deinrezept Logo
Prostata-Vorsorge: Was Männer ab 40 wissen müssen
Männergesundheit11. März 20268 min Lesezeit

Prostata-Vorsorge: Was Männer ab 40 wissen müssen

Prostataerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Männern. Erfahren Sie, welche Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind und worauf Sie achten sollten.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Die Prostata — kleines Organ, große Bedeutung

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein etwa kastaniengroßes Organ, das unterhalb der Harnblase den Anfangsteil der Harnröhre umschließt. Sie produziert ein Sekret, das einen wesentlichen Teil der Samenflüssigkeit ausmacht und die Beweglichkeit der Spermien fördert.

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Prostata bei nahezu allen Männern. Die drei häufigsten Prostataerkrankungen sind:

  • Gutartige Prostatavergrößerung (BPH): Betrifft über 50 % der Männer ab 60 und über 80 % ab 80 Jahren
  • Prostatitis: Entzündung der Prostata, kann akut oder chronisch verlaufen
  • Prostatakrebs: Häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland (~65.000 Neuerkrankungen/Jahr)

Die gute Nachricht: Prostatakrebs wächst in den meisten Fällen langsam und ist bei Früherkennung sehr gut behandelbar. Die 5-Jahres-Überlebensrate bei frühzeitig erkanntem Prostatakrebs liegt bei über 95 %.

Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

In Deutschland haben Männer ab dem 45. Lebensjahr Anspruch auf eine jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Prostata durch die gesetzliche Krankenkasse:

Tastuntersuchung (DRU)

Die digital-rektale Untersuchung ist die Basisuntersuchung. Der Arzt tastet die Prostata über den Enddarm ab und beurteilt Größe, Oberfläche und Konsistenz. Verhärtungen oder Knoten können auf Prostatakrebs hindeuten. Die Untersuchung dauert wenige Sekunden und ist in der Regel nicht schmerzhaft.

PSA-Test

Der PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) wird aus einer Blutprobe bestimmt. Ein erhöhter Wert kann auf Prostatakrebs hindeuten, wird aber auch durch gutartige Vergrößerung, Entzündung oder Radfahren erhöht. Der PSA-Test ist derzeit keine Kassenleistung und kostet als IGeL etwa 25–40 €.

Die Debatte um den PSA-Test ist kontrovers: Er kann Krebs früh erkennen, führt aber auch zu Überdiagnosen — also zur Entdeckung von Tumoren, die nie Beschwerden verursacht hätten.

Empfehlung

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt eine informierte Entscheidung: Lassen Sie sich über Vor- und Nachteile des PSA-Tests aufklären und entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Urologen, ob der Test für Sie sinnvoll ist.

Symptome, die Sie ernst nehmen sollten

Frühstadien von Prostatakrebs verursachen oft keine Symptome. Folgende Beschwerden sollten Sie jedoch ärztlich abklären lassen:

  • Häufiges Wasserlassen, besonders nachts (Nykturie)
  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
  • Verzögerter Beginn des Wasserlassens (Startschwierigkeiten)
  • Blut im Urin oder Sperma
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder bei der Ejakulation
  • Erektionsstörungen (bei fortgeschrittenem Prostatakrebs)

Diese Symptome sind häufiger durch eine gutartige Prostatavergrößerung bedingt als durch Krebs. Dennoch sollten sie immer abgeklärt werden, um eine bösartige Erkrankung auszuschließen.

Prävention durch Lebensstil

Einige Lebensstilfaktoren können das Risiko für Prostataerkrankungen senken:

  • Ernährung: Tomaten (Lycopin), Kreuzblütler (Brokkoli, Blumenkohl), Sojaprodukte und grüner Tee werden mit einem geringeren Prostatakrebsrisiko in Verbindung gebracht.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs um bis zu 30 %.
  • Gesundes Gewicht: Übergewicht ist mit einem höheren Risiko für aggressiven Prostatakrebs assoziiert.
  • Wenig rotes Fleisch: Hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch wird mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht.

Regelmäßige Vorsorge bleibt der wichtigste Schutzfaktor. Überwinden Sie die Hemmschwelle und vereinbaren Sie einen Termin beim Urologen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die Entscheidung über Vorsorgeuntersuchungen sollte individuell mit Ihrem Urologen besprochen werden. Bei Symptomen wie Blut im Urin suchen Sie bitte zeitnah einen Arzt auf.

Themen
männergesundheitprostataprostatakrebspsa-testvorsorge

Weitere Artikel

Verwandte Behandlungen
Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).