kontrollen: Nierenwerte, Kalium und Blutbild gehören regelmäßig kontrolliert.
Wechselwirkungen
- Kaliumsparende entwässernde Mittel, Kaliumersatz, kaliumhaltige Salzersatzprodukte, Heparin: Der Kaliumspiegel kann gefährlich steigen.
- Andere Mittel, die auf dasselbe System wirken (Sartane, Aliskiren): Die Kombination wird nicht empfohlen.
- Sacubitril/Valsartan: darf nicht gleichzeitig angewendet werden; zwischen den Behandlungen ist ein Abstand von 36 Stunden nötig.
- Entzündungshemmende Schmerzmittel: schwächen die Wirkung ab und können die Nierenfunktion verschlechtern.
- Lithium: Blutspiegel kann steigen.
- Zuckersenkende Mittel und Insulin: Der Blutzucker kann stärker fallen.
- Grapefruit sowie starke Hemmstoffe des Leberenzyms CYP3A4 (Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Erythromycin, Ritonavir): erhöhen den Lercanidipin-Spiegel deutlich — nicht gleichzeitig anwenden.
- Rifampicin, Johanniskraut, bestimmte Mittel gegen Epilepsie: schwächen die Wirkung von Lercanidipin ab.
- Ciclosporin: nicht gleichzeitig.
- Digoxin, Simvastatin, Midazolam: Blutspiegel können sich ändern.
- Alkohol verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung.
Bitte alle eingenommenen Arzneimittel angeben, auch nicht verschreibungspflichtige.
Häufige Fragen
Quellen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





