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Genitalwarzen und HPV: Behandlung, Entfernung und Vorbeugung
STI26. Februar 20268 min Lesezeit

Genitalwarzen und HPV: Behandlung, Entfernung und Vorbeugung

Genitalwarzen durch HPV verstehen und behandeln: Alles über Symptome, Therapie mit Imiquimod und die HPV-Impfung zur Vorbeugung.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was sind Genitalwarzen?

Genitalwarzen (medizinisch: Condylomata acuminata, umgangssprachlich: Feigwarzen oder Spitzwarzen) sind gutartige Hautwucherungen im Genital- und Analbereich, die durch eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) verursacht werden.

Genitalwarzen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). In Deutschland werden jährlich etwa 40.000 bis 50.000 neue Fälle diagnostiziert. Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren.

Die Warzen werden in über 90 Prozent der Fälle durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht. Diese werden als Niedrigrisiko-HPV-Typen (Low-Risk) bezeichnet, da sie in der Regel keine Krebserkrankungen auslösen. Im Gegensatz dazu können Hochrisiko-HPV-Typen (insbesondere HPV 16 und 18) Gebärmutterhalskrebs und andere Karzinome verursachen – diese verursachen jedoch in der Regel keine sichtbaren Warzen.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der Warzen) beträgt in der Regel 2 bis 8 Monate, kann aber auch bis zu 20 Monate oder länger dauern. Viele Infizierte entwickeln nie sichtbare Warzen, können das Virus aber trotzdem übertragen.

HPV-Infektion verstehen

Um Genitalwarzen zu verstehen, ist ein Grundverständnis der HPV-Infektion wichtig.

Was ist HPV?

Das Humane Papillomavirus (HPV) ist eine Gruppe von über 200 verwandten Virustypen, die Haut und Schleimhäute infizieren. Etwa 40 Typen befallen den Genitalbereich. HPV ist das am häufigsten sexuell übertragene Virus: Schätzungsweise 70 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit mindestens einem HPV-Typ.

Übertragung

HPV wird hauptsächlich durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen, insbesondere beim Geschlechtsverkehr (vaginal, anal und oral). Auch nicht-penetrativer Sexualkontakt kann zur Übertragung führen. Kondome reduzieren das Übertragungsrisiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da HPV auch Bereiche infizieren kann, die nicht vom Kondom bedeckt werden.

Verlauf der Infektion

In den meisten Fällen (etwa 90 Prozent) wird die HPV-Infektion vom Immunsystem innerhalb von 12 bis 24 Monaten eliminiert, ohne dass Symptome auftreten. Nur bei einem Teil der Infizierten persistiert das Virus und verursacht sichtbare Genitalwarzen oder – bei Hochrisiko-Typen – präkanzeröse Veränderungen.

Low-Risk vs. High-Risk HPV

  • Low-Risk HPV (Typ 6, 11): Verursachen Genitalwarzen. Kein relevantes Krebsrisiko.
  • High-Risk HPV (Typ 16, 18, 31, 33 u.a.): Können Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Peniskrebs und Mund-/Rachenkrebs verursachen. Verursachen in der Regel keine sichtbaren Warzen.

Eine Infektion mit Low-Risk-HPV schließt eine gleichzeitige Infektion mit High-Risk-HPV nicht aus. Daher ist bei Genitalwarzen auch eine gynäkologische Vorsorge (PAP-Abstrich) wichtig.

Symptome und Diagnose von Genitalwarzen

Genitalwarzen können sehr unterschiedlich aussehen und sind nicht immer sofort erkennbar.

Erscheinungsbild

  • Typische Condylomata acuminata: Weiche, hautfarbene bis rötliche, blumenkohlartige Wucherungen mit einer unebenen Oberfläche. Sie können einzeln oder in Gruppen auftreten und von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern groß werden.
  • Papulöse Formen: Flache, glatte, hautfarbene Papeln, die schwerer zu erkennen sind.
  • Flache Kondylome (Condylomata plana): Sehr flache, kaum erhabene Läsionen, die nur durch Essigsäuretest (Kolposkopie) sichtbar werden.

Lokalisation

  • Bei Frauen: Vulva (Schamlippen), Scheideneingang, Vagina, Gebärmutterhals, Damm, Analbereich
  • Bei Männern: Penisschaft, Eichel, Vorhaut, Harnröhrenöffnung, Hodensack, Analbereich
  • Bei beiden Geschlechtern: Leistengegend, Oberschenkelinnenseiten, Analkanal

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch durch Blickdiagnose. Erfahrene Ärzte erkennen typische Genitalwarzen anhand ihres charakteristischen Erscheinungsbilds.

