Zum Hauptinhalt springen
deinrezept Logo
Ketotifen
Heuschnupfen

Ketotifen

Antihistaminikum mit mastzellstabilisierender Wirkung – für allergische Beschwerden der Augen und Nase.

Verschreibungspflichtig
Schnellnavigation

Was ist Ketotifen?

Ketotifen ist ein Antihistaminikum der ersten Generation mit einer Doppelwirkung: Es blockiert H1-Histaminrezeptoren und stabilisiert gleichzeitig Mastzellen, sodass weniger Histamin freigesetzt wird. Damit wirkt es nicht nur symptomatisch, sondern auch vorbeugend.

Ketotifen wird oral als Tabletten oder Sirup und topisch als Augentropfen eingesetzt. Die Augentropfen (z. B. Zaditen® ophtha) können bei allergischer Konjunktivitis (Bindehautentzündung) sowohl akut als auch prophylaktisch eingesetzt werden.

Die orale Form wird bei allergischem Asthma, allergischer Rhinitis und allergischen Hauterkrankungen angewendet. Ketotifen hat eine langsame Aufdosierung und benötigt einige Wochen, um seine volle mastzellstabilisierende Wirkung zu entfalten.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Ketotifenfumarat

Ketotifen besitzt eine duale Wirkung:

1. Antihistaminerge Wirkung:

  • Blockade der H1-Histaminrezeptoren
  • Linderung von Juckreiz, Niesen, Tränenfluss
  • Wirkt an Augen, Nase und Haut

2. Mastzellstabilisierung:

  • Hemmt die Degranulation von Mastzellen
  • Weniger Histamin und andere Entzündungsmediatoren werden freigesetzt
  • Präventiver Effekt bei regelmäßiger Anwendung
  • Bei Einnahme tritt die volle Wirkung erst nach 8–12 Wochen ein

Weitere Eigenschaften:

  • Hemmt die Phosphodiesterase (entzündungshemmend)
  • Reduziert die Eosinophilen-Aktivierung
  • Wirkt bronchodilatatorisch bei allergischem Asthma

Wirkungseintritt:

  • Antihistaminerge Wirkung: Innerhalb von 1–2 Stunden
  • Volle Wirkung: Nach 8–12 Wochen regelmäßiger Einnahme

Für wen ist es geeignet?

Ketotifen ist geeignet für:

Oral:

  • Prophylaxe und Behandlung allergischer Erkrankungen
  • Allergisches Asthma bronchiale (prophylaktisch)
  • Allergische Rhinitis und Konjunktivitis
  • Allergische Hauterkrankungen

Augentropfen:

  • Allergische Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
  • Saisonale und perenniale Augensymptome
  • Erwachsene und Kinder ab 3 Jahren

Besonders empfohlen bei:

  • Patienten, die sowohl Augen- als auch Nasensymptome haben
  • Prophylaktische Behandlung vor der Pollensaison
  • Allergischem Asthma als Zusatztherapie

Nicht geeignet:

  • Orale Form: Nicht erste Wahl wegen Sedierung
  • Nicht zur Akutbehandlung von Asthmaanfällen

Verfügbare Dosierungen

Oral – Erwachsene:

  • Anfangsdosis: 1 mg abends (langsam aufdosieren)
  • Erhaltungsdosis: 1 mg morgens und 1 mg abends
  • Maximaldosis: 2 mg zweimal täglich

Oral – Kinder (6 Monate bis 3 Jahre):

  • 0,5 mg (0,25 ml Sirup) zweimal täglich

Augentropfen (Zaditen® ophtha):

  • 1 Tropfen zweimal täglich in jedes betroffene Auge
  • Morgens und abends

Verfügbare Darreichungsformen:

  • 1 mg Kapseln / Tabletten
  • 1 mg/5 ml Sirup
  • 0,25 mg/ml Augentropfen

Anwendungsdauer:

  • Oral: Mindestens 2–3 Monate für volle Wirkung
  • Augentropfen: Während der gesamten Allergiesaison

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Augentropfen
Stärken
0,25 mg/ml
Packungsgrößen
5 ml
StärkePackungPZN
0,25 mg/ml5 ml01478258

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Einnahmehinweise

Orale Einnahme:

