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Spiriva
Asthma & Atemwege

Spiriva

Langwirksames Anticholinergikum zur COPD- und Asthma-Langzeittherapie – einmal täglich inhalieren.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Spiriva?

Spiriva ist ein langwirksames Anticholinergikum (LAMA) von Boehringer Ingelheim, das zur Dauertherapie von COPD und schwerem Asthma eingesetzt wird. Der Wirkstoff Tiotropium erweitert die Bronchien und hält diese 24 Stunden lang offen.

Das Besondere an Spiriva: Es muss nur einmal täglich inhaliert werden und bietet einen gleichmäßigen Schutz über den gesamten Tag und die Nacht. Bei Asthma wird es zusätzlich zur bestehenden Therapie mit inhalativem Kortikoid eingesetzt.

Spiriva ist als Respimat® (Soft-Mist-Inhalator) und als HandiHaler® (Pulverinhalator) erhältlich.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Tiotropiumbromid

Tiotropium blockiert muskarinische Rezeptoren in den Atemwegen:

Wirkmechanismus:

  • Hemmt die Muskarinrezeptoren M1 und M3 in der Bronchialmuskulatur
  • Blockiert die Wirkung von Acetylcholin
  • Die glatte Muskulatur entspannt sich
  • Die Atemwege bleiben offen

Besonderheiten:

  • Sehr lange Bindungsdauer am Rezeptor (24+ Stunden)
  • Dissoziiert langsam vom M3-Rezeptor
  • Schneller vom M2-Rezeptor (weniger Nebenwirkungen)
  • Keine relevante systemische Aufnahme bei Inhalation

Zeitverlauf:

  • Wirkungseintritt: innerhalb von 30 Minuten
  • Maximale Wirkung: 1-3 Stunden
  • Wirkdauer: 24 Stunden

Für wen ist es geeignet?

Spiriva ist geeignet für:

  • COPD-Dauertherapie (alle Schweregrade)
  • Schweres Asthma als Add-on-Therapie
  • Wenn ICS + LABA nicht ausreichend kontrollieren

Indikationen:

  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Schweres Asthma (Stufe 4-5 der GINA-Leitlinien)
  • Als Zusatz zu ICS/LABA-Kombination

Nicht geeignet:

  • Als alleinige Asthma-Therapie
  • Zur Akutbehandlung von Atemnot
  • Bei Kindern unter 6 Jahren

Verfügbare Dosierungen

Spiriva Respimat (Soft-Mist-Inhalator):

  • 2,5 µg pro Hub (2 Hübe = 5 µg/Tag)
  • COPD: 2 Hübe einmal täglich
  • Asthma: 2 Hübe einmal täglich

Spiriva HandiHaler (Pulver):

  • 18 µg pro Kapsel
  • 1 Kapsel einmal täglich inhalieren

Dosierung:

  • Immer zur gleichen Tageszeit
  • Vorzugsweise morgens
  • Nicht die Dosis verdoppeln bei Vergessen

Einnahmehinweise

Spiriva Respimat: 1. Bei Erstgebrauch: Kartusche einsetzen, Basis drehen bis es klickt 2. Kappe öffnen, Basis zur Brust hin drehen (halbe Drehung) 3. Tief ausatmen (nicht in den Inhalator) 4. Mundstück mit den Lippen umschließen 5. Langsam und tief einatmen, dabei den Knopf drücken 6. Atem 10 Sekunden anhalten 7. Zweiten Hub genauso inhalieren

Spiriva HandiHaler: 1. Staubschutzkappe öffnen 2. Mundstück nach oben klappen 3. Kapsel in die Kammer einlegen 4. Mundstück schließen, seitlichen Knopf drücken (Kapsel wird angestochen) 5. Tief ausatmen, Mundstück umschließen 6. Kräftig und tief einatmen 7. Atem 10 Sekunden anhalten 8. Vorgang wiederholen, um Kapsel vollständig zu entleeren

Wichtig:

  • Immer zur gleichen Zeit (am besten morgens)
  • Nicht als Notfallmedikament verwenden
  • Mund nach Inhalation ausspülen

Gegenanzeigen

Spiriva darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Tiotropium oder Atropin-Derivate
  • Bei Kindern unter 6 Jahren

Vorsicht bei:

  • Engwinkelglaukom
  • Prostatahyperplasie mit Harnverhalt
  • Schwerer Niereninsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen

Schwangerschaft: Nur bei klarer Indikation. Begrenzte Daten vorhanden.

Stillzeit: Unbekannt, ob Tiotropium in die Muttermilch übergeht. Nutzen-Risiko-Abwägung.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Pharyngitis (Rachenentzündung)
  • Husten

Gelegentlich:

  • Schwindel
  • Verschwommenes Sehen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Verstopfung
  • Harnverhalt

Selten:

  • Engwinkelglaukom
  • Allergische Reaktionen
  • Paradoxer Bronchospasmus

Hinweis: Mundtrockenheit ist die häufigste Nebenwirkung. Kann durch Trinken und Mundspülen gemildert werden.

Wechselwirkungen

Vorsicht bei Kombination mit:

  • Anderen Anticholinergika (additive Wirkung)
  • Medikamente, die Mundtrockenheit verursachen
  • QT-verlängernden Medikamenten

Keine relevante Wechselwirkung:

  • Mit Beta-2-Agonisten (sinnvolle Kombination)
  • Mit inhalativen Kortikoiden
  • Mit den meisten oralen Medikamenten

Hinweis: Bei Anwendung zusammen mit LABA und ICS: Die Kombination ist bei schwerem Asthma und COPD Standard.

Häufige Fragen

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.