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Candida-Pilzinfektion: Ursachen, Symptome und wirksame Therapie
STI4. Februar 20267 min Lesezeit

Candida-Pilzinfektion: Ursachen, Symptome und wirksame Therapie

Candida-Pilzinfektionen sind weit verbreitet und gut behandelbar. Erfahren Sie alles über Ursachen, Symptome und wirksame Therapie mit Antimykotika.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was ist eine Candida-Infektion?

Eine Candida-Infektion (Candidose, Soor) ist eine Pilzerkrankung, die durch Hefepilze der Gattung Candida verursacht wird. Der häufigste Erreger ist Candida albicans, der für etwa 85 bis 90 Prozent aller vaginalen Pilzinfektionen verantwortlich ist. Weitere Arten wie Candida glabrata, Candida tropicalis und Candida krusei spielen eine untergeordnete, aber zunehmende Rolle.

Candida-Pilze gehören zur normalen Besiedlung von Haut und Schleimhäuten. Bei etwa 20 bis 50 Prozent der gesunden Frauen lässt sich Candida in der Vaginalflora nachweisen, ohne dass Beschwerden vorliegen. Erst wenn das Gleichgewicht der Mikroflora gestört wird, kann sich der Pilz übermäßig vermehren und eine symptomatische Infektion auslösen.

Rund 75 Prozent aller Frauen erleben mindestens einmal im Leben eine vaginale Candidose. Etwa 5 bis 8 Prozent leiden unter rezidivierenden Infektionen (vier oder mehr Episoden pro Jahr), was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Candida-Infektion entsteht, wenn das natürliche Gleichgewicht der Haut- oder Schleimhautflora gestört wird und sich der Pilz unkontrolliert vermehren kann. Häufige Auslöser und Risikofaktoren sind:

  • Antibiotikatherapie: Antibiotika töten auch schützende Bakterien (insbesondere Laktobazillen) ab und schaffen so Raum für Pilzwachstum. Dies ist der häufigste auslösende Faktor.
  • Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft, hormonelle Kontrazeptiva oder Hormonersatztherapie können das Scheidenmilieu verändern.
  • Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte fördern das Pilzwachstum erheblich.
  • Immunsuppression: HIV-Infektion, Chemotherapie, Kortisontherapie oder angeborene Immundefekte.
  • Übertriebene Intimhygiene: Häufiges Waschen mit Seife, Intim-Deos oder Spülungen stören die Vaginalflora.
  • Enge, synthetische Kleidung: Feuchtigkeit und Wärme im Genitalbereich begünstigen das Pilzwachstum.
  • Stress und Schlafmangel: Können das Immunsystem schwächen und Infektionen begünstigen.

Candida-Infektionen sind keine klassische sexuell übertragbare Infektion. Obwohl eine Übertragung beim Geschlechtsverkehr möglich ist, entsteht die Infektion meist durch das Überwachsen der eigenen Pilzflora.

Symptome: Genital, oral und Haut

Vaginale Candidose (Scheidenpilz)

Die häufigste Form der Candida-Infektion bei Frauen:

  • Intensiver Juckreiz im Bereich der Vulva und Vagina
  • Weißlicher, bröckeliger Ausfluss (quarkartiges Erscheinungsbild)
  • Rötung und Schwellung der Vulva
  • Brennen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr
  • Wundes Gefühl im gesamten Intimbereich

Genitale Candidose beim Mann (Balanitis candidomycetica)

  • Rötung und Schwellung der Eichel und Vorhaut
  • Juckreiz und Brennen
  • Weißliche Beläge unter der Vorhaut
  • Gelegentlich kleine Bläschen oder Pust eln

Orale Candidose (Mundsoor)

  • Weißliche, abwischbare Beläge auf Zunge, Wangenschleimhaut oder Gaumen
  • Brennen und Geschmacksstörungen
  • Mundtrockenheit und Schluckbeschwerden

Hautcandidose (intertriginöse Candidose)

  • Bevorzugt in Hautfalten (Leiste, Achseln, unter der Brust)
  • Nässende, gerötete Areale mit Satellitenläsionen

