Was ist Dafiro®?
Dafiro® ist ein Kombinationspräparat gegen Bluthochdruck mit zwei Wirkstoffen: dem Kalziumkanalblocker Amlodipin und dem Sartan Valsartan.
Amlodipin ist ein Kalziumkanalblocker (Kalziumantagonist) vom Dihydropyridin-Typ und einer der weltweit am häufigsten verordneten Blutdrucksenker. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck und chronischer stabiler Angina pectoris eingesetzt.
Amlodipin zeichnet sich durch eine besonders lange Halbwertszeit (35-50 Stunden) aus, die eine zuverlässige 24-Stunden-Wirkung bei einmal täglicher Einnahme gewährleistet. Der Wirkstoff ist als Monopräparat und in zahlreichen Kombinationen erhältlich: mit Valsartan (Exforge®, Dafiro®), mit Olmesartan (Sevikar), mit Ramipril (Ramipril HEXAL® plus Amlodipin) und in Dreifachkombinationen mit Sartanen und HCT (z. B. Vocado® HCT).
Amlodipin ist als Generikum von zahlreichen Herstellern verfügbar und gehört zu den Säulen der modernen Bluthochdrucktherapie.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Amlodipin/Valsartan
Das Präparat senkt den Blutdruck über zwei verschiedene Wege.
Amlodipin ist ein Kalziumkanalblocker. Es entspannt die Muskulatur in den Wänden der Blutgefäße, wodurch sich die Gefäße weiten und das Blut mit geringerem Widerstand fließt.
Valsartan blockiert die Andockstellen für Angiotensin II — einen körpereigenen Stoff, der die Gefäße verengt und den Blutdruck steigen lässt. Wird seine Wirkung gehemmt, bleiben die Gefäße weit.
Beide Wirkstoffe greifen an unterschiedlichen Punkten an und verstärken sich gegenseitig. Die feste Kombination kommt infrage, wenn ein Wirkstoff allein den Blutdruck nicht ausreichend senkt. Ein Nebeneffekt: Valsartan mildert die Wasseransammlungen in den Beinen, die unter Amlodipin auftreten können.
Für wen ist es geeignet?
Dafiro® ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie), deren Blutdruck mit Amlodipin oder Valsartan allein nicht ausreichend gesenkt wird
- Menschen, die beide Wirkstoffe bereits als getrennte Tabletten einnehmen und auf eine Tablette umgestellt werden sollen
Nicht geeignet in der Schwangerschaft ab dem vierten Monat und in der Stillzeit, bei schweren Leberfunktionsstörungen oder Gallenstauung, bei stark erniedrigtem Blutdruck oder Schock, bei hochgradiger Aortenklappenverengung sowie für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Vollständige Liste unter Gegenanzeigen.
Vor der Umstellung auf Dafiro® wird die Dosis üblicherweise mit den Einzelwirkstoffen eingestellt. Ob Dafiro® im Einzelfall passt, entscheidet die ärztliche Prüfung.
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärken:
- 5 mg/80 mg, 5 mg/160 mg und 10 mg/160 mg (Amlodipin/Valsartan) je Filmtablette
Packungsgrößen:
- 28, 56 und 98 Filmtabletten (weitere Größen zugelassen)
Dosierung:
- Einmal täglich eine Tablette, mit etwas Wasser, mit oder ohne Nahrung
- Die Stärke richtet sich danach, mit welcher Dosis der Einzelwirkstoffe der Blutdruck bisher nicht ausreichend gesenkt wurde
- Bei leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung höchstens 80 mg Valsartan täglich; bei älteren Menschen und bei Leberfunktionsstörungen wird mit der niedrigsten Amlodipin-Dosis begonnen
- Bei mittelschwerer Nierenfunktionsstörung gehören Kalium- und Kreatininwerte kontrolliert
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 5/160 mg
- Packungsgrößen
- 28 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 5/160 mg | 28 Stück | 11519685 | 28 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
- Einmal täglich eine Tablette, unabhängig von den Mahlzeiten, zu einer festen Tageszeit.
- Unzerkaut mit einem Glas Wasser schlucken.
