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Pridinol
Schmerzen

Pridinol (Myditin®)

Muskelrelaxans mit anticholinerger Wirkung – bei akuten Muskelverspannungen.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Pridinol?

Pridinol ist ein zentral und peripher wirksames Muskelrelaxans, das unter dem Markennamen Myditin® vertrieben wird. Es wird zur Behandlung akuter schmerzhafter Muskelverspannungen eingesetzt, insbesondere bei Rücken- und Nackenschmerzen.

Der Wirkstoff hat sowohl anticholinerge als auch antihistaminerge Eigenschaften und wirkt über mehrere Mechanismen muskelentspannend. Pridinol wird in Deutschland seit Jahrzehnten eingesetzt.

Es wird in der Regel als Kurzzeittherapie in Kombination mit Analgetika und Physiotherapie verordnet.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Pridinolmesilat

Pridinol wirkt über mehrere Mechanismen:

Wirkmechanismen:

  • Anticholinerg: Hemmt die cholinerge Übertragung an der motorischen Endplatte
  • Zentral muskelentspannend: Hemmt polysynaptische Reflexe im Rückenmark
  • Analgetisch: Eigener schmerzlindernder Effekt (über Glutamat-Rezeptoren)

Besonderheit:

  • Wirkt sowohl zentral als auch peripher muskelentspannend
  • Hat einen eigenständigen schmerzlindernden Effekt
  • Anticholinerge Nebenwirkungen beachten

Pharmakokinetik:

  • Wirkungseintritt: 30–60 Minuten
  • Wirkdauer: 4–6 Stunden
  • Halbwertszeit: ca. 4 Stunden

Für wen ist es geeignet?

Pridinol ist geeignet für:

  • Akute schmerzhafte Muskelverspannungen
  • Lumbago (Hexenschuss)
  • Torticollis (akuter Schiefhals)
  • Schmerzhafte Muskelverhärtungen im Rücken- und Nackenbereich

Wird eingesetzt als:

  • Begleitmedikation zu Analgetika
  • Kurzzeittherapie (bis zu 2–3 Wochen)
  • Ergänzung zu Physiotherapie

Nicht geeignet:

  • Bei Engwinkelglaukom
  • Bei Prostataadenom mit Restharnbildung
  • Bei Megakolon
  • Bei Myasthenia gravis

Verfügbare Dosierungen

Tabletten:

  • 3 mg

Übliche Dosierung (Erwachsene):

  • 1–2 Tabletten 3-mal täglich
  • Übliche Tagesdosis: 9–18 mg
  • Maximale Tagesdosis: 18 mg (6 Tabletten)

Behandlungsdauer:

  • Kurzzeit: 1–3 Wochen
  • Nicht zur Langzeitanwendung empfohlen

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Tabletten unzerkaut mit Wasser einnehmen
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • 3-mal täglich in gleichmäßigen Abständen

Wichtige Hinweise:

  • Einschränkung der Verkehrstüchtigkeit möglich
  • Kein Alkohol (verstärkte Sedierung)
  • Vorsicht bei Hitze (anticholinerg → verminderte Schweißproduktion)
  • Mundtrockenheit mit Wasser oder zuckerfreiem Kaugummi begegnen

Gegenanzeigen

Pridinol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Engwinkelglaukom (Grüner Star)
  • Prostataadenom mit Restharnbildung
  • Megakolon
  • Myasthenia gravis
  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen
  • Überempfindlichkeit gegen Pridinol

Vorsicht bei:

  • Prostatavergrößerung
  • Harnverhalt-Neigung
  • Verstopfungsneigung
  • Fieber (verminderte Wärmeabgabe)
  • Älteren Patienten (Sturzgefahr, Verwirrtheit)

Schwangerschaft/Stillzeit: Nicht empfohlen mangels ausreichender Daten.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (anticholinerge Effekte):

  • Mundtrockenheit
  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Akkomodationsstörungen (Nahsehen beeinträchtigt)
  • Verstopfung
  • Harnverhalt

Gelegentlich:

  • Tachykardie (schneller Herzschlag)
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel
  • Verwirrtheit (besonders bei älteren Patienten)

Selten:

  • Allergische Hautreaktionen
  • Glaukomanfall (bei prädisponierten Patienten)

Hinweis: Die anticholinergen Nebenwirkungen limitieren den Einsatz bei älteren Patienten.

Wechselwirkungen

Verstärkte anticholinerge Wirkung mit:

  • Trizyklischen Antidepressiva
  • Antihistaminika
  • Neuroleptika
  • Antiparkinsonmitteln (z. B. Biperiden)

Verstärkte Sedierung mit:

  • Alkohol
  • Benzodiazepinen
  • Opioiden
  • Antihistaminika

Vorsicht bei:

  • MAO-Hemmern
  • Anderen zentral wirkenden Medikamenten

Häufige Fragen

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.