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CBD vs. THC: Unterschiede, Wirkung und Rechtslage in Deutschland
Cannabis13. Februar 20269 min Lesezeit

CBD vs. THC: Unterschiede, Wirkung und Rechtslage in Deutschland

CBD und THC sind die beiden wichtigsten Cannabinoide, unterscheiden sich aber grundlegend in Wirkung und Rechtslage. Erfahren Sie, welches Cannabinoid wofür eingesetzt wird und was in Deutschland legal ist.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was sind Cannabinoide? CBD und THC im Überblick

Cannabis enthält über 100 verschiedene Cannabinoide, von denen zwei besondere medizinische und gesellschaftliche Bedeutung haben: Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Obwohl beide aus derselben Pflanze stammen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper.

THC (Tetrahydrocannabinol) ist der psychoaktive Hauptwirkstoff von Cannabis. Es bindet an die CB1-Rezeptoren im Gehirn und erzeugt den typischen Rauschzustand. Medizinisch wird THC vor allem zur Schmerzlinderung, Appetitanregung und gegen Übelkeit eingesetzt.

CBD (Cannabidiol) wirkt nicht psychoaktiv, macht also nicht high. Es interagiert mit dem Endocannabinoidsystem auf andere Weise und hat entzündungshemmende, angstlösende und krampflösende Eigenschaften. CBD-Produkte sind in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen frei verkäuflich.

Medizinische Wirkungen im Vergleich

THC wird medizinisch eingesetzt bei:

  • Chronischen Schmerzen, insbesondere neuropathischen Schmerzen
  • Spastik bei Multipler Sklerose
  • Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie
  • Appetitlosigkeit und Kachexie bei schweren Erkrankungen
  • Bestimmten Schlafstörungsformen

CBD wird eingesetzt bei:

  • Bestimmten Epilepsieformen (zugelassenes Arzneimittel Epidyolex)
  • Angststörungen und Stress (als Nahrungsergänzung, nicht als Arzneimittel)
  • Entzündlichen Erkrankungen
  • Begleitend bei Schmerztherapie
  • Schlafproblemen

Wichtig: Während für THC-haltige Präparate umfangreiche klinische Studien vorliegen, ist die Studienlage für frei verkäufliche CBD-Produkte begrenzt. Die Wirksamkeitsversprechen vieler CBD-Anbieter sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Als zugelassenes Arzneimittel (Epidyolex) ist CBD jedoch gut erforscht.

Rechtslage in Deutschland 2026

Die Rechtslage rund um Cannabis hat sich in Deutschland durch das Cannabisgesetz (CanG) von April 2024 deutlich verändert:

THC: Der Besitz von Cannabis für Erwachsene ist in begrenzten Mengen (bis zu 25 Gramm in der Öffentlichkeit, bis zu 50 Gramm zu Hause) nicht mehr strafbar. Für die medizinische Anwendung ist weiterhin ein ärztliches Rezept erforderlich. Medizinisches Cannabis wird seit 2024 auf einem normalen Rezept verordnet, nicht mehr auf einem BtM-Rezept.

CBD: CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,2 Prozent sind in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetika frei verkäuflich. Sie benötigen kein Rezept. Allerdings dürfen sie nicht mit Heilversprechen beworben werden. Das verschreibungspflichtige CBD-Arzneimittel Epidyolex erfordert ein Rezept.

Wichtiger Hinweis: Der Eigenanbau von bis zu drei Cannabispflanzen ist für Erwachsene zum Eigenbedarf erlaubt. Für die medizinische Anwendung mit definierter Qualität und Dosierung sollten jedoch ausschließlich Apothekenprodukte verwendet werden, da der Wirkstoffgehalt bei Eigenanbau stark schwanken kann.

CBD-Produkte: Worauf Sie achten sollten

Der Markt für CBD-Produkte ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Nicht alle Produkte halten, was sie versprechen. Beim Kauf sollten Sie auf folgende Punkte achten:

Qualität und Herkunft: Seriös hergestellte CBD-Produkte verfügen über Analysezertifikate unabhängiger Labore, die den CBD-Gehalt und die Abwesenheit von Schadstoffen bestätigen. Achten Sie auf Produkte aus EU-zertifiziertem Nutzhanf.

THC-Grenzwert: Der THC-Gehalt muss unter 0,2 Prozent liegen. Hochwertige CBD-Produkte unterschreiten diesen Wert deutlich. Bei Produkten ohne klare Angaben zum THC-Gehalt ist Vorsicht geboten.

Darreichungsform: CBD ist als Öl, Kapseln, Cremes, Blüten zum Verdampfen und in vielen weiteren Formen erhältlich. CBD-Öle bieten die flexibelste Dosierung, Kapseln die einfachste Anwendung.

Keine Heilversprechen: Seriös aufgestellte Anbieter versprechen keine Heilung von Krankheiten. CBD-Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel. Bei ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Wann brauche ich ein Rezept?

Die Frage, ob ein Rezept notwendig ist, hängt vom gewünschten Produkt ab:

Kein Rezept nötig für: Frei verkäufliche CBD-Produkte (Öle, Kapseln, Kosmetika) mit weniger als 0,2 Prozent THC. Diese können in Drogerien, Apotheken und Online-Shops erworben werden.

Rezept erforderlich für: Alle THC-haltigen Cannabis-Arzneimittel (Blüten, Extrakte, Dronabinol) sowie das CBD-Arzneimittel Epidyolex. Die ärztliche Verordnung kann auch telemedizinisch erfolgen.

Wenn Sie medizinisches Cannabis mit THC für chronische Schmerzen, Schlafstörungen oder andere Beschwerden in Erwägung ziehen, ist eine ärztliche Konsultation der erste Schritt. Über Plattformen wie deinrezept.de können Sie eine telemedizinische Beratung in Anspruch nehmen und prüfen lassen, ob ein Cannabis-Rezept für Sie in Frage kommt.

Themen
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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).