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Tizanidin
Schmerzen

Tizanidin (Sirdalud®)

Zentral wirksames Muskelrelaxans – bei Spastik.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Tizanidin?

Tizanidin ist ein zentral wirksames Muskelrelaxans, das unter dem Markennamen Sirdalud® bekannt ist. Es wird bei Spastik (z. B. nach Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose) eingesetzt.

Tizanidin gehört zur Gruppe der Alpha-2-Adrenozeptor-Agonisten und wirkt auf Rückenmarksebene muskelentspannend. Es reduziert den erhöhten Muskeltonus und lindert dadurch Schmerzen.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Tizanidin

Tizanidin wirkt über Alpha-2-Adrenozeptoren:

Wirkmechanismus:

  • Aktiviert Alpha-2-Adrenozeptoren im Rückenmark
  • Hemmt die Freisetzung von exzitatorischen Aminosäuren
  • Reduziert die polysynaptischen Reflexe
  • Senkt den pathologisch erhöhten Muskeltonus

Wirkprofil:

  • Muskelentspannend
  • Leicht schmerzlindernd (eigenständiger analgetischer Effekt)
  • Mäßig sedierend

Pharmakokinetik:

  • Wirkungseintritt: 30–60 Minuten
  • Maximale Wirkung: 1–2 Stunden
  • Halbwertszeit: 2–4 Stunden
  • Wird über CYP1A2 in der Leber abgebaut

Für wen ist es geeignet?

Tizanidin ist geeignet für:

  • Spastik bei Multipler Sklerose
  • Spastik nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzung

Vorteile:

  • Zusätzlicher schmerzlindernder Effekt
  • Flexible Dosierung
  • Auch bei Spastik einsetzbar

Nicht geeignet:

  • Bei schwerer Leberinsuffizienz
  • Bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP1A2-Hemmer (z. B. Fluvoxamin, Ciprofloxacin)
  • Für Kinder

Verfügbare Dosierungen

Tabletten:

  • 2 mg, 4 mg, 6 mg

Bei Muskelverspannungen:

  • Anfangsdosis: 2 mg 3-mal täglich
  • Bei Bedarf schrittweise erhöhen
  • Übliche Dosis: 2–4 mg 3-mal täglich
  • Maximale Tagesdosis: 36 mg (aufgeteilt auf 3–4 Gaben)

Bei Spastik:

  • Langsam einschleichend dosieren
  • Individuelle Dosisfindung nötig

Hinweis: Einschleichende Dosierung reduziert Nebenwirkungen (v. a. Müdigkeit, Blutdruckabfall).

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 20 bis 50 Stück.

Darreichungsform
Tablette
Stärken
2 mg, 4 mg
Packungsgrößen
20 Stück, 50 Stück
StärkePackungPZNReichweite
2 mg20 Stück06681171—
4 mg20 Stück066812020 Tage
4 mg50 Stück066812190 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Tabletten mit Wasser einnehmen
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • 3-mal täglich in gleichmäßigen Abständen

Wichtige Hinweise:

  • Einschleichend dosieren (mit niedriger Dosis beginnen)
  • Nicht abrupt absetzen bei längerer Anwendung (Rebound-Blutdruckanstieg möglich)
  • Einschränkung der Verkehrstüchtigkeit
  • Kein Alkohol
  • Leberwerte regelmäßig kontrollieren

Gegenanzeigen

Tizanidin darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Tizanidin
  • Schwerer Leberinsuffizienz
  • Gleichzeitiger Einnahme von Fluvoxamin oder Ciprofloxacin (starke CYP1A2-Hemmer)

Vorsicht bei:

  • Leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz (Leberwerte kontrollieren)
  • Niereninsuffizienz (Dosisanpassung)
  • Hypotonie (Blutdruckabfall)
  • QT-Verlängerung
  • Älteren Patienten

Schwangerschaft/Stillzeit: Nicht empfohlen.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (> 10 %):

  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Mundtrockenheit

Häufig (1–10 %):

  • Schwindel
  • Blutdruckabfall
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Muskelschwäche
  • Schlafstörungen
  • Erhöhte Leberwerte

Gelegentlich:

  • Bradykardie
  • Halluzinationen

Sehr selten:

  • Hepatitis, Leberversagen

Lebertoxizität: Tizanidin kann die Leber schädigen. Leberwerte sollten in den ersten Monaten regelmäßig kontrolliert werden.

Rebound-Effekt: Bei abruptem Absetzen nach längerer Einnahme: Blutdruckanstieg und verstärkte Spastik möglich.

Wechselwirkungen

Kontraindiziert mit:

  • Fluvoxamin (erhöht Tizanidin-Spiegel um das 33-fache!)
  • Ciprofloxacin (erhöht Tizanidin-Spiegel um das 10-fache)

Vorsicht mit anderen CYP1A2-Hemmern:

  • Orale Kontrazeptiva
  • Amiodaron
  • Cimetidin
  • Ticlopidin

Verstärkte Sedierung mit:

  • Alkohol
  • Benzodiazepinen
  • Opioiden
  • Antihistaminika

Blutdrucksenkung verstärkt mit:

  • Antihypertensiva
  • Alpha-Blockern

Häufige Fragen

Tizanidin hat einen eigenständigen schmerzlindernden Effekt und ist auch bei Spastik zugelassen. Die Wahl hängt von der Indikation und dem Ansprechen ab.

Ciprofloxacin hemmt das Enzym CYP1A2 stark, das Tizanidin abbaut. Dadurch steigt der Tizanidin-Spiegel im Blut um das 10-fache – mit der Gefahr schwerer Nebenwirkungen wie starkem Blutdruckabfall und übermäßiger Sedierung.

Tizanidin hat kein Suchtpotenzial im eigentlichen Sinne. Allerdings kann es bei längerer Einnahme und abruptem Absetzen zu einem Rebound-Effekt kommen (Blutdruckanstieg, verstärkte Verspannungen). Daher sollte es ausschleichend abgesetzt werden.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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