Unterstützende diagnostische Maßnahmen:

  • Essigsäuretest: Betupfen verdächtiger Stellen mit 3-5-prozentigem Essig lässt infizierte Areale weißlich erscheinen (Acetowhitening).
  • Biopsie: Bei atypischem Erscheinungsbild, fehlendem Ansprechen auf Therapie, Verdacht auf präkanzeröse Veränderungen oder bei immunsupprimierten Patienten.
  • HPV-Typisierung: Durch PCR-Test zur Bestimmung des HPV-Typs. Routinemäßig nicht notwendig, aber bei unklaren Fällen oder Verdacht auf High-Risk-HPV sinnvoll.

Behandlung von Genitalwarzen

Die Behandlung zielt auf die Entfernung der sichtbaren Warzen ab. Das Virus selbst kann durch keine Therapie aus dem Körper eliminiert werden – das Immunsystem muss die Infektion langfristig kontrollieren.

Selbstanwendung durch den Patienten

Imiquimod-Creme (5%, z. B. Aldara): Imiquimod ist ein Immunmodulator, der die lokale Immunantwort gegen HPV stimuliert. Die Creme wird dreimal wöchentlich (z. B. Montag, Mittwoch, Freitag) vor dem Schlafengehen dünn auf die Warzen aufgetragen und nach 6 bis 10 Stunden abgewaschen. Die Behandlungsdauer beträgt bis zu 16 Wochen. Abheilungsraten liegen bei 50 bis 75 Prozent, mit einer relativ niedrigen Rezidivrate von etwa 13 bis 19 Prozent.

Podophyllotoxin-Lösung oder -Creme (0,5% bzw. 0,15%): Podophyllotoxin hemmt die Zellteilung und zerstört das Warzengewebe. Die Lösung wird zweimal täglich über 3 Tage aufgetragen, gefolgt von 4 Tagen Pause. Dieser Zyklus wird bis zu 4 Mal wiederholt. Abheilungsraten liegen bei 45 bis 83 Prozent.

Sinecatechine-Salbe (10%, Veregen): Ein Extrakt aus Grüntee-Catechinen mit antiviraler, antioxidativer und immunmodulatorischer Wirkung. Dreimal täglich bis zu 16 Wochen auftragen. Abheilungsraten ähnlich wie bei Imiquimod.

Ärztliche Behandlung

  • Kryotherapie: Vereisung der Warzen mit flüssigem Stickstoff. Wird in der Arztpraxis durchgeführt, meist in wöchentlichen Sitzungen. Effektiv, kann aber schmerzhaft sein.
  • Trichloressigsäure (TCA 80-90%): Chemische Ätzung der Warzen in der Arztpraxis. Besonders geeignet für kleine, weiche Warzen.
  • Chirurgische Entfernung: Exzision, Elektrokauter oder Laserablation (CO2-Laser). Für größere Warzenfelder oder therapieresistente Fälle. Hohe Abheilungsrate, aber auch höheres Rezidivrisiko als bei immunmodulatorischer Therapie.

Die Rezidivrate nach jeder Behandlungsform liegt bei 20 bis 30 Prozent innerhalb der ersten 3 Monate, da die Behandlung die Warzen entfernt, aber das Virus in der Umgebungshaut persistieren kann.

HPV-Impfung: Der beste Schutz

Die HPV-Impfung ist die wichtigste und effektivste Maßnahme zur Vorbeugung von Genitalwarzen und HPV-bedingten Krebserkrankungen.

Verfügbare Impfstoffe

Gardasil 9: Der aktuell empfohlene Impfstoff schützt vor 9 HPV-Typen: 6, 11 (Genitalwarzen), 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 (Krebs). Er bietet einen nahezu 100-prozentigen Schutz gegen Genitalwarzen, die durch HPV 6 und 11 verursacht werden, sowie gegen Gebärmutterhalskrebs durch die abgedeckten Hochrisiko-Typen.

Empfehlungen der STIKO

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für:

  • Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren (vor dem ersten Geschlechtsverkehr)
  • Bei Impfbeginn im Alter von 9 bis 14 Jahren: 2 Impfdosen im Abstand von mindestens 5 Monaten
  • Bei Impfbeginn ab 15 Jahren: 3 Impfdosen (0, 2 und 6 Monate)

Nachholimpfung für Erwachsene

Auch nach dem 17. Lebensjahr und selbst nach einer bereits durchgemachten HPV-Infektion kann eine Impfung sinnvoll sein, da sie vor weiteren HPV-Typen schützen kann. Die Kosten werden von einigen Krankenkassen bis zum 26. Lebensjahr übernommen.

