Was ist Imigran Nasal?
Imigran® Nasal ist ein verschreibungspflichtiges Medikament in Form eines Nasensprays, das zur akuten Behandlung von Migräneanfällen eingesetzt wird. Es ist besonders geeignet für mittelschwere bis schwere Migräneattacken, die mit oder ohne Aura einhergehen können. Der enthaltene Wirkstoff Sumatriptan gehört zur Gruppe der Triptane und ist darauf ausgelegt, Migränesymptome zu lindern.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Sumatriptan 20 mg
Der Wirkstoff Sumatriptan in Imigran® Nasal entfaltet seine Wirkung, indem er gezielt an bestimmte Bindungsstellen im Körper, sogenannte 5HT-1-Rezeptoren, andockt. Diese Interaktion führt dazu, dass sich die während eines Migräneanfalls erweiterten Blutgefäße im Kopf, etwa an der Hirnhaut, wieder verengen. Dies reduziert die Reizung der Gefäße und trägt somit zur Linderung der Migräneschmerzen bei.
Vorteil der nasalen Anwendung: Imigran® Nasal wird als Spray in die Nase gegeben und muss nicht als Tablette geschluckt werden. Dies ist besonders vorteilhaft für Personen, die während einer Migräneattacke unter starker Übelkeit oder Erbrechen leiden.
Für wen ist es geeignet?
Imigran® Nasal ist geeignet für Erwachsene, die:
- Unter akuten, mittelschweren bis schweren Migräneattacken leiden.
- Eine schnelle Linderung ihrer Migränesymptome benötigen.
- Eine Alternative zu oralen Medikamenten suchen, insbesondere bei Migräne mit Übelkeit und Erbrechen.
Verfügbare Dosierungen
Empfohlene Dosierung:
- Erwachsene (18 Jahre und älter): Bei Beginn der Kopfschmerzen einen Sprühstoß Imigran® Nasal (20 mg Sumatriptan) in ein Nasenloch verabreichen.
- Jugendliche (12 bis 17 Jahre): 10 mg Sumatriptan (Imigran® Nasal mite) in ein Nasenloch, höchstens 2 Sprühstöße innerhalb von 24 Stunden, nur nach Verschreibung durch einen Spezialisten oder einen in der Migränebehandlung sehr erfahrenen Arzt.
Maximaldosis:
- Bei Erwachsenen dürfen innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 2 Sprühstöße Imigran® Nasal (insgesamt 40 mg Sumatriptan) angewendet werden.
- Imigran® Nasal ist nicht zur Vorbeugung von Migräneattacken geeignet.
- Der übermäßige Gebrauch von Arzneimitteln gegen Kopfschmerzen kann diese verschlimmern. Darauf können häufige oder tägliche Kopfschmerzen trotz oder wegen der regelmäßigen Anwendung von Kopfschmerzmitteln hindeuten. Tritt dies ein oder besteht der Verdacht darauf, holen Sie ärztlichen Rat ein. Die Behandlung sollte dann abgebrochen werden.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Nasenspray
- Stärken
- 10 mg, 20 mg
- Packungsgrößen
- 2 Sprühstöße
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 10 mg | 2 Sprühstöße | 00746225 | 0 Tage |
| 20 mg | 2 Sprühstöße | 08602419 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Anwendung von Imigran® Nasal:
- Öffnen Sie die Verpackung erst unmittelbar vor der Anwendung.
- Nehmen Sie eine bequeme Sitzposition ein und putzen Sie gegebenenfalls Ihre Nase.
- Halten Sie das Nasenspray in einer Hand und verschließen Sie mit der anderen Hand ein Nasenloch.
- Führen Sie das Rohr des Nasensprays etwa 1 cm in das offene Nasenloch ein.
- Atmen Sie langsam durch den Mund aus und schließen Sie ihn dann.
- Beginnen Sie langsam durch die Nase einzuatmen und drücken Sie gleichzeitig den Auslösekolben. Ein leises 'Klick' signalisiert die Entleerung der Sprühflasche.
- Halten Sie den Kopf nach der Anwendung für 10 bis 20 Sekunden aufrecht und atmen Sie dabei weiterhin durch die Nase ein und den Mund aus, um die Wirksamkeit zu unterstützen.
Wichtiger Hinweis:
- Die Anwendung sollte idealerweise zu Beginn eines Migräneanfalls erfolgen, sobald die Kopfschmerzen einsetzen.
- Sollten die Beschwerden nach anfänglicher Besserung erneut auftreten, darf innerhalb von 24 Stunden eine weitere Dosis angewendet werden, frühestens 2 Stunden nach der ersten und unter Beachtung der maximalen Tagesdosis.
- Hat die erste Dosis nicht geholfen, wenden Sie für denselben Anfall keine zweite Dosis an.
Gegenanzeigen
Imigran® Nasal darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Sumatriptan oder andere Bestandteile des Medikaments.
- Kindern unter 12 Jahren und Personen über 65 Jahren (Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren nur nach Verschreibung durch einen Spezialisten oder einen in der Migränebehandlung sehr erfahrenen Arzt, empfohlene Dosis 10 mg Sumatriptan).
- Bestehenden oder früheren Herzinfarkten.
- Koronarer Herzkrankheit oder speziellen Formen der Angina pectoris (z.B. Prinzmetal-Angina).
- Beschwerden oder Anzeichen, die auf eine koronare Herzkrankheit hindeuten.
