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Valaciclovir
Lippenherpes

Valaciclovir

Antivirales Prodrug zur Behandlung von Lippenherpes mit einfacher Dosierung.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Valaciclovir?

Valaciclovir ist ein Prodrug, das im Körper zu Aciclovir umgewandelt wird. Es bietet dieselbe antivirale Wirkung gegen Herpesviren, wird aber besser vom Körper aufgenommen. Dadurch sind höhere Wirkspiegel erreichbar, und die Einnahme ist einfacher (weniger Tabletten pro Tag).

Das Medikament wird zur Behandlung und Prophylaxe von Herpes genitalis, Lippenherpes und Gürtelrose eingesetzt. Bei Genitalherpes ist Valaciclovir oft die bevorzugte Wahl wegen des bequemeren Dosierungsschemas.

Bekannt ist Valaciclovir unter dem Markennamen Valtrex®.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Valaciclovir

Valaciclovir wird im Körper rasch zu Aciclovir umgewandelt:

Pharmakokinetik:

  • Nach oraler Einnahme wird Valaciclovir zu 54% in Aciclovir umgewandelt (Bioverfügbarkeit)
  • Im Vergleich: Aciclovir-Tabletten haben nur 15-30% Bioverfügbarkeit
  • Höhere Aciclovir-Spiegel im Blut möglich

Wirkmechanismus (identisch mit Aciclovir): 1. Aktivierung durch virale Thymidinkinase 2. Hemmung der viralen DNA-Polymerase 3. DNA-Kettenabbruch 4. Stopp der Virusvermehrung

Vorteile gegenüber Aciclovir:

  • Bessere Aufnahme aus dem Darm
  • Höhere Wirkstoffspiegel
  • Weniger Tabletten pro Tag
  • Bessere Compliance

Für wen ist es geeignet?

Valaciclovir ist geeignet bei:

  • Genitalherpes (Erstinfektion und Rezidive)
  • Suppressionstherapie bei häufigem Genitalherpes
  • Lippenherpes
  • Gürtelrose
  • Reduzierung des Übertragungsrisikos an Partner

Vorteile:

  • Einfachere Einnahme als Aciclovir
  • Gut geeignet für Langzeitprophylaxe
  • Nachgewiesene Reduktion der Partnertransmission

Gleiche Einschränkungen wie Aciclovir:

  • Heilt Herpes nicht
  • Sollte früh begonnen werden
  • Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz

Verfügbare Dosierungen

Genitalherpes – Erstinfektion:

  • 500 mg 2x täglich für 10 Tage

Genitalherpes – Rezidiv:

  • 500 mg 2x täglich für 3-5 Tage ODER
  • 1000 mg 1x täglich für 3-5 Tage

Suppressionstherapie:

  • 500 mg 1x täglich (bei <10 Rezidiven/Jahr)
  • 1000 mg 1x täglich (bei ≥10 Rezidiven/Jahr)
  • 500 mg 1x täglich zur Reduktion der Transmission

Lippenherpes:

  • 2000 mg 2x täglich für 1 Tag (12 Stunden Abstand)

Gürtelrose:

  • 1000 mg 3x täglich für 7 Tage

Verfügbare Stärken:

  • 500 mg Tabletten
  • 1000 mg Tabletten

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Mit reichlich Wasser (mindestens 200 ml)
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Bei Mehrfachdosen: gleichmäßige Abstände

Bei akutem Ausbruch:

  • So früh wie möglich beginnen
  • Idealerweise beim ersten Kribbeln
  • Je früher, desto besser die Wirkung

Suppressionstherapie:

  • Jeden Tag zur etwa gleichen Zeit
  • Nicht vergessen – regelmäßige Einnahme wichtig
  • Nach 6-12 Monaten Auslassversuch möglich

Wichtig: Ausreichend trinken während der Behandlung, um die Nieren zu schützen.

Gegenanzeigen

Nicht anwenden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Valaciclovir oder Aciclovir

Dosisanpassung bei:

  • Niereninsuffizienz (wichtig!)
  • Älteren Patienten
  • Dehydratation

Schwangerschaft und Stillzeit: Kann bei entsprechender Indikation angewendet werden. Langjährige Erfahrung, keine bekannten Risiken für das Kind.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Schwindel
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Hautausschlag
  • Photosensibilität

Selten (besonders bei hohen Dosen/Niereninsuffizienz):

  • Neurologische Symptome (Verwirrtheit, Halluzinationen)
  • Nierenprobleme
  • Thrombotische Mikroangiopathie (bei immunsupprimierten Patienten)

Im Vergleich zu Aciclovir: Ähnliches Nebenwirkungsprofil, da Valaciclovir in Aciclovir umgewandelt wird.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen:

  • Nephrotoxische Medikamente – additive Nierenbelastung
  • Mycophenolat – erhöhte Spiegel
  • Cimetidin, Probenecid – verzögerte Ausscheidung

Bei Niereninsuffizienz: Dosisreduktion erforderlich, da Aciclovir über die Nieren ausgeschieden wird.

Kein relevanter Einfluss:

  • Hormonelle Verhütung
  • Übliche Alltagsmedikamente

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.