Hitze & Kreislauf: Sonnenstich und Hitzschlag erkennen
Allgemein1 juin 20267 min Temps de lecture

Hitze & Kreislauf: Sonnenstich und Hitzschlag erkennen

Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf. Erfahren Sie, wie Sie Hitzeerschöpfung, Sonnenstich und den gefährlichen Hitzschlag erkennen, vorbeugen und richtig handeln.

Équipe médicale deinrezept.de
Mis à jour le 1 juin 2026

Wenn Hitze den Kreislauf belastet

Steigen die Temperaturen, gerät der Körper unter Druck: Er muss seine Kerntemperatur konstant um etwa 37 °C halten und gibt überschüssige Wärme vor allem über das Schwitzen und eine vermehrte Durchblutung der Haut ab. Dabei verliert er Flüssigkeit und Salze, und das Blut „versackt" verstärkt in den erweiterten Hautgefäßen. Das kann den Kreislauf belasten und zu hitzebedingten Beschwerden führen.

Hitzebedingte Erkrankungen sind nicht alle gleich. Es ist wichtig, drei Zustände zu unterscheiden, weil sie unterschiedlich gefährlich sind und unterschiedlich behandelt werden müssen:

  • die Hitzeerschöpfung – ein ernstes Warnsignal, aber meist gut behandelbar,
  • der Sonnenstich – eine Reizung der Hirnhäute durch direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken,
  • der Hitzschlag – ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall.

Übergänge zwischen diesen Bildern sind möglich: Eine unbehandelte Hitzeerschöpfung kann in einen Hitzschlag übergehen. Deshalb gilt es, erste Warnzeichen ernst zu nehmen und frühzeitig gegenzusteuern. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie sich die drei Zustände unterscheiden und wie Sie richtig reagieren.

Hitzeerschöpfung, Sonnenstich und Hitzschlag unterscheiden

Die folgende Übersicht hilft, die drei Zustände auseinanderzuhalten. Im Zweifel gilt immer: Lieber einmal zu viel Hilfe holen.

Hitzeerschöpfung

Sie entsteht durch starken Flüssigkeits- und Salzverlust. Die Körpertemperatur ist meist nur leicht erhöht, das Bewusstsein erhalten.

  • starkes Schwitzen, blasse, feuchte und eher kühle Haut
  • Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit
  • schneller, schwacher Puls, niedriger Blutdruck, eventuell Kollapsneigung

Sonnenstich

Er entsteht durch direkte, anhaltende Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken, die die Hirnhäute reizt. Die übrige Körpertemperatur kann normal sein.

  • hochroter, heißer Kopf bei oft normal temperiertem Körper
  • Kopfschmerzen, Nackensteife (Meningismus), Schwindel, Übelkeit
  • Unruhe; die Beschwerden treten teils zeitverzögert, etwa abends, auf

Hitzschlag (Notfall)

Beim Hitzschlag versagt die Wärmeregulation, die Körperkerntemperatur steigt gefährlich an (häufig über 40 °C). Das ist ein medizinischer Notfall.

  • heiße, oft trockene Haut; das Schwitzen kann ausbleiben
  • Bewusstseinsstörung: Verwirrtheit, Desorientierung, Krämpfe bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • hohe Körpertemperatur, schneller Puls

Eine Bewusstseinsstörung in Verbindung mit Hitze ist immer ein Alarmzeichen und spricht für einen Hitzschlag – hier zählt jede Minute.

Risikogruppen: Wer besonders gefährdet ist

Hitze trifft nicht alle Menschen gleich stark. Einige Gruppen können Wärme schlechter ausgleichen und sind daher besonders gefährdet. Achten Sie an heißen Tagen besonders auf:

  • Säuglinge und kleine Kinder: Ihre Wärmeregulation ist noch nicht ausgereift, sie überhitzen schnell. Ein im Sommer in der Sonne oder im Auto zurückgelassenes Kind ist akut lebensgefährlich gefährdet.
  • Ältere Menschen: Das Durstgefühl lässt im Alter nach, und der Körper kann Wärme schlechter abgeben; sie trinken daher oft zu wenig.
  • Chronisch kranke Menschen: etwa mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Nieren- oder neurologischen Erkrankungen.
  • Menschen, die körperlich schwer arbeiten oder Sport treiben – vor allem in praller Sonne und bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Auch bestimmte Medikamente können die Hitzeanpassung beeinträchtigen. Dazu zählen unter anderem entwässernde Mittel (Diuretika), die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, Betablocker, die die Kreislaufreaktion verändern, sowie anticholinerg wirkende Medikamente, die das Schwitzen vermindern können. Setzen Sie solche Medikamente jedoch keinesfalls eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie das Vorgehen an heißen Tagen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine telemedizinische Konsultation, etwa über deinrezept.de, kann eine erste Einordnung erleichtern, ersetzt bei akuten Beschwerden aber nicht die Versorgung vor Ort.

Erste Hilfe und Vorbeugung

Bei hitzebedingten Beschwerden gilt zunächst immer: raus aus der Hitze, an einen schattigen, kühlen Ort bringen und die Person beruhigen.

Erste Hilfe

  • Hitzeerschöpfung und Sonnenstich: in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen, flach hinlegen, bei Schwindel die Beine hochlagern; den Kopf bei Sonnenstich kühlen; enge Kleidung öffnen. Wenn die Person wach und schluckfähig ist, in kleinen Schlucken trinken lassen (Wasser oder leicht gesalzene Getränke).
  • Aktiv kühlen: feuchte, kühle Tücher auf Stirn, Nacken, Achseln und Leisten legen, für Luftzug sorgen.
  • Bei Verdacht auf einen Hitzschlag – heiße Haut, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung – sofort den Notruf 112 wählen, die Person konsequent kühlen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreuen. Einer bewusstseinsgetrübten Person nichts zu trinken geben (Erstickungsgefahr); ist sie bewusstlos, aber atmet, in die stabile Seitenlage bringen.

Vorbeugung

  • Ausreichend trinken: über den Tag verteilt, am besten Wasser; bei Vorerkrankungen die geeignete Trinkmenge ärztlich klären.
  • Tagesplanung anpassen: die Mittagshitze meiden, anstrengende Tätigkeiten und Sport in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen.
  • Wohnung kühl halten: nachts und früh lüften, tagsüber abdunkeln und Fenster geschlossen halten.
  • Sonne und Kopf schützen: Kopfbedeckung, leichte, luftige Kleidung und Schatten nutzen.
  • nach Risikopersonen im Umfeld sehen und mehrmals täglich nachfragen, ob sie genug getrunken haben.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall: Bei hoher Körpertemperatur in Verbindung mit Verwirrtheit, Desorientierung, Krämpfen, Bewusstseinsstörung oder Bewusstlosigkeit rufen Sie sofort den Notruf 112 und beginnen Sie mit dem Kühlen. Ärztlichen Rat sollten Sie auch suchen, wenn sich Beschwerden trotz Abkühlung und Trinken nicht bessern, anhaltendes Erbrechen besteht oder Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen. Setzen Sie verordnete Medikamente an heißen Tagen nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie dies ärztlich. Nehmen Sie verschreibungspflichtige Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung ein.

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Remarque importante

Cet article a une valeur informative générale et ne remplace pas une consultation médicale individuelle. En cas de problème de santé, veuillez consulter un médecin. En cas d'urgence, composez le numéro d'urgence (112) ou le service médical de garde (116117).