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Myome der Gebärmutter: Symptome, Diagnose und Therapie
Frauengesundheit18. Juni 20267 min Lesezeit

Myome der Gebärmutter: Symptome, Diagnose und Therapie

Myome gehören zu den häufigsten gutartigen Veränderungen bei Frauen. Viele bleiben unbemerkt — andere verursachen Blutungen, Schmerzen oder unerfüllten Kinderwunsch.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 18. Juni 2026

Was Myome sind und wie häufig sie vorkommen

Myome sind gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur. Sie zählen zu den häufigsten Veränderungen des weiblichen Beckens: Bis zum Ende der fruchtbaren Jahre entwickeln sehr viele Frauen mindestens ein Myom, oft ohne je davon zu erfahren. Myome sind hormonabhängig — sie wachsen unter dem Einfluss von Östrogen und Progesteron, weshalb sie nach den Wechseljahren meist schrumpfen.

Größe und Lage sind sehr unterschiedlich: von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern, in der Muskelwand, unter der Schleimhaut Richtung Gebärmutterhöhle oder außen unter dem Bauchfell. Genau diese Lage bestimmt, ob ein Myom Beschwerden verursacht — nicht allein die Größe. Bösartig entarten Myome außerordentlich selten.

Ein praktischer Anhaltspunkt für „zu starke“ Blutungen: Wenn Tampons oder Binden stündlich gewechselt werden müssen, die Blutung länger als sieben Tage anhält, nachts gewechselt werden muss oder regelmäßig Kleidung in Mitleidenschaft gezogen wird, ist das nicht mehr normal — unabhängig davon, was in der Familie als „üblich“ galt. Viele Frauen haben ihre Blutungsstärke nie mit jemandem verglichen und halten behandlungsbedürftige Zustände für ihr persönliches Los.

Welche Beschwerden Myome verursachen können

Das häufigste Symptom sind verstärkte und verlängerte Regelblutungen, oft mit Blutgerinnseln und in der Folge Eisenmangel und Erschöpfung. Daneben können Myome Druckgefühl im Unterbauch, Schmerzen bei der Regel oder beim Geschlechtsverkehr, häufigen Harndrang durch Druck auf die Blase oder Verstopfung durch Druck auf den Darm verursachen.

Je nach Lage können Myome auch eine Rolle bei unerfülltem Kinderwunsch oder wiederholten Fehlgeburten spielen — insbesondere, wenn sie in die Gebärmutterhöhle hineinragen. Umgekehrt gilt: Ein zufällig entdecktes, beschwerdefreies Myom ist in aller Regel kein Grund zur Sorge und zunächst auch kein Grund zur Behandlung.

Nicht selten werden Myome in der Schwangerschaft zum Thema, weil sie unter dem Hormoneinfluss wachsen können: Die allermeisten Schwangerschaften mit Myomen verlaufen unkompliziert, gelegentlich verursachen degenerierende Myome vorübergehende Schmerzen, und je nach Lage kann die Geburtsplanung angepasst werden. Wichtig ist, dass die Myome bekannt und dokumentiert sind — ein Grund mehr, Beschwerden vor einer geplanten Schwangerschaft abklären zu lassen.

Diagnose: meist genügt der Ultraschall

Die meisten Myome werden bei der gynäkologischen Tastuntersuchung oder im vaginalen Ultraschall entdeckt — dieser ist das wichtigste Diagnoseinstrument und beantwortet Lage, Größe und Anzahl meist zuverlässig. Bei unklaren Befunden, sehr großen Myomen oder vor geplanten Eingriffen liefert eine Magnetresonanztomographie zusätzliche Detailinformationen.

Zur Abklärung gehört auch die Frage, ob die Beschwerden wirklich vom Myom stammen: Starke Blutungen können ebenso hormonelle Ursachen haben, Polypen oder — selten — bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut. Ein Blutbild deckt einen Eisenmangel auf, der bei starken Blutungen häufig ist und eigenständig behandelt werden sollte.

Zur Vorbereitung auf das Gespräch über Behandlungsoptionen lohnt es sich, die eigenen Prioritäten zu sortieren: Steht die Blutungskontrolle im Vordergrund oder das Druckgefühl? Ist die Familienplanung abgeschlossen, aktuell oder offen? Wie wichtig ist der Organerhalt persönlich, unabhängig vom Kinderwunsch? Mit klaren Antworten auf diese Fragen wird aus der Fülle der Optionen schnell eine kurze, passende Liste.

Ein Wort zu Eisenmangel, dem stillen Begleiter starker Blutungen: Müdigkeit, Blässe, Haarausfall und Konzentrationsprobleme werden oft dem Alltag zugeschrieben, während der Ferritinwert längst im Keller ist. Wer regelmäßig stark blutet, sollte Blutbild und Eisenspeicher kontrollieren lassen und einen nachgewiesenen Mangel konsequent auffüllen — das verbessert das Befinden häufig spürbar, noch bevor die Myomtherapie greift. Umgekehrt gilt: Ein wiederkehrender Eisenmangel ohne erkennbare Ursache ist bei Frauen im gebärfähigen Alter immer auch ein Anlass, nach der Blutungsstärke zu fragen.

Behandlung: von Abwarten bis Operation

Beschwerdefreie Myome werden in der Regel nur beobachtet. Bei Beschwerden richtet sich die Therapie nach Alter, Familienplanung, Lage und Größe. Medikamentös lassen sich vor allem die Blutungen beeinflussen — etwa durch eine Hormonspirale, kombinierte hormonelle Verhütungsmittel oder blutungsreduzierende Wirkstoffe während der Regel. Diese Mittel verkleinern das Myom nicht, machen die Beschwerden aber oft gut erträglich.

Reicht das nicht, stehen mehrere Verfahren zur Verfügung: die organerhaltende Myomentfernung (auch minimalinvasiv oder per Gebärmutterspiegelung), die Myomembolisation, bei der die versorgenden Gefäße verschlossen werden, sowie der fokussierte Ultraschall. Bei abgeschlossener Familienplanung und ausgeprägten Beschwerden kann die Entfernung der Gebärmutter die dauerhafteste Lösung sein. Welche Option passt, ist eine individuelle Abwägung, die Sie gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt treffen sollten.

Bei der Entscheidung hilft auch der Faktor Zeit: Da Myome nach den Wechseljahren schrumpfen, kann bei Frauen kurz davor ein Überbrücken mit blutungskontrollierenden Maßnahmen genügen, während sich für jüngere Frauen mit ausgeprägten Beschwerden eine definitive Lösung eher lohnt. Holen Sie bei größeren Eingriffen ruhig eine Zweitmeinung ein — die Behandlungskultur unterscheidet sich zwischen Kliniken, und gesetzlich Versicherte haben bei bestimmten Eingriffen sogar einen formalen Anspruch darauf.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Lassen Sie ungewöhnlich starke oder unregelmäßige Blutungen, zunehmende Unterleibsschmerzen oder Blutungen nach den Wechseljahren immer gynäkologisch abklären. Suchen Sie bei sehr starker akuter Blutung mit Kreislaufbeschwerden, Fieber oder heftigen akuten Bauchschmerzen umgehend ärztliche Hilfe auf.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).