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Blutdrucksenker im Überblick: ACE-Hemmer, Sartane & Co.
Allgemein8 May 20268 min reading time

Blutdrucksenker im Überblick: ACE-Hemmer, Sartane & Co.

ACE-Hemmer, Sartan, Kalziumantagonist – wer Bluthochdruck behandelt, begegnet vielen Begriffen. Dieser Überblick erklärt die fünf wichtigsten Klassen.

deinrezept.de medical team
Updated on 8 May 2026

Warum es verschiedene Blutdrucksenker gibt

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. Das Tückische: Hoher Blutdruck verursacht lange Zeit keine spürbaren Beschwerden und wird oft zufällig entdeckt. Umso wichtiger ist eine konsequente Behandlung, sobald die Diagnose gestellt ist.

Für die medikamentöse Therapie steht eine ganze Reihe von Wirkstoffklassen zur Verfügung, die an unterschiedlichen Stellen des Körpers ansetzen. Das ist kein Zufall: Da der Blutdruck über mehrere Mechanismen reguliert wird – etwa über das Hormonsystem, die Gefäßweite, das Blutvolumen und die Herzleistung –, lässt er sich auf verschiedenen Wegen senken. Welche Klasse oder Kombination im Einzelfall geeignet ist, richtet sich nach Begleiterkrankungen, Alter, Verträglichkeit und Leitlinienempfehlungen.

Alle hier besprochenen Blutdrucksenker sind verschreibungspflichtig und gehören in ärztliche Hand. Der folgende Überblick soll Ihnen helfen, die Begriffe einzuordnen und Ihre eigene Therapie besser zu verstehen – er ersetzt aber nicht das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Die fünf wichtigsten Wirkstoffklassen

In den aktuellen Leitlinien stehen vor allem fünf Klassen im Vordergrund. Vier davon gelten als bevorzugte Basistherapie, Betablocker haben einen Sonderstatus mit besonderen Indikationen.

ACE-Hemmer

  • Wirkung: hemmen ein Enzym im Hormonsystem (Renin-Angiotensin-System) und weiten so die Gefäße
  • typische Vertreter: Ramipril, Enalapril, Lisinopril (erkennbar an der Endung „-pril")
  • typische Nebenwirkung: trockener Reizhusten – in diesem Fall wird häufig auf ein Sartan gewechselt

AT1-Blocker (Sartane)

  • Wirkung: blockieren denselben Signalweg an einem anderen Punkt (Angiotensin-Rezeptor)
  • typische Vertreter: Candesartan, Valsartan, Losartan (Endung „-sartan")
  • oft besser verträglich, da der typische ACE-Hemmer-Husten in der Regel ausbleibt

Kalziumantagonisten

  • Wirkung: entspannen die Muskulatur der Gefäßwände und senken so den Gefäßwiderstand
  • typische Vertreter: Amlodipin, Lercanidipin, Nitrendipin
  • typische Nebenwirkung: Knöchel- und Beinödeme (Wassereinlagerungen), Gesichtsröte

Diuretika („Wassertabletten")

  • Wirkung: fördern die Ausscheidung von Wasser und Salz über die Nieren und senken das Blutvolumen
  • typische Vertreter: Hydrochlorothiazid (HCT), Chlortalidon, Indapamid
  • Kontrolle der Blutsalze (z. B. Kalium) ist sinnvoll; bei einigen Substanzen wird auf Sonnenschutz geachtet

Betablocker (Sonderindikationen)

  • Wirkung: senken Herzfrequenz und Herzkraft, dämpfen die Stresshormon-Wirkung am Herzen
  • typische Vertreter: Bisoprolol, Metoprolol, Nebivolol
  • als reine Blutdrucksenker zweite Wahl, aber besonders sinnvoll bei Begleiterkrankungen wie koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche oder nach Herzinfarkt

Kombinationstherapie und Fixkombinationen

Häufig reicht ein einzelnes Medikament nicht aus, um den Zielblutdruck zu erreichen. Statt die Dosis eines Wirkstoffs immer weiter zu erhöhen, setzen die Leitlinien zunehmend auf eine frühe Kombination mehrerer Klassen in niedriger bis mittlerer Dosis. Der Vorteil: Die Wirkungen ergänzen sich, während die Nebenwirkungen jedes Einzelmittels geringer bleiben.

Besonders bewährt haben sich Kombinationen aus einem ACE-Hemmer oder Sartan plus einem Kalziumantagonisten und/oder einem Diuretikum. Um die Einnahme zu erleichtern, gibt es viele dieser Wirkstoffe als Fixkombination – also zwei oder drei Substanzen in einer einzigen Tablette.

  • weniger Tabletten pro Tag, dadurch oft bessere Therapietreue
  • ausgewogenere Blutdrucksenkung über den Tag
  • geringeres Risiko bestimmter dosisabhängiger Nebenwirkungen

Eine sinnvolle Ausnahme bleibt zu beachten: ACE-Hemmer und Sartane werden in der Regel nicht miteinander kombiniert, da sie am gleichen System ansetzen und dies die Risiken erhöhen kann. Welche Kombination für Sie passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand Ihrer Werte und Begleiterkrankungen.

Therapietreue und Blutdruck-Selbstmessung

Die wirksamste Therapie nützt wenig, wenn die Tabletten unregelmäßig oder gar nicht eingenommen werden. Genau das ist beim Bluthochdruck ein verbreitetes Problem: Weil die Erkrankung keine Beschwerden macht, fällt es vielen Betroffenen schwer, eine dauerhafte Behandlung durchzuhalten. Therapietreue (Adhärenz) ist deshalb ein zentraler Erfolgsfaktor.

Folgende Punkte helfen, am Ball zu bleiben:

  • die Tabletten in den festen Tagesablauf einbauen, etwa stets zur gleichen Zeit
  • Fixkombinationen nutzen, um die Zahl der Tabletten zu reduzieren
  • Nebenwirkungen nicht still ertragen, sondern ärztlich besprechen – oft gibt es gut verträgliche Alternativen
  • das Medikament nicht eigenmächtig absetzen, auch wenn die Werte gut sind

Ein wichtiger Baustein ist die Blutdruck-Selbstmessung zu Hause. Sie liefert aussagekräftigere Werte als einzelne Messungen in der Praxis, weil sie die natürlichen Schwankungen über den Tag abbildet und die „Weißkittel-Hypertonie" (erhöhte Werte allein aus Aufregung beim Arzt) entlarvt. Messen Sie nach Anleitung, im Sitzen und in Ruhe, und führen Sie ein Blutdrucktagebuch. Diese Werte sind eine wertvolle Grundlage für die ärztliche Therapieanpassung. Für stabil eingestellte Patientinnen und Patienten kann auch eine telemedizinische Betreuung – etwa über deinrezept.de – den Zugang zu Folgerezepten und ärztlicher Rücksprache erleichtern.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die Auswahl, Dosierung und Kombination von Blutdrucksenkern gehört in ärztliche Hand. Setzen Sie Ihre Medikamente niemals eigenmächtig ab oder verändern Sie die Dosis ohne Rücksprache. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei sehr hohen Blutdruckwerten mit Symptomen wie starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Brustschmerz, Luftnot oder neurologischen Ausfällen – dies können Anzeichen eines hypertensiven Notfalls, Herzinfarkts oder Schlaganfalls sein; im Notfall rufen Sie den Notruf 112. Nehmen Sie verschreibungspflichtige Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung ein.

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This article is for general information only and does not replace individual medical advice. If you have health complaints, please consult a doctor. In emergencies, call the emergency number (112) or the medical on-call service (116117).