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Potenzmittel im Vergleich: Sildenafil, Tadalafil & Vardenafil
Männergesundheit24. April 20267 min Lesezeit

Potenzmittel im Vergleich: Sildenafil, Tadalafil & Vardenafil

Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil – die bekannten Potenzmittel unterscheiden sich vor allem in Wirkeintritt und Wirkdauer. Erfahren Sie, was die PDE-5-Hemmer auszeichnet und worauf Sie unbedingt achten müssen.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 24. April 2026

Wie PDE-5-Hemmer bei Erektionsstörungen wirken

Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) sind weit verbreitet und nehmen mit dem Alter zu. Die bekanntesten Medikamente zur Behandlung gehören alle zur selben Wirkstoffgruppe: den PDE-5-Hemmern (Phosphodiesterase-5-Hemmer) Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil. Sie unterscheiden sich weniger im Wirkprinzip als in Details wie Wirkeintritt und Wirkdauer.

Das Wirkprinzip lässt sich vereinfacht so beschreiben: Bei sexueller Erregung wird im Schwellkörper des Penis Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt, was über mehrere Schritte zu einer Erweiterung der Blutgefäße und damit zu einer Erektion führt. Ein Enzym namens PDE-5 baut den dafür wichtigen Botenstoff cGMP wieder ab. PDE-5-Hemmer blockieren genau dieses Enzym. Dadurch bleibt mehr cGMP erhalten, die Gefäße können sich besser weiten und eine Erektion fällt leichter.

Ein wichtiger und oft missverstandener Punkt: PDE-5-Hemmer sind keine „Lustpillen" und lösen keine Erektion aus dem Nichts aus. Sie unterstützen die natürliche Reaktion des Körpers nur dann, wenn auch eine sexuelle Stimulation vorliegt – ohne Erregung passiert nichts. Das Medikament verbessert also die Voraussetzungen für eine Erektion, ersetzt aber weder Lust noch Erregung.

Alle PDE-5-Hemmer sind in Deutschland verschreibungspflichtig – aus gutem Grund: Eine Erektionsstörung kann ein Warnzeichen für andere Erkrankungen sein, und es gibt ernst zu nehmende Gegenanzeigen, die ärztlich geprüft werden müssen.

Die Wirkstoffe im direkten Vergleich

Die einzelnen PDE-5-Hemmer haben jeweils ein eigenes Profil. Welcher Wirkstoff im Einzelfall geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren, Begleiterkrankungen, anderen Medikamenten und persönlichen Vorlieben ab – das ist eine ärztliche Entscheidung. Zur Orientierung ein Überblick:

Sildenafil (bekannt als Viagra)

  • Wirkeintritt: in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme
  • Wirkdauer: typischerweise rund 4 bis 6 Stunden
  • Besonderheit: Eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkeintritt verzögern; viele nehmen Sildenafil daher eher nüchtern ein

Tadalafil (bekannt als Cialis)

  • Wirkeintritt: meist innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten
  • Wirkdauer: deutlich länger, bis zu etwa 36 Stunden – daher der Spitzname „Wochenendpille"
  • Besonderheit: auch in einer niedrig dosierten Form zur täglichen Einnahme verfügbar, die eine durchgehende Wirkung ermöglicht und vom Zeitpunkt sexueller Aktivität entkoppelt; die Nahrungsaufnahme spielt eine geringere Rolle

Vardenafil (bekannt als Levitra)

  • Wirkeintritt: ähnlich wie Sildenafil, meist innerhalb von etwa 25 bis 60 Minuten
  • Wirkdauer: in einem ähnlichen Bereich wie Sildenafil, etwa 4 bis 6 Stunden
  • Besonderheit: gilt als vergleichsweise gut steuerbar; auch hier kann eine fettreiche Mahlzeit den Wirkeintritt beeinflussen

Avanafil (kurz erwähnt)

Avanafil ist ein neuerer PDE-5-Hemmer mit häufig rascherem Wirkeintritt (teils schon nach etwa 15 bis 30 Minuten) und kürzerer Wirkdauer – eine Option, wenn ein schneller Wirkbeginn gewünscht ist.

Bei den Nebenwirkungen ähneln sich die Wirkstoffe, da sie demselben Mechanismus folgen: Häufig sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung („Flush"), verstopfte Nase, Verdauungsbeschwerden und Schwindel; bei Tadalafil mitunter Rücken- oder Muskelschmerzen. Sehr selten, aber ernst zu nehmen sind anhaltende, schmerzhafte Erektionen (Priapismus) oder plötzliche Seh- oder Hörstörungen – hier ist umgehend ärztliche Hilfe nötig.

Wichtige Warnhinweise: Wann PDE-5-Hemmer gefährlich sind

So gut PDE-5-Hemmer untersucht und für viele Männer hilfreich sind – es gibt Situationen, in denen sie nicht eingenommen werden dürfen. Diese Warnhinweise sind der zentrale Grund für die Verschreibungspflicht und dürfen niemals übergangen werden.