  • Abends beginnen (wegen Müdigkeit in der Anfangsphase)
  • Langsam über 1–2 Wochen auf die volle Dosis steigern
  • Mit oder ohne Nahrung
  • Nicht plötzlich absetzen (langsam ausschleichen)

Augentropfen:

  • Hände waschen vor Anwendung
  • Kontaktlinsen vorher herausnehmen (15 Minuten warten nach Einträufeln)
  • Tropfen in den Bindehautsack geben
  • Auge kurz geschlossen halten
  • Tränenpunkt 1 Minute leicht zudrücken

Wichtige Hinweise:

  • Die orale Form macht besonders initial müde – Einnahme abends beginnen
  • Volle Wirkung bei Einnahme erst nach 8–12 Wochen
  • Nicht für die akute Behandlung von Asthmaanfällen geeignet
  • Bestehende Asthma-Medikation nicht absetzen

Gegenanzeigen

Ketotifen darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Ketotifen oder sonstige Bestandteile
  • Akuter Asthma-Attacke (oral – nicht wirksam bei Akutanfall)

Vorsicht bei:

  • Epilepsie (oral – Ketotifen kann die Krampfschwelle senken)
  • Gleichzeitiger Einnahme von Antidiabetika (orale Form kann thrombozytopenieartige Zustände auslösen)
  • Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Für die orale Form liegen keine ausreichenden Daten vor. Augentropfen: Geringe systemische Aufnahme, dennoch ärztliche Rücksprache empfohlen. Ketotifen geht in die Muttermilch über.

Augentropfen:

  • Konservierungsmittel kann Kontaktlinsen verfärben
  • Bei Augeninfektionen nicht ohne ärztliche Abklärung anwenden

Mögliche Nebenwirkungen

Oral – Häufig (1–10 %):

  • Müdigkeit und Sedierung (besonders zu Beginn, lässt oft nach 1–2 Wochen nach)
  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Gewichtszunahme (bei Langzeitanwendung)
  • Gesteigerter Appetit

Oral – Gelegentlich:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Nervosität (bei Kindern)
  • Schlafstörungen

Augentropfen – Häufig:

  • Leichtes Brennen beim Einträufeln
  • Augenreizung
  • Verschwommenes Sehen (vorübergehend)

Augentropfen – Gelegentlich:

  • Bindehautrötung
  • Augentrockenheit
  • Kopfschmerzen

Hinweis: Die Müdigkeit bei oraler Anwendung ist der Hauptnachteil von Ketotifen. Sie lässt bei den meisten Patienten nach 1–2 Wochen nach.

Wechselwirkungen

Orale Einnahme:

  • Alkohol und ZNS-dämpfende Substanzen: Verstärkte Sedierung
  • Orale Antidiabetika: Mögliche reversible Thrombozytopenie (selten)
  • Antihistaminika: Additive Wirkung
  • Sedativa, Schlafmittel: Verstärkte Sedierung

Augentropfen:

  • Kaum systemische Wechselwirkungen aufgrund geringer Aufnahme
  • Andere Augentropfen: 5 Minuten Abstand einhalten

Hinweis: Bei oraler Einnahme ist insbesondere die sedative Wirkung in Kombination mit Alkohol oder anderen sedierenden Medikamenten relevant. Bei den Augentropfen sind klinisch relevante Wechselwirkungen selten.

Häufige Fragen

Die Augentropfen wirken lokal am Auge und haben kaum systemische Nebenwirkungen – insbesondere keine Müdigkeit. Die Tabletten wirken systemisch gegen Allergiesymptome an Nase, Augen und Haut, verursachen aber häufiger Müdigkeit und Gewichtszunahme.

Die orale Form von Ketotifen verursacht initial oft Müdigkeit. Durch langsames Aufdosieren (Beginn mit 1 mg abends) kann der Körper sich an die Wirkung gewöhnen. Nach 1–2 Wochen lässt die Schläfrigkeit bei den meisten Patienten nach.

Ketotifen hat eine mastzellstabilisierende Wirkung, die bei allergischem Asthma vorbeugend helfen kann. Es ersetzt aber keine Bedarfsmedikation (Salbutamol) oder Basistherapie (inhalatives Kortikosteroid). Es wird als Zusatztherapie eingesetzt.

Ähnliche Medikamente

Passt Ketotifen zu Ihnen?

Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Ketotifen | Antihistaminikum & Mastzellstabilisator | deinrezept