Was ist L-Thyroxin Henning®?
L-Thyroxin Henning® enthält den Wirkstoff Levothyroxin, eine synthetisch hergestellte Form des körpereigenen Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4). Angewendet wird es, wenn die Schilddrüse zu wenig eigene Hormone bildet — bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), nach einer Schilddrüsenoperation oder einer Radiojodtherapie.
L-Thyroxin Henning® enthält ausschliesslich T4. Darin unterscheidet es sich von Kombinationspräparaten, die zusätzlich Liothyronin (T3) enthalten. Der Körper wandelt einen Teil des zugeführten T4 selbst in das stoffwechselaktivere T3 um; für die meisten Menschen reicht diese körpereigene Umwandlung aus.
Levothyroxin wird üblicherweise morgens auf nüchternen Magen mit etwas Wasser eingenommen, mit deutlichem Abstand zum Frühstück. Der Grund ist die Aufnahme im Darm: Kalzium- und Eisenpräparate, magensäurebindende Mittel, Sojaprodukte und Kaffee können sie vermindern.
Die passende Dosis ist individuell sehr verschieden. Sie wird ärztlich anhand der Blutwerte — vor allem des TSH-Werts — festgelegt und nach jeder Änderung erneut überprüft. Weil schon kleine Unterschiede in der Aufnahme spürbar sein können, sollte ein Wechsel zwischen Präparaten verschiedener Hersteller nicht eigenmächtig erfolgen.
Anzeichen einer Überdosierung wie Herzrasen, Unruhe, Schlaflosigkeit oder Gewichtsverlust gehören ärztlich abgeklärt. Einzelheiten zu Einnahme, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen stehen in der Packungsbeilage.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Levothyroxin
Novothyral ersetzt beide Schilddrüsenhormone:
Levothyroxin (T4):
- Langwirksames Speicherhormon
- Wird im Körper zu T3 umgewandelt
- Halbwertszeit ca. 7 Tage
- Sorgt für einen stabilen Hormonspiegel
Liothyronin (T3):
- Das biologisch aktive Schilddrüsenhormon
- Wirkt direkt an den Zielzellen
- Halbwertszeit nur ca. 1 Tag
- Schnellerer Wirkungseintritt
Kombination: Die Kombination ahmt die natürliche Hormonproduktion der Schilddrüse nach, die sowohl T4 als auch T3 produziert. Der T3-Anteil kann bei manchen Patienten Symptome verbessern, die unter reiner T4-Therapie bestehen bleiben.
Für wen ist es geeignet?
Novothyral kann geeignet sein für:
- Patienten mit Hypothyreose, die unter reinem T4 weiterhin Symptome haben
- Nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung
- Bei nachgewiesener eingeschränkter T4-zu-T3-Umwandlung
Standardtherapie bleibt L-Thyroxin allein. Die Kombinationstherapie ist nicht für alle Patienten geeignet und wird von Fachgesellschaften nicht generell empfohlen.
Nicht geeignet bei:
- Herzkrankheiten (T3-Anteil kann Herzrhythmusstörungen begünstigen)
- Älteren Patienten (erhöhtes kardiovaskuläres Risiko)
- Osteoporose
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärken:
- Novothyral 75: 75 mcg T4 + 15 mcg T3
- Novothyral 100: 100 mcg T4 + 20 mcg T3
Dosierung:
- Individuell nach TSH, fT3 und fT4
- Beginn mit der niedrigsten Dosis
- Engmaschige Laborkontrollen erforderlich
- Umstellung von L-Thyroxin auf Novothyral nur unter ärztlicher Aufsicht
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Morgens, nüchtern, 30 Minuten vor dem Frühstück
- Mit einem Glas Wasser
- Jeden Tag zur gleichen Zeit
Besondere Hinweise zum T3-Anteil:
- T3 hat eine kürzere Wirkdauer als T4
- Manche Patienten spüren nach Einnahme einen leichten Energieschub
- TSH-Wert allein reicht nicht zur Dosisüberwachung – auch fT3 und fT4 bestimmen
Abstandsregeln wie bei L-Thyroxin: Mind. 2 h Abstand zu Kalzium, Eisen, Magnesium, Antazida.
Gegenanzeigen
Novothyral darf nicht eingenommen werden bei:
- Unbehandelter Nebennierenrindeninsuffizienz
- Akutem Herzinfarkt, akuter Myokarditis
- Unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion
Besondere Vorsicht (wegen T3-Anteil):
- Koronare Herzkrankheit
- Herzrhythmusstörungen
- Herzinsuffizienz
- Ältere Patienten
- Bluthochdruck
- Osteoporose
Schwangerschaft: Schilddrüsenhormone sind in der Schwangerschaft essenziell. Eine Umstellung auf reines T4 kann sinnvoll sein. Engmaschige ärztliche Betreuung nötig.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei korrekter Dosierung: Im Idealfall keine Nebenwirkungen.
Mögliche Beschwerden durch T3-Anteil:
- Herzrasen, Herzklopfen (häufiger als bei reinem T4)
- Innere Unruhe
- Schwitzen
- Zittern
- Schlafstörungen (v. a. bei Einnahme am Abend)
Bei Überdosierung: Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion – Herzrasen, Gewichtsverlust, Durchfall, Nervosität.
Langfristig bei Überdosierung:
- Erhöhtes Osteoporose-Risiko
- Vorhofflimmern
Wechselwirkungen
Identisch mit L-Thyroxin:
- Kalzium, Eisen, Magnesium (2 h Abstand)
- Cholestyramin (4-5 h Abstand)
- Antazida, PPI
Wirkungsverstärkung:
- Antikoagulanzien (Blutungsrisiko)
- Sympathomimetika (Herzwirkung verstärkt)
Wirkungsabschwächung durch:
- Östrogene (Dosisbedarf erhöht)
- Carbamazepin, Phenytoin
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.




