PDE-5-Hemmer: Die wichtigste Wirkstoffklasse gegen Erektionsstörungen
PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Inhibitoren) sind seit über 25 Jahren der Goldstandard in der Behandlung der erektilen Dysfunktion. Der erste Vertreter, Sildenafil, kam 1998 als Viagra auf den Markt und revolutionierte die Therapie von Erektionsstörungen grundlegend.
Inzwischen stehen vier zugelassene Wirkstoffe zur Verfügung: Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil. Sie wirken alle nach demselben Grundprinzip, unterscheiden sich aber in wichtigen Details wie Wirkungseintritt, Wirkdauer, Nebenwirkungsprofil und Preis.
Die Wahl des passenden Präparats hängt von individuellen Bedürfnissen ab. Manche Männer bevorzugen eine schnelle, kurze Wirkung für spontane Situationen, andere schätzen eine längere Wirkdauer für mehr Flexibilität. Eine ärztliche Beratung hilft, das optimale Medikament zu finden.
Sildenafil (Viagra): Der Klassiker
Sildenafil ist der bekannteste PDE-5-Hemmer und seit 2013 als kostengünstiges Generikum verfügbar. Das Originalpräparat Viagra von Pfizer existiert weiterhin, aber die Generika bieten denselben Wirkstoff zu deutlich niedrigeren Preisen.
Wirkungseintritt: 30 bis 60 Minuten nach Einnahme. Eine fettreiche Mahlzeit kann den Wirkungseintritt verzögern.
Wirkdauer: 4 bis 6 Stunden. Innerhalb dieses Zeitfensters sind bei sexueller Stimulation Erektionen möglich.
Dosierungen: 25 mg, 50 mg und 100 mg. Die übliche Startdosis liegt bei 50 mg und kann je nach Wirkung und Verträglichkeit angepasst werden.
Kosten: Generika ab etwa 2 bis 5 Euro pro Tablette, das Originalpräparat deutlich teurer. Da die gesetzliche Krankenversicherung PDE-5-Hemmer nicht erstattet, tragen Patienten die Kosten selbst.
Tadalafil (Cialis): Die Wochenendpille
Tadalafil unterscheidet sich durch seine besonders lange Wirkdauer von allen anderen PDE-5-Hemmern. Es ist auch als Generikum seit dem Patentablauf von Cialis erhältlich.
Wirkungseintritt: 30 bis 60 Minuten, bei manchen Patienten bereits nach 15 Minuten. Die Wirkung wird durch Nahrungsaufnahme weniger beeinflusst als bei Sildenafil.
Wirkdauer: Bis zu 36 Stunden. Diese lange Wirkdauer ergibt ein größeres Zeitfenster und mehr Spontanität, weshalb Tadalafil oft als Wochenendpille bezeichnet wird.
Besonderheit Dauertherapie: Tadalafil 5 mg kann auch täglich eingenommen werden, um eine permanente Wirkbereitschaft herzustellen. Dies ist besonders für Männer geeignet, die regelmäßig sexuell aktiv sind. Zusätzlich wird Tadalafil 5 mg auch bei gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt.
Kosten: Generika ab etwa 3 bis 6 Euro pro Tablette bei Bedarfseinnahme. Die tägliche 5-mg-Dosis ist pro Tablette günstiger, summiert sich aber durch die tägliche Einnahme.
Vardenafil und Avanafil: Die Alternativen
Vardenafil (Levitra): Ähnlich wie Sildenafil in Wirkungseintritt (25 bis 60 Minuten) und Wirkdauer (4 bis 6 Stunden). Vardenafil ist auch als Schmelztablette verfügbar, die sich im Mund auflöst und ohne Wasser eingenommen werden kann. Dies kann praktisch sein, ist aber kein Vorteil in der Geschwindigkeit des Wirkungseintritts. Auch als Generikum erhältlich.
Avanafil (Spedra): Der neueste PDE-5-Hemmer mit dem schnellsten Wirkungseintritt. Avanafil kann bereits nach 15 bis 30 Minuten wirken und hat eine Wirkdauer von etwa 6 Stunden. Es gilt als besonders gut verträglich mit weniger Nebenwirkungen als ältere PDE-5-Hemmer. Avanafil ist allerdings noch nicht als Generikum verfügbar und daher teurer.
Beide Alternativen können eine gute Wahl sein, wenn Sildenafil oder Tadalafil nicht optimal wirken oder nicht vertragen werden. Ein Wechsel des Präparats ist nach ärztlicher Rücksprache jederzeit möglich.
Welcher PDE-5-Hemmer passt zu mir?
Die Wahl des passenden Medikaments sollte gemeinsam mit einem Arzt getroffen werden. Folgende Überlegungen können bei der Entscheidung helfen:
Für maximale Flexibilität: Tadalafil (Bedarfsdosis) bietet mit bis zu 36 Stunden Wirkdauer das größte Zeitfenster.
Für dauerhafte Bereitschaft: Tadalafil 5 mg täglich ermöglicht spontanen Geschlechtsverkehr ohne Vorausplanung.
Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Sildenafil-Generika sind die günstigste Option bei guter Wirksamkeit.
Für schnellen Wirkungseintritt: Avanafil wirkt am schnellsten und eignet sich für spontane Situationen.
Für gute Verträglichkeit: Avanafil hat das günstigste Nebenwirkungsprofil, gefolgt von Tadalafil.
Über telemedizinische Plattformen wie deinrezept.de können Sie eine ärztliche Beratung erhalten und das passende Präparat verschrieben bekommen, ohne persönlich in einer Praxis erscheinen zu müssen. Der behandelnde Arzt berücksichtigt Ihre Vorerkrankungen, aktuelle Medikation und persönliche Präferenzen bei der Empfehlung.