Diagnose

Die Diagnose einer Candida-Infektion basiert auf der Kombination aus klinischem Bild und Erregernachweis:

  • Klinische Untersuchung: Das typische Erscheinungsbild (bröckeliger Ausfluss, Rötung, Juckreiz) erlaubt oft schon eine Verdachtsdiagnose.
  • Nativpraeparat (Mikroskopie): Ein Abstrich wird mit Kalilauge versetzt und unter dem Mikroskop betrachtet. Pilzfäden (Hyphen) und Sprosszellen sind direkt erkennbar. Schnelles Ergebnis in der Praxis.
  • Pilzkultur: Ermöglicht die genaue Artbestimmung und gegebenenfalls Resistenztestung. Besonders wichtig bei rezidivierenden Infektionen oder Therapieversagen, um Nicht-albicans-Arten (z.B. C. glabrata) zu identifizieren.

Bei rezidivierenden Candidosen sollte nach begrünstigenden Grunderkrankungen gesucht werden: Diabetes mellitus (HbA1c-Bestimmung), Immundefekte und andere Faktoren, die das Wiederauftreten begünstigen.

Behandlung mit Antimykotika

Die Therapie richtet sich nach Art und Schwere der Infektion:

Unkomplizierte vaginale Candidose

  • Lokaltherapie (Erstlinienbehandlung):
    • Clotrimazol Vaginaltabletten 200 mg über 3 Tage oder 500 mg als Einmaldosis
    • Clotrimazol Creme 1-2% äußerlich auf die Vulva
  • Orale Therapie (Alternative):
    • Fluconazol 150 mg als orale Einmaldosis – bequem und hochwirksam

Rezidivierende Candidose (4+ Episoden/Jahr)

  • Induktionstherapie: Fluconazol 150 mg an Tag 1, Tag 4 und Tag 7
  • Erhaltungstherapie: Fluconazol 150 mg einmal wöchentlich über 6 Monate

Orale Candidose

  • Nystatin-Suspension: 4-mal täglich über 7 bis 14 Tage
  • Bei schweren Fällen: Fluconazol systemisch

Genitale Candidose beim Mann

  • Clotrimazol Creme 1% zweimal täglich über 7 bis 14 Tage
  • Bei hartnäckigen Fällen: Fluconazol 150 mg oral als Einmaldosis

Wichtig: Fluconazol ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Hier steht ausschließlich die Lokaltherapie mit Clotrimazol zur Verfügung.

Vorbeugung

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko für Candida-Infektionen reduzieren:

  • Sanfte Intimhygiene: Reinigung nur mit Wasser oder milden, pH-neutralen Waschlotionen. Keine Seifen, Duschgels oder Intim-Deodorants im Genitalbereich verwenden.
  • Atmungsaktive Unterwäsche: Baumwollunterwäsche bevorzugen, enge synthetische Kleidung vermeiden.
  • Trockene Intimbereiche: Nach dem Waschen und Schwimmen den Intimbereich gründlich trocknen.
  • Probiotika: Laktobazillen-haltige Praeparate können helfen, die Vaginalflora zu stärken, insbesondere während und nach Antibiotikatherapien.
  • Zucker reduzieren: Eine zuckerreiche Ernährung kann das Pilzwachstum begünstigen, insbesondere bei Diabetikern.
  • Antibiotika rational einsetzen: Antibiotika nur einnehmen, wenn medizinisch indiziert. Bei bekannter Anfälligkeit prophylaktisch Antimykotika oder Probiotika begleitend einsetzen.

Bei häufig wiederkehrenden Infektionen lohnt sich ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt, um individuelle Risikofaktoren zu identifizieren und einen langfristigen Behandlungsplan zu erstellen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nicht jeder vaginale Juckreiz ist ein Pilz – bei erstmaligen oder unklaren Beschwerden sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen, um andere Ursachen auszuschließen. Bitte konsultieren Sie eine Ärztin oder einen Arzt für eine fundierte Diagnose.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).