Was ist Avamys® (Fluticasonfuroat)?
Avamys® ist ein nasales Kortikosteroid-Spray mit dem Wirkstoff Fluticasonfuroat.
Fluticasonfuroat ist ein neueres Kortikosteroid mit einer besonders hohen Bindungsaffinität zum Glukokortikoidrezeptor und einer sehr geringen systemischen Aufnahme. Das bedeutet: starke lokale Wirkung in der Nase bei minimalen Nebenwirkungen im restlichen Körper.
Avamys® zeichnet sich zudem durch ein angenehmes Sprühprofil aus – der feine Sprühnebel verteilt sich gleichmäßig in der Nase.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Fluticasonfuroat
Fluticasonfuroat wirkt als starkes entzündungshemmendes Kortikosteroid in der Nasenschleimhaut:
Wirkmechanismus:
- Bindet an den Glukokortikoidrezeptor in den Zellen der Nasenschleimhaut
- Hemmt die Freisetzung von Entzündungsmediatoren (Prostaglandine, Leukotriene, Zytokine)
- Reduziert die Einwanderung von Entzündungszellen (Eosinophile, Mastzellen, Lymphozyten)
- Verringert die Schwellung der Nasenschleimhaut
Wirkung auf Symptome:
- Verstopfte Nase
- Nasenlaufen
- Niesen
- Juckreiz
- Auch Augensymptome werden oft gebessert (naso-okulärer Reflex)
Wirkungseintritt: Eine spürbare Besserung tritt häufig schon nach 8 Stunden ein. Die volle Wirkung entwickelt sich über mehrere Tage regelmäßiger Anwendung.
Für wen ist es geeignet?
Avamys® ist geeignet für:
- Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit allergischer Rhinitis
- Kinder ab 6 Jahren (unter ärztlicher Aufsicht)
- Saisonale und perenniale allergische Rhinitis
- Mäßige bis schwere Symptome, insbesondere nasale Verstopfung
Besonders empfohlen bei:
- Verstopfter Nase als Hauptsymptom
- Unzureichende Wirkung oraler Antihistaminika allein
- Kombination mit oralen Antihistaminika bei schweren Symptomen
- Langzeitbehandlung perennialer Allergien
Nicht geeignet:
- Akute Nasennebenhöhleninfektion (nicht ohne ärztliche Behandlung)
- Nasenbluten oder Nasenverletzungen
- Nach Nasen-OP (bis zur vollständigen Heilung)
Verfügbare Dosierungen
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren:
- Startdosis: 2 Sprühstöße pro Nasenloch einmal täglich (= 55 µg × 2 = 110 µg gesamt)
- Erhaltungsdosis bei Symptomkontrolle: 1 Sprühstoß pro Nasenloch einmal täglich (55 µg gesamt)
Kinder 6–11 Jahre:
- 1 Sprühstoß pro Nasenloch einmal täglich (55 µg gesamt)
- Bei unzureichender Kontrolle: 2 Sprühstöße pro Nasenloch (ärztliche Kontrolle)
Verfügbare Stärke:
- 27,5 µg Fluticasonfuroat pro Sprühstoß (120 Sprühstöße pro Flasche)
Anwendungsdauer:
- Saisonal: Während der gesamten Pollensaison
- Idealerweise 1–2 Wochen vor Pollenflugbeginn starten
- Perennial: Ganzjährig möglich unter ärztlicher Kontrolle
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Nasenspray
- Stärken
- 27,5 µg
- Packungsgrößen
- 120 Sprühstöße
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 27,5 µg | 120 Sprühstöße | 02425979 | 30 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Anwendung:
- Nase vor Gebrauch sanft schnäuzen
- Flasche kräftig schütteln
- Sprühöffnung in das Nasenloch einführen, leicht zur Außenseite geneigt
- Während des Sprühens sanft durch die Nase einatmen
- Nicht nach dem Sprühen die Nase schnäuzen
Wichtige Hinweise:
- Einmal täglich anwenden, möglichst immer zur gleichen Zeit
- Regelmäßige Anwendung ist entscheidend – nicht nur bei Bedarf
- Vor Erstanwendung: Sprühkopf 6-mal pumpen (Priming)
- Nach 30 Tagen Nichtgebrauch: Erneut primen
- Sprühkopf regelmäßig reinigen
Richtige Technik:
- NICHT den Kopf in den Nacken legen
- Spray leicht von der Nasenscheidewand weg richten
