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Montelukast
Asthma & Atemwege

Montelukast

Leukotrienrezeptor-Antagonist in Tablettenform – ergänzende Asthma-Therapie ohne Inhalation.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Montelukast?

Montelukast ist ein Leukotrienrezeptor-Antagonist (LTRA), der als Tablette eingenommen wird und zur Langzeitbehandlung von Asthma sowie allergischer Rhinitis eingesetzt wird. Anders als Inhalatoren wird Montelukast geschluckt und wirkt systemisch.

Leukotriene sind Entzündungsbotenstoffe, die bei Asthma eine wichtige Rolle spielen. Montelukast blockiert deren Wirkung und reduziert so Entzündung, Schleimproduktion und Bronchospasmus.

Bekannte Markennamen sind Singulair®, Montelukast dura® und zahlreiche Generika. Es ist für Erwachsene und Kinder ab 6 Monaten zugelassen.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Montelukast

Montelukast blockiert die Cysteinyl-Leukotrien-Rezeptoren:

Wirkmechanismus: 1. Leukotriene (LTC4, LTD4, LTE4) werden bei allergischen Reaktionen freigesetzt 2. Sie verursachen Bronchokonstriktion, Schleimproduktion und Entzündung 3. Montelukast blockiert den CysLT1-Rezeptor kompetitiv 4. Die Wirkung der Leukotriene wird aufgehoben

Effekte:

  • Bronchodilatation (innerhalb von Stunden)
  • Entzündungshemmung in den Atemwegen
  • Verringerte Schleimproduktion
  • Reduktion von Eosinophilen in den Atemwegen

Zeitverlauf:

  • Wirkungseintritt: innerhalb weniger Stunden
  • Volle Wirkung: nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme
  • Wirkdauer: 24 Stunden (einmal tägliche Gabe)

Für wen ist es geeignet?

Montelukast ist geeignet für:

  • Zusatztherapie bei Asthma (zu ICS)
  • Belastungsinduziertes Asthma
  • Allergisches Asthma mit gleichzeitiger allergischer Rhinitis
  • Kinder ab 6 Monaten
  • Patienten, die Inhalatoren nicht korrekt anwenden können

Einsatzgebiete:

  • Leichtes persistierendes Asthma (Alternative zu niedrig dosiertem ICS)
  • Mittelschweres Asthma als Add-on zu ICS
  • Prophylaxe von Belastungsasthma

Nicht geeignet als:

  • Alleinige Therapie bei mittelschwerem bis schwerem Asthma
  • Akutbehandlung von Asthmaanfällen
  • Ersatz für inhalative Kortikoide bei den meisten Patienten

Verfügbare Dosierungen

Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren:

  • 10 mg Filmtablette einmal täglich abends

Kinder 6-14 Jahre:

  • 5 mg Kautablette einmal täglich abends

Kinder 2-5 Jahre:

  • 4 mg Kautablette oder Granulat einmal täglich abends

Kinder 6 Monate bis 2 Jahre:

  • 4 mg Granulat einmal täglich abends
  • Die Diagnose eines persistierenden Asthmas muss von einem Kinderarzt oder Pneumologen gestellt werden

Hinweis: Immer abends einnehmen, da die Leukotrienproduktion nachts am höchsten ist.

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Filmtablette
Stärken
10 mg
Packungsgrößen
20 Stück
StärkePackungPZNReichweite
10 mg20 Stück0932629820 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich abends, unabhängig von Mahlzeiten
  • Filmtabletten mit Wasser schlucken
  • Kautabletten vor dem Schlucken zerkauen
  • Granulat direkt auf die Zunge oder in weiche Nahrung mischen

Wichtige Hinweise:

  • Auch bei Beschwerdefreiheit weiter einnehmen
  • Bei neuropsychiatrischen Beschwerden absetzen und den Arzt informieren
  • Kein Ersatz für Notfall-Inhalator
  • Bei Vergessen: nächste Dosis zur normalen Zeit nehmen

Gegenanzeigen

Nicht anwenden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Montelukast oder Bestandteile

Vorsicht bei:

  • Phenylketonurie (Kautabletten enthalten Aspartam)
  • Psychiatrischen Vorerkrankungen
  • Leberinsuffizienz (Dosisanpassung in der Regel nicht nötig)

Schwangerschaft: Begrenzte Daten. Nur bei klarer Indikation anwenden. Inhalative Kortikoide sind in der Schwangerschaft besser untersucht.

Stillzeit: Geht in die Muttermilch über. Nutzen-Risiko-Abwägung.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Hautausschlag

Gelegentlich:

  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Müdigkeit

Gelegentlich, aber wichtig (neuropsychiatrische Effekte):

  • Schlafstörungen, Alpträume
  • Unruhe, Agitation
  • Depressive Verstimmung
  • Verhaltensänderungen bei Kindern
  • Suizidgedanken (sehr selten, aber FDA-Warnhinweis)

Wichtig: Bei Stimmungsänderungen, Schlafstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten sofort den Arzt informieren!

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen:

  • CYP3A4- und CYP2C9-Induktoren (Phenobarbital, Rifampicin) – können Montelukast-Spiegel senken
  • Gemfibrozil – kann Montelukast-Spiegel erhöhen

Keine relevante Wechselwirkung mit:

  • Inhalativen Kortikoiden (sinnvolle Kombination)
  • Beta-2-Agonisten
  • Antihistaminika
  • Oralen Kontrazeptiva

Hinweis: Montelukast hat insgesamt ein günstiges Wechselwirkungsprofil.

Häufige Fragen

Nein, Montelukast ist kein Kortison. Es ist ein Leukotrienrezeptor-Antagonist und wirkt über einen anderen Mechanismus als Kortikoide. Es hemmt spezifisch die Wirkung von Leukotrienen.

In der Regel nicht. Montelukast ist bei den meisten Patienten weniger wirksam als inhalative Kortikoide. Es wird meist als Ergänzung eingesetzt. Nur bei leichtem Asthma kann es als Alternative erwogen werden.

Die Leukotrienproduktion ist nachts am höchsten. Durch die abendliche Einnahme ist der Wirkstoffspiegel während der kritischen Nachtphase am höchsten, was nächtliche Asthmasymptome besser kontrolliert.

Gelegentlich können Schlafstörungen, Alpträume, Unruhe oder Stimmungsveränderungen auftreten. Bei Kindern werden manchmal Verhaltensänderungen beobachtet. Bei solchen Symptomen sollte das Medikament abgesetzt und der Arzt informiert werden.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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