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Montelukast
Asthma & Atemwege

Montelukast

Leukotrienrezeptor-Antagonist in Tablettenform – ergänzende Asthma-Therapie ohne Inhalation.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Montelukast?

Montelukast ist ein Leukotrienrezeptor-Antagonist (LTRA), der als Tablette eingenommen wird und zur Langzeitbehandlung von Asthma sowie allergischer Rhinitis eingesetzt wird. Anders als Inhalatoren wird Montelukast geschluckt und wirkt systemisch.

Leukotriene sind Entzündungsbotenstoffe, die bei Asthma eine wichtige Rolle spielen. Montelukast blockiert deren Wirkung und reduziert so Entzündung, Schleimproduktion und Bronchospasmus.

Bekannte Markennamen sind Singulair®, Montelukast dura® und zahlreiche Generika. Es ist für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren zugelassen.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Montelukast

Montelukast blockiert die Cysteinyl-Leukotrien-Rezeptoren:

Wirkmechanismus: 1. Leukotriene (LTC4, LTD4, LTE4) werden bei allergischen Reaktionen freigesetzt 2. Sie verursachen Bronchokonstriktion, Schleimproduktion und Entzündung 3. Montelukast blockiert den CysLT1-Rezeptor kompetitiv 4. Die Wirkung der Leukotriene wird aufgehoben

Effekte:

  • Bronchodilatation (innerhalb von Stunden)
  • Entzündungshemmung in den Atemwegen
  • Verringerte Schleimproduktion
  • Reduktion von Eosinophilen in den Atemwegen

Zeitverlauf:

  • Wirkungseintritt: innerhalb weniger Stunden
  • Volle Wirkung: nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme
  • Wirkdauer: 24 Stunden (einmal tägliche Gabe)

Für wen ist es geeignet?

Montelukast ist geeignet für:

  • Zusatztherapie bei Asthma (zu ICS)
  • Belastungsinduziertes Asthma
  • Allergisches Asthma mit gleichzeitiger allergischer Rhinitis
  • Kinder ab 2 Jahren
  • Patienten, die Inhalatoren nicht korrekt anwenden können

Einsatzgebiete:

  • Leichtes persistierendes Asthma (Alternative zu niedrig dosiertem ICS)
  • Mittelschweres Asthma als Add-on zu ICS
  • Prophylaxe von Belastungsasthma

Nicht geeignet als:

  • Alleinige Therapie bei mittelschwerem bis schwerem Asthma
  • Akutbehandlung von Asthmaanfällen
  • Ersatz für inhalative Kortikoide bei den meisten Patienten

Verfügbare Dosierungen

Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren:

  • 10 mg Filmtablette einmal täglich abends

Kinder 6-14 Jahre:

  • 5 mg Kautablette einmal täglich abends

Kinder 2-5 Jahre:

  • 4 mg Kautablette oder Granulat einmal täglich abends

Hinweis: Immer abends einnehmen, da die Leukotrienproduktion nachts am höchsten ist.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich abends, unabhängig von Mahlzeiten
  • Filmtabletten mit Wasser schlucken
  • Kautabletten zerkauen, nicht schlucken
  • Granulat direkt auf die Zunge oder in weiche Nahrung mischen

Wichtige Hinweise:

  • Auch bei Beschwerdefreiheit weiter einnehmen
  • Nicht abrupt absetzen
  • Kein Ersatz für Notfall-Inhalator
  • Bei Vergessen: nächste Dosis zur normalen Zeit nehmen

Gegenanzeigen

Nicht anwenden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Montelukast oder Bestandteile
  • Phenylketonurie (Kautabletten enthalten Aspartam)

Vorsicht bei:

  • Psychiatrischen Vorerkrankungen
  • Leberinsuffizienz (Dosisanpassung in der Regel nicht nötig)

Schwangerschaft: Begrenzte Daten. Nur bei klarer Indikation anwenden. Inhalative Kortikoide sind in der Schwangerschaft besser untersucht.

Stillzeit: Geht in die Muttermilch über. Nutzen-Risiko-Abwägung.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit

Gelegentlich:

  • Hautausschlag
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Müdigkeit

Selten, aber wichtig (neuropsychiatrische Effekte):

  • Schlafstörungen, Alpträume
  • Unruhe, Agitation
  • Depressive Verstimmung
  • Verhaltensänderungen bei Kindern
  • Suizidgedanken (sehr selten, aber FDA-Warnhinweis)

Wichtig: Bei Stimmungsänderungen, Schlafstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten sofort den Arzt informieren!

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen:

  • CYP3A4- und CYP2C9-Induktoren (Phenobarbital, Rifampicin) – können Montelukast-Spiegel senken
  • Gemfibrozil – kann Montelukast-Spiegel erhöhen

Keine relevante Wechselwirkung mit:

  • Inhalativen Kortikoiden (sinnvolle Kombination)
  • Beta-2-Agonisten
  • Antihistaminika
  • Oralen Kontrazeptiva

Hinweis: Montelukast hat insgesamt ein günstiges Wechselwirkungsprofil.

Häufige Fragen

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.