- Keine Grapefruit und keinen Grapefruitsaft — beides kann den Blutspiegel von Amlodipin erhöhen.
- Die Behandlung ist eine Dauerbehandlung. Ein normaler Blutdruckwert bedeutet, dass das Präparat wirkt — nicht, dass es abgesetzt werden kann.
- Nicht eigenmächtig absetzen; der Blutdruck kann sonst wieder ansteigen.
Zu Beginn und nach einer Dosiserhöhung kann der Blutdruck stärker abfallen. Beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen langsam bewegen.
Vergessene Einnahme: Fällt es am selben Tag auf, kann die Tablette nachgeholt werden. Sonst am nächsten Tag normal weitermachen — nicht die doppelte Menge.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Amlodipin, Valsartan, andere Kalziumkanalblocker oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Schwangerschaft ab dem vierten Monat. Bei Kinderwunsch oder festgestellter Schwangerschaft ist ärztlich auf ein anderes Mittel umzustellen.
- Stillzeit.
- Schweren Leberfunktionsstörungen, Gallenstauung, Gallengangsverschluss.
- Schwerem niedrigem Blutdruck, Schock, Herzschwäche nach einem akuten Herzinfarkt.
- Verengung der Aortenklappe höheren Grades.
- Gleichzeitiger Anwendung von Aliskiren bei Zuckerkrankheit oder eingeschränkter Nierenfunktion.
Ärztlich abzuklären: eingeschränkte Nierenfunktion, Nierenarterienverengung, Zustand nach Nierentransplantation, erhöhter Kaliumspiegel, Lebererkrankungen, Herzschwäche, starker Flüssigkeits- oder Salzmangel sowie eine Behandlung mit entwässernden Mitteln.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1 bis 10 von 100)
- Wasseransammlungen in Knöcheln und Unterschenkeln
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Hitzegefühl, Gesichtsrötung
- Müdigkeit
- Verstopfung, Übelkeit, Bauchschmerzen
Gelegentlich
- Niedriger Blutdruck, Schwindel beim Aufstehen
- Herzklopfen
- Husten
- Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen
- Erhöhter Kaliumspiegel, Anstieg der Nierenwerte
Selten bis sehr selten
- Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen (Angioödem)
- Hautausschlag, Nesselsucht, erhöhte Lichtempfindlichkeit
- Leberwerterhöhung, Gelbsucht
- Blutbildveränderungen
- Zahnfleischwucherung
Sofort ärztlich abklären lassen bei: Schwellung im Gesicht oder Rachen, Atemnot, Schluckbeschwerden, starkem Schwindel mit drohender Ohnmacht, deutlich verminderter Urinmenge.
Kontrollen: Nierenwerte und Kalium gehören regelmäßig kontrolliert, besonders zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosisänderung.
Wechselwirkungen
- Kaliumsparende entwässernde Mittel, Kaliumersatzmittel, kaliumhaltige Salzersatzprodukte, Heparin: Der Kaliumspiegel kann gefährlich steigen. Nur unter Kontrolle anwenden.
- Andere Mittel gegen Bluthochdruck, besonders ACE-Hemmer und Aliskiren: Die Kombination mehrerer Wirkstoffe aus diesem System wird nicht empfohlen.
- Entzündungshemmende Schmerzmittel einschließlich Acetylsalicylsäure in höherer Dosierung: können die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen und die Nierenfunktion verschlechtern.
- Lithium: Der Blutspiegel kann steigen; Kontrolle nötig.
- Grapefruit, sowie bestimmte Mittel gegen Pilzinfektionen, bestimmte Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin) und HIV-Mittel: erhöhen den Amlodipin-Spiegel.
- Rifampicin, Johanniskraut, bestimmte Mittel gegen Epilepsie: können die Wirkung von Amlodipin abschwächen.
- Simvastatin: Die Dosis ist zu begrenzen.
- Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken.
Bitte alle eingenommenen Arzneimittel angeben, auch nicht verschreibungspflichtige und Nahrungsergänzungsmittel.
Häufige Fragen
Quellen
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Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