Die absolut wichtigste Gegenanzeige betrifft die gleichzeitige Einnahme von Nitraten und verwandten Substanzen: Dazu gehören Nitroglycerin-Sprays oder -Kapseln gegen Angina pectoris (Herzenge), bestimmte Herzmedikamente sowie die Substanz Molsidomin. Auch das in der Drogenszene als „Poppers" bekannte Amylnitrit zählt dazu. Die Kombination kann zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall führen. PDE-5-Hemmer und Nitrate dürfen deshalb auf keinen Fall zusammen angewendet werden.

Darüber hinaus ist bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen besondere Vorsicht geboten. Sexuelle Aktivität bedeutet eine körperliche Belastung. Wer einen kürzlich erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte, an einer instabilen Angina pectoris, schwerer Herzschwäche, bestimmten Herzrhythmusstörungen oder einem sehr niedrigen oder schlecht eingestellten Blutdruck leidet, muss vor einer Einnahme unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Auch bestimmte Augenerkrankungen, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen und manche weiteren Medikamente (etwa bestimmte Alphablocker oder einige Wirkstoffe gegen Lungenhochdruck) erfordern eine sorgfältige Prüfung.

Ein weiterer ernster Punkt: Eine Erektionsstörung kann ein frühes Warnsignal für Gefäß- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder hormonelle Störungen sein. Die Gefäße des Penis sind klein und reagieren oft früher als die Herzkranzgefäße. Wer eine erektile Dysfunktion nur „wegmedikamentiert", ohne die Ursache abklären zu lassen, übersieht womöglich eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung – gerade deshalb gehört eine neu aufgetretene Erektionsstörung ärztlich abgeklärt.

Original, Generikum und seriöse Verordnung (FAQ)

Seit dem Auslaufen einiger Patente sind viele PDE-5-Hemmer auch als Generika erhältlich. Das wirft verständliche Fragen auf – und macht es zugleich wichtig, seriöse von dubiosen Bezugsquellen zu unterscheiden.

Original oder Generikum – was ist besser?

Ein Generikum enthält denselben Wirkstoff in derselben Dosierung wie das Originalpräparat und muss dieselben gesetzlichen Qualitäts- und Wirksamkeitsanforderungen erfüllen. Unterschiede liegen meist nur im Namen, im Preis und in unkritischen Hilfsstoffen. Aus medizinischer Sicht ist ein in der Apotheke bezogenes Generikum dem Original in aller Regel gleichwertig – oft jedoch deutlich günstiger.

Warum sind dubiose „Potenzmittel" aus dem Internet gefährlich?

Vorsicht ist bei vermeintlich rezeptfreien Potenzmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln mit Potenzversprechen oder Angeboten ohne ärztliche Prüfung geboten. Solche Produkte aus unseriösen Quellen können gefälscht sein, falsch oder gar nicht dosierte Wirkstoffe, nicht deklarierte Beimengungen oder Verunreinigungen enthalten. Das ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko – gerade weil die wichtige Prüfung auf Gegenanzeigen wie Nitrate vollständig fehlt.

Wie läuft eine seriöse ärztliche Online-Verordnung ab?

Der sichere Weg führt immer über eine ärztliche Bewertung. Bei einem seriösen telemedizinischen Angebot wie deinrezept.de schildern Sie zunächst in einem medizinischen Fragebogen Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente. Eine Ärztin oder ein Arzt prüft, ob ein PDE-5-Hemmer für Sie infrage kommt, ob Gegenanzeigen vorliegen und ob eine weitere Abklärung nötig ist. Nur wenn dies vertretbar ist, wird ein Rezept ausgestellt; ein Anspruch darauf besteht nicht. So erhalten Sie ein geprüftes Arzneimittel aus einer Apotheke statt eines unkalkulierbaren Risikos aus fragwürdiger Quelle.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. PDE-5-Hemmer sind verschreibungspflichtig und dürfen niemals zusammen mit Nitraten oder Molsidomin (etwa Nitroglycerin-Spray bei Angina pectoris) eingenommen werden – es droht ein lebensbedrohlicher Blutdruckabfall. Lassen Sie eine neu aufgetretene Erektionsstörung ärztlich abklären, da sie ein Warnzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sein kann. Bei einer länger als mehrere Stunden anhaltenden, schmerzhaften Erektion, plötzlichen Seh- oder Hörstörungen, Brustschmerz oder Atemnot suchen Sie sofort ärztliche Hilfe oder rufen Sie den Notruf 112. Verzichten Sie auf vermeintlich rezeptfreie Potenzmittel aus unseriösen Quellen. Nehmen Sie verschreibungspflichtige Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung ein.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).