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Torasemid
Bluthochdruck

Torasemid

Modernes Schleifendiuretikum mit längerer Wirkung und weniger Kaliumverlust als Furosemid.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Torasemid?

Torasemid ist ein Schleifendiuretikum der neueren Generation und eine Weiterentwicklung gegenüber Furosemid. Es wird bei Bluthochdruck und Ödemen infolge von Herzinsuffizienz, Nieren- oder Lebererkrankungen eingesetzt.

Im Vergleich zu Furosemid bietet Torasemid mehrere Vorteile: eine höhere und zuverlässigere Bioverfügbarkeit (80-100% vs. 50-70% bei Furosemid), eine längere Wirkdauer (12-16 Stunden), weniger Kaliumverlust und keine Rebound-Natriumretention. Bekannte Präparate sind Torasemid HEXAL®, Torasemid-ratiopharm und Torem®.

In der niedrigen Dosis von 2,5-5 mg wird Torasemid auch als mildes Diuretikum bei Bluthochdruck eingesetzt, ähnlich wie ein Thiazid.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Torasemid

Torasemid hemmt den NKCC2-Cotransporter in der Henle-Schleife:

Wirkmechanismus:

  • Hemmt die Rückresorption von Natrium, Kalium und Chlorid
  • Fördert die Wasserausscheidung
  • Senkt das Blutvolumen und den Blutdruck

Vorteile gegenüber Furosemid:

  • Höhere Bioverfügbarkeit (80-100% oral)
  • Gleichmäßigere Aufnahme (weniger variabel)
  • Längere Wirkdauer (12-16 Stunden vs. 4-6 Stunden)
  • Weniger Kaliumverlust
  • Keine Rebound-Natriumretention nach Wirkungsende
  • Zusätzliche Aldosteron-antagonistische Wirkung

Antihypertensive Wirkung: In niedriger Dosis (2,5-5 mg) wirkt Torasemid ähnlich wie ein Thiazid-Diuretikum und senkt den Blutdruck ohne starke Entwässerung. In höherer Dosis (10-200 mg) wirkt es als kräftiges Schleifendiuretikum.

Wirkungseintritt: Oral nach 1 Stunde. Maximale Wirkung nach 1-2 Stunden. Wirkdauer: 12-16 Stunden.

Für wen ist es geeignet?

Torasemid ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Bluthochdruck (niedrige Dosis)
  • Ödeme bei Herzinsuffizienz
  • Ödeme bei Nierenerkrankungen
  • Ödeme bei Leberzirrhose

Besonders empfohlen bei:

  • Herzinsuffizienz (TORAFIC-Studie zeigt Vorteile gegenüber Furosemid)
  • Patienten mit Kaliumverlust unter Furosemid
  • Wenn eine gleichmäßigere Entwässerung gewünscht ist
  • Bluthochdruck als milde diuretische Therapie

Nicht geeignet:

  • Anurie
  • Schwere Hypovolämie
  • Schwere Elektrolytstörungen
  • Hepatische Enzephalopathie
  • Überempfindlichkeit gegen Torasemid oder Sulfonylharnstoffe

Verfügbare Dosierungen

Bluthochdruck:

  • Übliche Dosis: 2,5-5 mg einmal täglich
  • Maximaldosis für Bluthochdruck: 5 mg täglich

Ödeme bei Herzinsuffizienz:

  • Startdosis: 5-10 mg einmal täglich
  • Übliche Dosis: 10-20 mg einmal täglich
  • Maximaldosis: 200 mg täglich

Ödeme bei Niereninsuffizienz:

  • 20-200 mg einmal täglich

Ödeme bei Leberzirrhose:

  • 5-10 mg einmal täglich (mit kaliumsparendem Diuretikum)

Verfügbare Stärken:

  • 2,5 mg, 5 mg, 10 mg, 20 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg Tabletten

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich, vorzugsweise morgens
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Mit ausreichend Wasser
  • Immer zur gleichen Tageszeit

Hinweise:

  • Regelmäßige Laborkontrollen (Elektrolyte, Nierenwerte, Blutzucker)
  • Gewicht regelmäßig kontrollieren
  • Ausreichend trinken (nach ärztlicher Anweisung)
  • Kaliumreiche Ernährung kann hilfreich sein
  • Bei Erbrechen oder Durchfall: Arzt kontaktieren

Vorteil gegenüber Furosemid: Durch die längere Wirkdauer ist der Harndrang gleichmäßiger und weniger störend als bei Furosemid.

Gegenanzeigen

Torasemid darf nicht eingenommen werden bei:

  • Anurie (keine Urinproduktion)
  • Präkomatöse oder komatöse hepatische Enzephalopathie
  • Schwere Hypokaliämie oder Hyponatriämie
  • Schwere Hypovolämie/Dehydratation
  • Überempfindlichkeit gegen Torasemid oder Sulfonylharnstoffe
  • Stillzeit

Vorsicht bei:

  • Diabetes mellitus (Blutzuckererhöhung)
  • Gicht/Hyperurikämie
  • Leberzirrhose (Elektrolyte engmaschig kontrollieren)
  • Gleichzeitige Einnahme von Digitalispräparaten
  • Prostatahyperplasie

Schwangerschaft: Nur bei strenger Indikation. Torasemid kann die Plazenta passieren und die fetale Diurese beeinflussen.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Vermehrter Harndrang (gewünscht)
  • Leichte Elektrolytverschiebungen
  • Mundtrockenheit
  • Erhöhte Harnsäure

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Hypokaliämie (weniger als bei Furosemid)
  • Hyponatriämie
  • Schwindel, Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Muskelkrämpfe
  • Blutzuckererhöhung

Selten:

  • Hautausschlag
  • Photosensibilisierung
  • Blutbildveränderungen
  • Pankreatitis
  • Hörstörungen (bei sehr hohen Dosen)

Vorteil: Torasemid verursacht weniger Hypokaliämie als Furosemid und hat eine gleichmäßigere Entwässerung ohne Rebound-Effekt.

Wechselwirkungen

Gefährliche Kombinationen:

  • Aminoglykoside → verstärkte Oto- und Nephrotoxizität
  • Cisplatin → verstärkte Nephrotoxizität
  • Lithium → erhöhte Lithiumspiegel

Vorsicht bei:

  • Digitalispräparate → Kaliumverlust verstärkt Digitalis-Toxizität
  • ACE-Hemmer/Sartane → verstärkte Hypotonie (besonders bei Erstgabe)
  • NSAR → verminderte diuretische Wirkung
  • Corticosteroide → verstärkter Kaliumverlust
  • Probenecid → verminderte Torasemid-Wirkung
  • Cholestyramin → verminderte Torasemid-Aufnahme

Hinweis: Torasemid hat weniger variable Aufnahme als Furosemid, was die Wechselwirkungen mit Nahrung und anderen Medikamenten berechenbarer macht.

Häufige Fragen

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.