Was ist Formoterol?
Formoterol ist ein langwirksamer Beta-2-Agonist (LABA), der als Pulverinhalator zur Dauertherapie von Asthma und COPD eingesetzt wird. Er zeichnet sich durch einen ungewöhnlich schnellen Wirkungseintritt aus, der bereits nach 1-3 Minuten spürbar ist.
Anders als die meisten LABA kombiniert Formoterol schnellen Wirkungseintritt mit langer Wirkdauer (12 Stunden). Das Monopräparat wird als Ergänzung zu inhalativen Kortikoiden eingesetzt.
Bekannte Markennamen sind Formoterol STADA® und Oxis® Turbuhaler. Formoterol ist auch Bestandteil der Kombinationsinhalatoren Symbicort, Bufori Easyhaler® und Foster.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Formoterol
Formoterol aktiviert die Beta-2-Rezeptoren in den Bronchien:
Wirkmechanismus: 1. Bindet an Beta-2-Adrenozeptoren in der Bronchialmuskulatur 2. Aktiviert die Adenylatzyklase und erhöht cAMP 3. Die glatte Muskulatur der Bronchien erschlafft 4. Die Atemwege werden erweitert
Besonderheiten:
- Schneller Wirkungseintritt (1-3 Minuten) – ungewöhnlich für LABA
- Volle intrinsische Aktivität (vollagonistisch)
- Wirkdauer: 12 Stunden
- Lipophile Verankerung in der Zellmembran
Zusätzliche Effekte:
- Hemmung der Freisetzung von Histamin und Leukotrienen aus passiv sensibilisierten menschlichen Lungenzellen
- Verbesserung der mukoziliären Clearance
- Schutz vor bronchokonstriktorischen Reizen
Für wen ist es geeignet?
Formoterol-Monopräparate sind geeignet für:
- Asthma ab Stufe 3 (immer zusammen mit ICS!)
- COPD-Dauertherapie
- Prophylaxe von Belastungsasthma
Wichtig – Sicherheitshinweis: Formoterol darf bei Asthma NIEMALS allein ohne inhalatives Kortikoid (ICS) angewendet werden! LABA-Monotherapie bei Asthma erhöht das Risiko schwerer Exazerbationen.
Vorteile des Monopräparats:
- Flexible Dosierung unabhängig vom ICS
- Schneller Wirkungseintritt
- Geeignet zur Bedarfsanwendung vor Sport
Nicht geeignet als:
- Alleinige Asthma-Therapie (ohne ICS!)
- Akutbehandlung als einzige Maßnahme
Verfügbare Dosierungen
Formoterol STADA:
- 12 µg pro Einzeldosis
Dosierung bei Asthma:
- 1 Inhalation (12 µg) 2x täglich
- Bei Bedarf: bis 2 Inhalationen 2x täglich
- Vor Sport: 1 Inhalation 15 Minuten vorher
Dosierung bei COPD:
- 1 Inhalation (12 µg) 2x täglich
- Maximum: 48 µg pro Tag
Hinweis: Immer in Kombination mit einem inhalativen Kortikoid anwenden!
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 60 bis 120 Stück.
- Darreichungsform
- Hartkapsel mit Pulver zur Inhalation
- Stärken
- 12 µg
- Packungsgrößen
- 60 Stück, 120 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 12 µg | 60 Stück | 04978205 | 30 Tage |
| 12 µg | 120 Stück | 04978211 | 60 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Formoterol STADA (Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation):
- Kapseln nur mit dem beiliegenden Inhalator inhalieren, nicht schlucken
- Bedienungsknopf nur einmal drücken (verringert das Risiko, dass die Kapsel zersplittert)
- Genaue Handhabung laut Betriebsanleitung in der Packung
Easyhaler (Pulverinhalator): 1. Schutzkappe entfernen 2. Gerät aufrecht halten, einmal schütteln 3. Drücken und loslassen (Dosis wird geladen) 4. Tief ausatmen (nicht in den Inhalator) 5. Mundstück fest umschließen 6. Kräftig und tief einatmen 7. Atem 5-10 Sekunden anhalten 8. Langsam ausatmen
Wichtige Hinweise:
- Immer zur gleichen Tageszeit (morgens und abends)
- Regelmäßig anwenden
- Nicht abrupt absetzen
- Zusätzlich zum inhalativen Kortikoid – niemals allein!
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Formoterol oder Laktose
- Als alleinige Therapie bei Asthma (ohne ICS!)
Vorsicht bei:
- Schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- QT-Verlängerung
- Hyperthyreose
- Diabetes mellitus (kann Blutzucker erhöhen)
- Hypokaliämie
- Phäochromozytom
Schwangerschaft: Nur bei klarer Indikation. Asthma-Kontrolle ist wichtiger als theoretische Risiken.
Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Formoterol beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Die Anwendung in der Stillzeit sollte nur erwogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für das Kind überwiegt.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Tremor (Zittern der Hände)
- Herzklopfen
- Kopfschmerzen
Gelegentlich:
- Tachykardie
- Muskelkrämpfe
- Unruhe, Nervosität
- Schlafstörungen
- Mundtrockenheit
Selten:
- Übelkeit
- Herzrhythmusstörungen
- Hypokaliämie (bei hohen Dosen)
- Allergische Reaktionen
Sehr selten:
- Paradoxer Bronchospasmus
Hinweis: Nebenwirkungen sind bei inhalativer Anwendung deutlich geringer als bei oraler Gabe.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen:
- Betablocker – können Formoterol-Wirkung aufheben
- Nicht-selektive Betablocker bei Asthma meiden!
- QT-verlängernde Medikamente – erhöhtes Arrhythmie-Risiko
- MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva – verstärkte Herzwirkung
- Kortikoide, Diuretika – Hypokaliämie-Risiko
Sinnvolle Kombination:
- Inhalative Kortikoide (zwingend bei Asthma)
- Anticholinergika (z.B. Tiotropium)
Häufige Fragen
Studien haben gezeigt, dass LABA-Monotherapie bei Asthma das Risiko schwerer Exazerbationen erhöht. Formoterol behandelt nur die Symptome (Bronchokonstriktion), nicht die zugrunde liegende Entzündung. Deshalb immer zusammen mit einem inhalativen Kortikoid!
Formoterol wirkt deutlich schneller (1-3 Minuten vs. 15-20 Minuten bei Salmeterol). Deshalb kann Formoterol auch bei Bedarf eingesetzt werden, z.B. in der MART-Therapie mit Symbicort oder Foster.
Ja, eine Inhalation 15 Minuten vor dem Sport kann Belastungsasthma vorbeugen. Die Wirkung hält etwa 12 Stunden an.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