Wirksamkeit der Impfung

In Ländern mit hohen Impfquoten (z. B. Australien, Dänemark) ist die Häufigkeit von Genitalwarzen bei jungen Erwachsenen um über 80 Prozent zurückgegangen. Australien rechnet damit, Gebärmutterhalskrebs als erstes Land der Welt bis 2035 nahezu eliminiert zu haben.

Prävention und Leben mit HPV

Neben der Impfung gibt es weitere Maßnahmen zur Prävention und zum Umgang mit einer HPV-Infektion:

Schutzmaßnahmen

  • Kondomverwendung: Kondome reduzieren das HPV-Übertragungsrisiko um etwa 60 bis 70 Prozent. Da HPV durch Hautkontakt übertragen wird, bieten sie keinen vollständigen Schutz, sind aber dennoch empfehlenswert.
  • Regelmäßige Vorsorge: Frauen sollten regelmäßig zur gynäkologischen Krebsvorsorge (PAP-Abstrich, ggf. HPV-Test) gehen. Auch bei Genitalwarzen (Low-Risk-HPV) ist eine Kontrolle auf High-Risk-HPV sinnvoll.
  • Rauchverzicht: Rauchen erhöht das Risiko für persistierende HPV-Infektionen und die Entwicklung von Krebsvorstufen.

Psychologische Aspekte

Die Diagnose Genitalwarzen kann eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Scham, Angst und Beziehungskonflikte sind häufige Reaktionen. Es ist wichtig zu wissen:

  • Genitalwarzen sind sehr häufig und kein Zeichen mangelnder Hygiene oder moralischen Versagens.
  • Die meisten HPV-Infektionen heilen spontan aus.
  • Low-Risk-HPV (Typ 6, 11) verursacht keinen Krebs.
  • Die Warzen sind zwar lästig, aber gut behandelbar.
  • Bei psychischer Belastung kann eine Beratung oder Psychotherapie hilfreich sein.

Partneraufklärung

Sexualpartner sollten über die Infektion informiert werden. Da die meisten sexuell aktiven Menschen irgendwann HPV ausgesetzt sind, ist eine offene und sachliche Kommunikation wichtig. Bestehende Partner sind möglicherweise bereits infiziert. Eine Routineuntersuchung asymptomatischer Partner wird nicht empfohlen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gehen Genitalwarzen von alleine weg?

Ja, etwa 20 bis 30 Prozent der Genitalwarzen bilden sich innerhalb von 3 bis 4 Monaten spontan zurück, da das Immunsystem das Virus kontrolliert. Bei vielen Betroffenen persistieren oder wachsen die Warzen jedoch ohne Behandlung weiter. Eine Therapie ist daher empfehlenswert.

Bin ich nach der Behandlung noch ansteckend?

Das Virus kann auch nach Entfernung der sichtbaren Warzen in der Umgebungshaut vorhanden sein und übertragen werden. Die Ansteckungsgefahr ist jedoch deutlich reduziert, wenn keine sichtbaren Warzen vorhanden sind. Nach etwa 6 bis 12 Monaten ohne Rezidiv ist eine Übertragung unwahrscheinlich.

Sind Genitalwarzen das gleiche wie Krebs?

Nein. Genitalwarzen werden durch Low-Risk-HPV-Typen (6 und 11) verursacht und entwickeln sich nicht zu Krebs. Krebserkrankungen werden durch Hochrisiko-HPV-Typen (16, 18 u.a.) verursacht, die in der Regel keine sichtbaren Warzen bilden. Dennoch ist eine regelmäßige Krebsvorsorge wichtig.

Lohnt sich die HPV-Impfung noch, wenn ich bereits Warzen hatte?

Ja, die Impfung kann vor HPV-Typen schützen, mit denen Sie noch nicht infiziert sind. Gardasil 9 schützt vor 9 Typen – selbst wenn Sie mit HPV 6 oder 11 infiziert waren, bietet die Impfung Schutz vor den anderen Typen.

Kann ich Imiquimod über deinrezept.de erhalten?

Ja, über deinrezept.de können Sie eine ärztliche Online-Konsultation für Genitalwarzen durchführen. Ein Arzt kann Ihre Symptome bewerten und ein Rezept für Imiquimod (Aldara) oder andere geeignete Therapien ausstellen.

Medizinischer Hinweis

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer eine Ärztin oder einen Arzt. Selbstmedikation ohne ärztliche Rücksprache kann Risiken bergen. deinrezept.de bietet eine ärztliche Online-Konsultation an, bei der qualifizierte Mediziner Ihre individuelle Situation bewerten und gegebenenfalls ein Rezept ausstellen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).