- Nicht gleichzeitig schniefen – sanft einatmen genügt
Gegenanzeigen
Avamys® darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Fluticasonfuroat oder einen der sonstigen Bestandteile
Vorsicht bei:
- Schwerer Leberinsuffizienz (erhöhte systemische Exposition)
- Gleichzeitiger Behandlung mit Ritonavir oder anderen starken CYP3A4-Hemmern (erhöhte Kortisolsuppression)
- Aktiver oder latenter Tuberkulose
- Unbehandelter Pilzinfektion der Nase
- Kürzliche Nasen-OP oder Nasenverletzung
- Kindern (Langzeitanwendung unter ärztlicher Kontrolle wegen Wachstum)
Schwangerschaft und Stillzeit: Sollte nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Die systemische Aufnahme ist minimal, dennoch ärztliche Rücksprache empfohlen.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (10 % oder mehr):
- Nasenbluten (Epistaxis) – häufigste Nebenwirkung
Häufig (1–10 %):
- Geschwüre der Nasenschleimhaut
- Atemnot (Dyspnoe)
- Kopfschmerzen
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Nasenschmerzen oder -beschwerden
- Nasentrockenheit
Selten:
- Überempfindlichkeitsreaktionen (Urtikaria, Angioödem)
- Anaphylaxie
- Nasenseptumperforation (bei Langzeitanwendung, sehr selten)
Systemische Nebenwirkungen: Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind systemische Kortisoneffekte (Gewichtszunahme, Osteoporose) nicht zu erwarten, da die systemische Bioverfügbarkeit von Fluticasonfuroat nasal bei 0,5 % liegt. Bei Kindern wurde jedoch auch in zugelassener Dosierung über ein verlangsamtes Wachstum berichtet. Bei längerer Anwendung sollte das Wachstum von Kindern deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
Hinweis: Nasenbluten tritt häufiger auf, wenn das Spray direkt auf die Nasenscheidewand gesprüht wird. Richtige Anwendungstechnik reduziert dieses Risiko erheblich.
Wechselwirkungen
Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von:
- Ritonavir und andere starke CYP3A4-Hemmer (erhöhen die systemische Fluticason-Exposition, Cushing-Risiko)
- Ketoconazol, Itraconazol (ähnlicher Mechanismus)
- Andere nasale oder inhalative Kortikosteroide (additive Kortisolsuppression)
Keine relevante Interaktion mit:
- Oralen Antihistaminika (sichere und empfohlene Kombination)
- Leukotrien-Antagonisten
- Abschwellenden Nasensprays (kurzzeitig)
Häufige Fragen
Avamys® enthält ein lokal wirksames Kortikosteroid. Bei der Anwendung in der Nase gelangt 0,5 % des Wirkstoffs in den Blutkreislauf. Nebenwirkungen im ganzen Körper, wie sie von Kortison in Tablettenform bekannt sind, treten bei nasaler Anwendung viel seltener auf. Sie sind vor allem möglich, wenn hohe Dosen über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Bei Kindern wurde über ein verlangsamtes Wachstum berichtet, deshalb sollte ihr Wachstum bei längerer Anwendung regelmäßig kontrolliert werden.
Erste Verbesserungen können schon nach 8 Stunden spürbar sein. Die volle Wirkung entwickelt sich jedoch über mehrere Tage regelmäßiger Anwendung. Idealerweise sollte Avamys® 1–2 Wochen vor Beginn der Pollensaison gestartet werden.
Ja, die Kombination aus Avamys® und einem oralen Antihistaminikum (z. B. Desloratadin, Fexofenadin) ist möglich. Das Nasenspray lindert besonders die Verstopfung, die Tablette vor allem Niesen und Juckreiz.
Nasenbluten ist die häufigste Nebenwirkung und entsteht oft durch falsche Anwendungstechnik. Richten Sie den Sprühstrahl immer leicht zur Außenseite der Nase (weg von der Nasenscheidewand). Wechseln Sie die Hand je Nasenloch: linke Hand für rechtes Nasenloch und umgekehrt.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





