Was ist Sumatriptan?
Sumatriptan war das erste Triptan, das auf den Markt kam. Es wurde speziell zur Behandlung akuter Migräneattacken entwickelt und wirkt gezielt auf die Mechanismen, die den Migräneschmerz verursachen.
Sumatriptan verengt die erweiterten Blutgefäße im Kopf, etwa in der Hirnhaut, und hemmt die Freisetzung von Entzündungsstoffen. Dadurch werden nicht nur die Kopfschmerzen, sondern auch Begleitsymptome wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit gelindert.
Bekannte Markennamen sind Imigran® und zahlreiche Generika.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Sumatriptan
Sumatriptan wirkt als selektiver Serotonin-Rezeptor-Agonist:
Wirkmechanismus: 1. Sumatriptan aktiviert 5-HT1B/1D-Rezeptoren an den Blutgefäßen des Kopfes 2. Dies führt zur Verengung erweiterter kranialer Blutgefäße 3. Die Freisetzung von Entzündungsmediatoren (CGRP, Substanz P) wird gehemmt 4. Die Weiterleitung von Schmerzsignalen wird blockiert
Wirkung auf Migränesymptome:
- Kopfschmerzen: Linderung durch Gefäßverengung
- Übelkeit: Besserung durch zentrale Wirkung
- Licht-/Lärmempfindlichkeit: Abnahme
- Aura: Wird nicht beeinflusst
Zeitverlauf:
- Tablette: Wirkungseintritt nach 30-60 Minuten
- Nasenspray: Wirkungseintritt nach 15-30 Minuten
- Injektion: Wirkungseintritt nach 10-15 Minuten
Für wen ist es geeignet?
Sumatriptan ist geeignet für:
- Akute Migräneattacken (mit oder ohne Aura)
- Cluster-Kopfschmerz (Injektion)
- Erwachsene von 18 bis 65 Jahren (bei Patienten über 65 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen)
Wichtige Hinweise:
- Erst nach Abklingen einer eventuellen Aura einnehmen
- Nicht zur Migräneprophylaxe geeignet
- Nicht bei hemiplegischer oder Basilaris-Migräne
Nicht geeignet bei:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Unkontrolliertem Bluthochdruck
- Früherer TIA oder Schlaganfall
- Einnahme von Ergotaminen oder MAO-Hemmern
Verfügbare Dosierungen
Tabletten:
- 50 mg (Standarddosis)
- 100 mg (bei unzureichender Wirkung)
Nasenspray:
- 10 mg, 20 mg
Subkutane Injektion:
- 6 mg (bei schweren Attacken)
Zäpfchen:
- 25 mg
Empfohlene Dosierung:
- Erwachsene: 50 mg, nur bei Wiederkehr abgeklungener Beschwerden frühestens nach 2 Stunden eine weitere Dosis
- Maximum bei Tabletten: 300 mg in 24 Stunden
- Maximum bei Nasenspray: 2 Dosen in 24 Stunden
- Maximum bei Injektion: 2-mal 6 mg (12 mg) in 24 Stunden
- Maximum 2 Attacken pro Woche mit Triptan behandeln
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 6 bis 12 Stück.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 50 mg, 100 mg
- Packungsgrößen
- 6 Stück, 12 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 50 mg | 6 Stück | 07275042 | 0 Tage |
| 50 mg | 12 Stück | 04212650 | 0 Tage |
| 100 mg | 6 Stück | 06313711 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Tabletten:
- Bei ersten Anzeichen der Kopfschmerzphase einnehmen
- Mit Wasser schlucken
- Nicht während der Aura-Phase
- Nur bei Wiederkehr abgeklungener Beschwerden wiederholen, frühestens nach 2 Stunden
Nasenspray:
- In ein Nasenloch sprühen
- Nicht gleichzeitig einatmen
- Kopf aufrecht halten
- Bei Erbrechen vorteilhaft
Zeitpunkt:
- Frühe Einnahme ist effektiver
- Nicht bei Aura, sondern bei Kopfschmerzbeginn
- Bei Wiederkehr der Kopfschmerzen: Zweite Dosis frühestens nach 2 Stunden
Wenn erste Dosis nicht wirkt: Keine zweite Dosis für dieselbe Attacke! Andere Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) können versucht werden.
Gegenanzeigen
Sumatriptan darf nicht eingenommen werden bei:
- Koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris, Herzinfarkt)
- Zustand nach Schlaganfall oder TIA
- Peripherer arterieller Verschlusskrankheit
- Unkontrolliertem Bluthochdruck
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Hemiplegischer oder Basilaris-Migräne
- Gleichzeitiger Einnahme von Ergotamin-Derivaten
- MAO-Hemmer-Therapie oder weniger als 2 Wochen danach
Vorsicht bei:
- Kontrolliertem Bluthochdruck
- Kardiovaskulären Risikofaktoren
- Leber- oder Niereninsuffizienz
- Sulfonamid-Allergie
Schwangerschaft: Nur bei strenger Indikation. Erfahrungen liegen vor, aber Vorsicht geboten.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Kribbeln, Wärmegefühl, Flush
- Schwächegefühl
- Schwindel
- Übelkeit (auch migränebedingt)
- Müdigkeit
Triptanspezifische Empfindungen (häufig):
- Engegefühl in Brust oder Hals
- Druckgefühl
- Schwere in Armen oder Beinen
- Diese Symptome sind meist harmlos!
Gelegentlich:
- Blutdruckanstieg
- Sehstörungen
- Atemnot
Selten:
- Herzrhythmusstörungen
- Koronarspasmen
- Allergische Reaktionen
- Serotoninsyndrom (bei Kombination)
Wichtig: Brustenge und Druckgefühl sind typische Triptan-Nebenwirkungen und meist nicht kardial bedingt. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden aber Arzt aufsuchen.
Wechselwirkungen
Nicht kombinieren mit:
- Ergotamin-Präparaten (24 Stunden Abstand!)
- Anderen Triptanen am gleichen Tag
- MAO-Hemmern (auch 2 Wochen nach Absetzen)
- Serotoninergen Medikamenten (Serotoninsyndrom-Risiko)
Vorsicht bei:
- SSRI/SNRI-Antidepressiva (Serotoninsyndrom möglich)
- Lithium
- Johanniskraut
- Tryptophan
Kein relevanter Einfluss:
- Übliche Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol)
- Antiemetika (Metoclopramid)
- Hormonelle Verhütung
Häufige Fragen
Bei Beginn der Kopfschmerzphase, nicht während der Aura. Je früher in der Schmerzphase, desto besser die Wirkung. Nicht vorbeugend einnehmen!
Keine zweite Dosis für dieselbe Attacke nehmen – sie wird wahrscheinlich auch nicht wirken. Stattdessen können Sie ein anderes Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) versuchen. Bei der nächsten Attacke kann Sumatriptan wieder wirken.
Ein Engegefühl in Brust und Hals ist eine häufige, meist harmlose Nebenwirkung von Triptanen. Sie ist selten Zeichen eines Herzproblems. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen.
Maximal an 10 Tagen pro Monat, um Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz zu vermeiden. Bei häufigeren Migräneattacken sollte über eine prophylaktische Behandlung nachgedacht werden.
Ja, die Kombination mit Ibuprofen oder Paracetamol kann die Wirksamkeit verbessern. Auch Metoclopramid gegen Übelkeit ist möglich. Nicht mit Ergotamin oder anderen Triptanen kombinieren!
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.




