Was ist Maxim?
Maxim ist eine niedrig dosierte Kombinationspille, die das Gestagen Dienogest zusammen mit dem Östrogen Ethinylestradiol enthält. Sie wird von Jenapharm (Bayer-Konzern) hergestellt.
Das Gestagen Dienogest wurde in Deutschland entwickelt und verbindet die Eigenschaften verschiedener Gestagenklassen. Es hat eine ausgeprägte Wirkung auf die Gebärmutterschleimhaut und antiandrogene Eigenschaften, weshalb es auch zur Behandlung von Endometriose eingesetzt wird.
Maxim bietet bei korrekter Einnahme einen Pearl-Index von etwa 0,1-0,9 – das bedeutet sehr hohe Verhütungssicherheit.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Dienogest 2 mg, Ethinylestradiol 0,03 mg
Maxim verhindert eine Schwangerschaft durch drei Wirkmechanismen:
Hemmung des Eisprungs: Die Hormone in Maxim unterdrücken die Freisetzung von Gonadotropinen (FSH und LH) aus der Hirnanhangdrüse. Ohne den LH-Anstieg zur Zyklusmitte findet kein Eisprung statt.
Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird unter Hormoneinfluss dickflüssiger. Spermien können schlechter in die Gebärmutter gelangen.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Dienogest hat eine stark transformierende Wirkung auf die Gebärmutterschleimhaut. Sie wird weniger aufgebaut und ist für eine Einnistung weniger geeignet.
Besonderheit Dienogest: Anders als viele andere Gestagene hat Dienogest keine glukokortikoide oder mineralokortikoide Wirkung. Es beeinflusst also weder den Blutzucker noch den Wasserhaushalt negativ. Die antiandrogene Wirkung entspricht etwa einem Drittel der Wirkung von Cyproteronacetat.
Für wen ist es geeignet?
Maxim eignet sich für Frauen, die:
- Einen zuverlässigen Empfängnisschutz suchen
- Unter mittelschwerer Akne leiden, bei der Behandlungen auf der Haut oder Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben, und zugleich mit der Pille verhüten möchten
- Eine Pille mit gutem Verträglichkeitsprofil wünschen
Gut geeignet bei:
- Wunsch nach regelmäßigem, kontrolliertem Zyklus
Vor der Anwendung abklären:
- Bestehen Risikofaktoren für Thrombosen?
- Rauchen Sie?
- Welche anderen Medikamente nehmen Sie ein?
- Liegt eine Schwangerschaft sicher nicht vor?
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt:
- Dienogest: 2 mg pro Tablette
- Ethinylestradiol: 0,03 mg (30 Mikrogramm) pro Tablette
Packungsgrößen:
- 1 x 21 Dragees
- 3 x 21 Dragees
- 6 x 21 Dragees
Einnahmezyklus: 21 Tage lang täglich eine Tablette, gefolgt von 7 tablettenfreien Tagen. Während der Pause tritt normalerweise eine Entzugsblutung auf.
Langzyklus-Option: Maxim kann nach ärztlicher Rücksprache auch im Langzyklus eingenommen werden – mehrere Packungen ohne Pause hintereinander.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 3 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 21 bis 126 Stück.
- Darreichungsform
- Überzogene Tablette
- Stärken
- 0,03 mg/2 mg
- Packungsgrößen
- 21 Stück, 63 Stück, 126 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 0,03 mg/2 mg | 21 Stück | 06575316 | 28 Tage |
| 0,03 mg/2 mg | 63 Stück | 06575322 | 84 Tage |
| 0,03 mg/2 mg | 126 Stück | 06575339 | 168 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Erster Einnahmezyklus: Am ersten Tag der Monatsblutung mit der Einnahme beginnen. Der Empfängnisschutz besteht dann sofort. Bei späterem Start (Tag 2-5) in den ersten 7 Tagen zusätzlich Kondome verwenden.
Tägliche Einnahme:
- Jeden Tag etwa zur gleichen Zeit einnehmen
- Mit etwas Flüssigkeit schlucken
- Die Einnahme kann zu oder unabhängig von Mahlzeiten erfolgen
7-tägige Pause: Nach 21 Tabletten folgt eine 7-tägige Einnahmepause. In dieser Zeit setzt meist eine Blutung ein. Am 8. Tag beginnt die neue Packung – auch wenn die Blutung noch anhält.
Vergessene Einnahme:
- Bis 12 Stunden zu spät: Sofort nachnehmen, Schutz bleibt
- Über 12 Stunden vergessen: Nachnehmen und 7 Tage zusätzlich verhüten
- Bei mehr als einer vergessenen Tablette: Packungsbeilage beachten oder Arzt fragen
Erbrechen/Durchfall: Bei Erbrechen oder schwerem Durchfall innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme kann die Aufnahme unvollständig sein. Eine weitere Tablette aus einer Reserve einnehmen.
