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Rectogesic® (Glyceroltrinitrat)
Hämorrhoiden

Rectogesic® (Glyceroltrinitrat rektal)

Einzigartige Rektalsalbe mit Nitroglycerin – entspannt den Schließmuskel und fördert die Durchblutung bei Analfissuren.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Rectogesic® (Glyceroltrinitrat)?

Rectogesic® ist eine einzigartige Rektalsalbe mit dem Wirkstoff Glyceroltrinitrat (GTN, auch bekannt als Nitroglycerin) in einer Konzentration von 0,4 %. Es ist das einzige zugelassene Medikament, das gezielt den inneren Analschließmuskel entspannt und wird primär zur Behandlung chronischer Analfissuren eingesetzt.

Im Gegensatz zu den anderen Hämorrhoiden-Präparaten enthält Rectogesic® weder ein Kortikosteroid noch ein Lokalanästhetikum. Stattdessen setzt Glyceroltrinitrat Stickstoffmonoxid (NO) frei, das die glatte Muskulatur des Schließmuskels entspannt und die lokale Durchblutung verbessert.

Dies fördert die Heilung von Analfissuren und lindert die damit verbundenen Schmerzen. Rectogesic® kann eine chirurgische Behandlung (Sphinkterotomie) in vielen Fällen ersetzen oder hinauszögern.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Glyceroltrinitrat

Rectogesic® wirkt über die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO):

Wirkmechanismus:

  • Glyceroltrinitrat wird lokal in Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt
  • NO aktiviert die Guanylatcyclase in der glatten Muskulatur
  • Erhöhung des cGMP-Spiegels
  • Relaxation der glatten Muskulatur des inneren Analsphinkters

Therapeutische Effekte:

  • Senkung des Ruhedrucks im Analkanal (um 20–30 %)
  • Entspannung des inneren Analschließmuskels
  • Verbesserung der anodermalen Durchblutung
  • Förderung der Wundheilung bei Analfissuren
  • Schmerzlinderung durch reduzierten Sphinkterspasmus

Wirkungseintritt:

  • Sphinkterrelaxation: Innerhalb von 15–30 Minuten
  • Schmerzlinderung: Oft schon nach der ersten Anwendung
  • Fissurenheilung: 6–8 Wochen bei regelmäßiger Anwendung

Für wen ist es geeignet?

Rectogesic® ist geeignet für:

  • Erwachsene mit chronischer Analfissur
  • Schmerzhafte Sphinkterspasmus (Schließmuskelverkrampfung)
  • Ergänzend bei Hämorrhoiden mit begleitender Fissur

Besonders empfohlen bei:

  • Chronische Analfissuren (> 6 Wochen)
  • Wenn konservative Maßnahmen (Sitzbäder, Stuhlregulation) nicht ausreichen
  • Als Alternative zur chirurgischen Sphinkterotomie
  • Schmerzhafte Stuhlgang-assoziierte Beschwerden durch Sphinkterspasmus

Nicht geeignet:

  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Gleichzeitige Einnahme von PDE-5-Hemmern (Sildenafil, Tadalafil)
  • Schwere Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Nitrate

Verfügbare Dosierungen

Dosierung:

  • 375 mg Salbe (entspricht ca. 1,5 mg Glyceroltrinitrat) alle 12 Stunden rektal
  • 2 × täglich (morgens und abends)
  • 375 mg entspricht einem Salbenstrang von ca. 2,5 cm Länge

Dosierungshilfe:

  • Die Tube hat eine spezielle Dosiervorrichtung
  • Ein Salbenstrang von der Fingerspitze bis zur Mitte des ersten Fingerglieds = ca. 375 mg

Anwendungsdauer:

  • Maximal 8 Wochen
  • Heilung der Fissur in 40–60 % der Fälle innerhalb dieser Zeit
  • Bei Nichtansprechen: Chirurgische Optionen besprechen

Verfügbare Stärke:

  • 0,4 % Glyceroltrinitrat-Rektalsalbe (30 g Tube)

Einnahmehinweise

Anwendung:

  • Einen Salbenstrang von ca. 2,5 cm auf den Finger drücken
  • Die Salbe vorsichtig perianal (um den After herum) auftragen
  • Die Salbe muss NICHT in den After eingeführt werden
  • Hände danach gründlich waschen (Kopfschmerzgefahr!)

Wichtige Hinweise:

  • HÄNDE GRÜNDLICH WASCHEN nach der Anwendung (Nitroglycerin wird über die Haut aufgenommen)
  • Einweghandschuhe verwenden, wenn verfügbar
  • Wenn Handschuhe nicht möglich: Finger in Frischhaltefolie wickeln
  • Anwendung 2 × täglich im Abstand von 12 Stunden
  • Kopfschmerzen sind häufig – lassen meist nach einigen Tagen nach

Anwendungstipp: Salbe am besten morgens und abends nach dem Stuhlgang und sanfter Reinigung auftragen. Kein Reiben – nur vorsichtig abtupfen.

Gegenanzeigen

Rectogesic® darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Glyceroltrinitrat oder andere Nitrate
  • Gleichzeitiger Einnahme von PDE-5-Hemmern (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) – lebensbedrohlicher Blutdruckabfall!
  • Gleichzeitiger Einnahme von Riociguat
  • Schwerer Anämie
  • Erhöhtem Hirndruck
  • Hypovolämie (Volumenmangel)
  • Schwerer Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Konstriktiver Perikarditis

Vorsicht bei:

  • Migräne oder Kopfschmerzneigung (Kopfschmerzen häufigste Nebenwirkung)
  • Orthostatischer Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Medikamente

Schwangerschaft und Stillzeit: Keine ausreichenden Daten. Nur bei strenger Indikation nach ärztlicher Abwägung.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (> 10 %):

  • Kopfschmerzen (häufigste Nebenwirkung, bei über 50 % der Patienten!)

Häufig (1–10 %):

  • Schwindel
  • Blutdruckabfall
  • Übelkeit
  • Brennen am Applikationsort
  • Analer Pruritus (Juckreiz)

Gelegentlich (0,1–1 %):

  • Rektale Blutung
  • Tachykardie (Herzrasen)
  • Flush (Gesichtsrötung)
  • Hautrötung am Anwendungsort

Hinweis: Kopfschmerzen treten bei über der Hälfte der Patienten auf, da Nitroglycerin auch die Blutgefäße im Kopf erweitert. Sie sind der häufigste Grund für das Absetzen. Bei den meisten Patienten lassen die Kopfschmerzen nach 3–7 Tagen nach, wenn sich der Körper an die Wirkung gewöhnt (Toleranzentwicklung).

Wechselwirkungen

Kontraindiziert mit:

  • PDE-5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) → lebensbedrohlicher Blutdruckabfall!
  • Riociguat → verstärkte Blutdrucksenkung

Vorsicht bei:

  • Andere Blutdrucksenker (ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker, Kalziumkanalblocker) → verstärkter Blutdruckabfall
  • Alkohol → verstärkte Blutdrucksenkung
  • Trizyklische Antidepressiva → verstärkte Hypotonie
  • Heparin → verminderte Heparin-Wirkung unter Nitraten
  • Ergotamin → Verstärkung der Ergotamin-Wirkung

Wichtig: Obwohl die rektale Anwendung eine geringere systemische Aufnahme hat als die orale, können Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden Medikamenten auftreten. Die Kontraindikation mit PDE-5-Hemmern gilt absolut – auch bei rektaler Anwendung.

Häufige Fragen

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Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.