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Nitrendipin
Bluthochdruck

Nitrendipin

Kalziumkanalblocker mit besonderer Evidenz bei isolierter systolischer Hypertonie im Alter.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Nitrendipin?

Nitrendipin ist ein Kalziumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ, der besonders gut für die Behandlung der isolierten systolischen Hypertonie bei älteren Patienten untersucht ist. Die Syst-Eur-Studie hat gezeigt, dass Nitrendipin bei dieser Patientengruppe Schlaganfälle um 42% und Demenz um 50% reduzieren kann.

Nitrendipin wird zweimal täglich eingenommen und ist als Generikum sowie unter dem Markennamen Bayotensin® erhältlich. Es hat eine mittlere Halbwertszeit und wirkt vorwiegend auf die Gefäßmuskulatur.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Nitrendipin

Nitrendipin blockiert L-Typ-Kalziumkanäle in der Gefäßmuskulatur:

Wirkmechanismus:

  • Blockiert den Kalzium-Einstrom in glatte Gefäßmuskelzellen
  • Arterien und Arteriolen erweitern sich
  • Peripherer Gefäßwiderstand sinkt
  • Blutdruck sinkt – besonders der systolische Wert

Besonderheiten:

  • Hohe Gefäßselektivität
  • Geringe Beeinflussung des Herzens
  • Mittlere Halbwertszeit (8-12 Stunden)
  • Zweimal tägliche Einnahme

Klinische Bedeutung:

  • Schlaganfälle um 42% reduziert
  • Demenz um 50% reduziert
  • Kardiovaskuläre Ereignisse um 31% senkt

Wirkungseintritt: Nach 1-2 Stunden. Maximale Wirkung nach 1-2 Wochen regelmäßiger Einnahme.

Für wen ist es geeignet?

Nitrendipin ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Bluthochdruck
  • Besonders: Isolierte systolische Hypertonie bei älteren Patienten

Besonders empfohlen bei:

  • Ältere Patienten (über 60 Jahre) mit erhöhtem systolischem Blutdruck
  • Wenn Schlaganfallprävention im Vordergrund steht
  • In Kombination mit anderen Blutdrucksenkern

Nicht geeignet:

  • Instabile Angina pectoris
  • Akuter Herzinfarkt (erste 4 Wochen)
  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Schwere Aortenstenose
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Verfügbare Dosierungen

Bluthochdruck:

  • Startdosis: 10 mg einmal oder zweimal täglich
  • Übliche Dosis: 10-20 mg zweimal täglich
  • Maximaldosis: 20 mg zweimal täglich (40 mg/Tag)

Ältere Patienten:

  • Startdosis: 5-10 mg einmal täglich
  • Langsame Steigerung

Verfügbare Stärken:

  • 10 mg, 20 mg Tabletten

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Ein- bis zweimal täglich (morgens und abends)
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Mit ausreichend Wasser
  • Grapefruitsaft meiden

Hinweise:

  • Regelmäßige Blutdruckkontrollen
  • Zu Beginn können Kopfschmerzen und Flush auftreten – bessern sich meist
  • Bei starker Gesichtsrötung Arzt informieren
  • Nicht abrupt absetzen (ärztliche Rücksprache)

Gegenanzeigen

Nitrendipin darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Nitrendipin oder andere Dihydropyridine
  • Instabile Angina pectoris
  • Akuter Herzinfarkt (erste 4 Wochen)
  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Schwere Aortenstenose
  • Kardiogener Schock

Vorsicht bei:

  • Leberinsuffizienz (verlangsamter Abbau)
  • Tachykardie (reflektorische Herzfrequenzerhöhung)
  • Schwere Niereninsuffizienz

Schwangerschaft: Kontraindiziert. Nicht ausreichend untersucht in der Schwangerschaft.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsrötung (Flush)
  • Schwindel
  • Herzklopfen
  • Knöchelödeme

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Müdigkeit
  • Tachykardie
  • Hautausschlag

Selten:

  • Zahnfleischwucherung (Gingivahyperplasie)
  • Leberwerterhöhungen
  • Allergische Reaktionen
  • Brustschmerzen
  • Parästhesien

Hinweis: Flush und Kopfschmerzen sind zu Beginn der Therapie häufig, bessern sich aber in der Regel nach 1-2 Wochen. Bei anhaltenden Beschwerden Arzt konsultieren.

Wechselwirkungen

Vorsicht bei:

  • Grapefruitsaft → erhöhte Nitrendipin-Spiegel (CYP3A4-Hemmung)
  • CYP3A4-Hemmer (Ketoconazol, Erythromycin) → verstärkte Wirkung
  • CYP3A4-Induktoren (Rifampicin, Phenytoin) → verminderte Wirkung
  • Andere Blutdrucksenker → verstärkte Hypotonie
  • Digoxin → leichte Spiegelerhöhung möglich
  • Cimetidin → erhöhte Nitrendipin-Spiegel

Gut kombinierbar mit:

  • ACE-Hemmern und Sartanen
  • Betablockern (verhindern Reflextachykardie)
  • Diuretika

Alkohol: Verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung. Vorsicht bei gleichzeitigem Konsum.

Häufige Fragen

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.