Gegenanzeigen
Maxim darf nicht eingenommen werden bei:
- Thromboembolischen Erkrankungen – bestehende oder frühere Venenthrombosen, Lungenembolien, Herzinfarkt, Schlaganfall
- Hohem Thromboserisiko – mehrere Risikofaktoren gleichzeitig
- Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (Aura)
- Schweren Lebererkrankungen – solange Leberwerte nicht normal
- Lebertumoren
- Bekanntem oder vermutetem Brustkrebs oder anderen hormonabhängigen Tumoren
- Ungeklärten vaginalen Blutungen
- Schwangerschaft
Vorsicht und ärztliche Überwachung bei:
- Raucherinnen über 35 Jahre
- Übergewicht
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Erhöhten Blutfettwerten
- Familiärer Thrombosebelastung
- Immobilität (lange Reisen, nach Operationen)
Hinweis zum Thromboserisiko: Dienogest-haltige Pillen haben ein Thromboserisiko, das zwischen älteren (Levonorgestrel) und neueren Gestagenen (Drospirenon, Desogestrel) liegt.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen (1-10%):
- Kopfschmerzen
- Brustspannen, Brustschmerzen
- Übelkeit
- Zwischenblutungen, Schmierblutungen
- Stimmungsveränderungen
Gelegentlich (0,1-1%):
- Migräne
- Akne (kann anfangs auftreten, bessert sich meist)
- Gewichtszunahme
- Depressive Verstimmung
- Verminderte Libido
Selten, aber ernst:
- Venöse Thromboembolien (Beinvenenthrombose, Lungenembolie)
- Arterielle Thromboembolien (Herzinfarkt, Schlaganfall)
Sofort zum Arzt bei:
- Plötzlichen starken Wadenschmerzen oder Beinschwellung
- Unerklärter Atemnot oder Bruststechen
- Plötzlichen starken Kopfschmerzen, Seh- oder Sprachstörungen
- Taubheitsgefühl in Arm oder Bein
Positive Effekte: Regelmäßigere, oft leichtere Blutungen; Verbesserung von Akne und fettiger Haut nach einigen Monaten Einnahme.
Wechselwirkungen
Verminderung der Verhütungswirkung durch:
- Antiepileptika (Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Primidon)
- Rifampicin und Rifabutin (Tuberkulose-Medikamente)
- HIV-Proteaseinhibitoren (Ritonavir, Nelfinavir)
- Johanniskraut (pflanzliches Antidepressivum)
- Griseofulvin (Antimykotikum)
Kein relevanter Einfluss:
- Standardantibiotika wie Amoxicillin oder Azithromycin
- Kurzzeitige Schmerzmitteleinnahme
Maxim kann die Wirkung beeinflussen von:
- Lamotrigin (Spiegel kann sinken)
- Ciclosporin (Spiegel kann steigen)
- Theophyllin
Empfehlung: Bei Einnahme interagierender Medikamente zusätzliche Verhütung (Kondome) während der Einnahme und bis zu 28 Tage danach.
Häufige Fragen
Ja, Dienogest hat antiandrogene Eigenschaften und kann hormonell bedingte Akne verbessern. Die Wirkung zeigt sich meist nach 3-6 Monaten. Bei schwerer Akne ist Maxim allein oft nicht ausreichend.
Ja, es gibt wirkstoffgleiche Präparate wie Velafee, Dienovel oder Aristelle. Sie enthalten die gleiche Wirkstoffkombination.
Ja, durch Weglassen der 7-tägigen Pause und direktes Anschließen der nächsten Packung. Die Blutung bleibt dann aus. Bei längerer Anwendung im Langzyklus mit dem Arzt besprechen.
Die Fruchtbarkeit kehrt meist schnell zurück – oft schon im ersten Zyklus nach Absetzen. Bei manchen Frauen kann es einige Monate dauern, bis der Zyklus sich normalisiert.
Endometriose gehört nicht zu den Anwendungsgebieten von Maxim. Anwendungsgebiete sind die hormonale Verhütung und die Behandlung mittelschwerer Akne bei Frauen, die zugleich mit der Pille verhüten möchten, wenn Behandlungen auf der Haut oder Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben. Bei Endometriose-Beschwerden besprechen Sie die Behandlung bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nein. Maxim ist eine kombinierte Pille aus Dienogest und Ethinylestradiol. Minipillen enthalten dagegen nur ein Gestagen und kein Östrogen. Welche Pillenart geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren ab und wird ärztlich geprüft.
Ein direkter, belegter Zusammenhang zwischen kombinierten Pillen wie Maxim und dauerhafter Gewichtszunahme ist wissenschaftlich nicht gesichert; manche Anwenderinnen berichten über Wassereinlagerungen. Bei auffälligen Veränderungen empfiehlt sich das ärztliche Gespräch.
Wie alle kombinierten Pillen erhöht Maxim das Risiko venöser Thrombosen leicht gegenüber der Nichteinnahme; das absolute Risiko bleibt für gesunde Frauen gering. Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Thrombosen in der Familie sollten vor der Einnahme ärztlich bewertet werden.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