- Peripheren Gefäßerkrankungen.
- Schlaganfall oder vorübergehender Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA) in der Vorgeschichte.
- Mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck sowie leichtem, nicht ausreichend eingestelltem Bluthochdruck.
- Bestimmten seltenen Migräneformen (Basilarismigräne, hemiplegische Migräne, ophthalmoplegische Migräne).
- Schweren Leberfunktionsstörungen.
- Gleichzeitiger Anwendung anderer Triptane sowie Ergotamin- oder Ergotaminderivat-haltiger Medikamente (einschließlich Methysergid).
- Gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern und innerhalb von zwei Wochen nach deren Absetzen.
Besondere Vorsicht und ärztliche Rücksprache sind erforderlich bei:
- Leichtem, gut eingestelltem Bluthochdruck.
- Eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion.
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide, da dann allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock möglich sind.
- Epilepsie oder einer erhöhten Krampfneigung.
- Gleichzeitiger Einnahme bestimmter Antidepressiva (SSRI, SNRI), da in seltenen Fällen ein Serotonin-Syndrom auftrat. Ist die gemeinsame Anwendung notwendig, ist eine ärztliche Überwachung erforderlich.
- Diabetes mellitus oder Übergewicht.
- Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, zum Beispiel starkem Rauchen oder einer Nikotinersatztherapie. Vor der Anwendung sollte dann eine Untersuchung auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße erfolgen.
- Männern über 40 Jahren oder Frauen in den Wechseljahren, insbesondere bei erhöhtem Risiko für Gefäßverengungen am Herzen.
Schwangerschaft und Stillzeit:
- In der Schwangerschaft sollte Imigran® Nasal nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter ein mögliches Risiko für das Kind überwiegt.
- Sumatriptan geht in die Muttermilch über. Stillen Sie bis 12 Stunden nach der Anwendung nicht und verwerfen Sie die in dieser Zeit abgepumpte Milch.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Unangenehmer Geschmack im Mund.
Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Übelkeit und Erbrechen.
- Hitzegefühl, Kribbeln oder Schmerzen.
- Druck- oder Engegefühl (auch in Brust und Rachen).
- Schweregefühl.
- Schwindel und Benommenheit.
- Müdigkeit, Schläfrigkeit.
- Vorübergehender Anstieg des Blutdrucks.
- Nasenbluten, Reizungen oder Brennen in der Nase/im Rachen.
Ernstzunehmende Nebenwirkungen:
- Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Hautausschlag, Atemprobleme, pfeifende Atemgeräusche oder geschwollene Augenlider. Suchen Sie in diesem Fall umgehend einen Arzt auf.
- Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, die in den Hals ausstrahlen können und auf eine Durchblutungsstörung des Herzens hindeuten können. Wenden Sie dann keine weitere Dosis an und lassen Sie sich umgehend ärztlich untersuchen.
- Herzinfarkt, Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (koronare Vasospasmen), Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen.
- Krampfanfälle.
- Sehstörungen bis hin zum Sehverlust, der auch bleibend sein kann.
- Durchblutungsstörung des Darms (ischämische Kolitis).
Für eine vollständige Liste der möglichen Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage.
Verkehrstüchtigkeit: Sowohl der Migräneanfall als auch die Behandlung mit Sumatriptan können Müdigkeit hervorrufen. Diese kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinflussen.
Wechselwirkungen
Wichtige Wechselwirkungen:
- Ergotamin und verwandte Wirkstoffe (einschließlich Methysergid) sowie andere Triptane: Die gleichzeitige Anwendung ist nicht erlaubt. Nach einem ergotaminhaltigen Arzneimittel oder einem anderen Triptan sollten Sie mindestens 24 Stunden warten, bevor Sie Imigran® Nasal anwenden. Nach Imigran® Nasal sollten Sie mindestens 6 Stunden bis zu einem ergotaminhaltigen Arzneimittel und mindestens 24 Stunden bis zu einem anderen Triptan warten.
- MAO-Hemmer (Monoaminooxidase-Hemmer): Imigran® Nasal darf nicht gleichzeitig und nicht innerhalb von zwei Wochen nach dem Absetzen eines MAO-Hemmers angewendet werden.
- SSRIs und SNRIs (bestimmte Antidepressiva): In seltenen Fällen wurde bei gleichzeitiger Anwendung über ein Serotonin-Syndrom berichtet, unter anderem mit Bewusstseinsveränderungen, Störungen des vegetativen Nervensystems und Störungen von Muskeln und Nerven. Ist die gemeinsame Anwendung medizinisch notwendig, sollten Sie ärztlich überwacht werden.
- Johanniskraut: Bei gleichzeitiger Anwendung können Nebenwirkungen häufiger auftreten.
Häufige Fragen
Imigran® Nasal ist ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Sumatriptan, das zur akuten Behandlung von mittelschweren bis schweren Migräneattacken mit oder ohne Aura eingesetzt wird. Es dient der Linderung der Migränesymptome, nicht deren Vorbeugung.
Die Wirkung von Imigran® Nasal setzt in der Regel schnell ein. Es sollte möglichst früh bei Beginn der Migränekopfschmerzen angewendet werden. Es ist jedoch auch gleichermaßen wirksam, wenn es zu einem späteren Zeitpunkt während der Attacke eingenommen wird.
Ja, Imigran® Nasal ist besonders vorteilhaft bei Migräne mit starker Übelkeit und Erbrechen.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.




