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Syphilis: Symptome, Diagnose und Behandlung
STI2 June 20267 min reading time

Syphilis: Symptome, Diagnose und Behandlung

Die Syphilis nimmt in Deutschland zu. Erfahren Sie, wie sich die Lues überträgt, welche Symptome die Stadien zeigen, wie diagnostiziert und behandelt wird.

deinrezept.de medical team
Updated on 2 June 2026

Was ist Syphilis (Lues)?

Die Syphilis – auch Lues genannt – ist eine sexuell übertragbare Infektion (STI), die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird, einen schraubenförmigen Erreger aus der Gruppe der Spirochäten. Unbehandelt verläuft die Erkrankung in mehreren Stadien und kann über Jahre fortschreiten. Mit der richtigen Behandlung ist sie jedoch in allen Stadien gut heilbar.

Die Syphilis ist keineswegs eine Krankheit der Vergangenheit. Im Gegenteil: Die dem Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fallzahlen steigen seit Anfang der 2000er-Jahre kontinuierlich an und haben zuletzt neue Höchststände erreicht. Das macht deutlich, wie wichtig Aufklärung, Schutz und frühzeitige Diagnostik sind.

Übertragen wird die Syphilis vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr durch direkten Kontakt mit den ansteckenden Haut- oder Schleimhautveränderungen. Eine Ansteckung ist über vaginalen, analen und oralen Verkehr möglich. Daneben kann eine infizierte Schwangere die Erreger über den Mutterkuchen auf ihr ungeborenes Kind übertragen – man spricht dann von einer konnatalen (angeborenen) Syphilis. Da sich Betroffene über lange Phasen völlig gesund fühlen können und Symptome oft unauffällig sind oder von selbst verschwinden, bleibt die Infektion ohne Test häufig unbemerkt – und kann unwissentlich weitergegeben werden.

Die Stadien der Syphilis

Die Syphilis verläuft typischerweise in mehreren Stadien, die fließend ineinander übergehen. Zwischen den symptomatischen Phasen können lange beschwerdefreie Abschnitte liegen.

Primärstadium

Etwa zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung bildet sich an der Eintrittsstelle ein typisches Geschwür: der schmerzlose Schanker (Ulcus durum, harter Schanker). Es ist meist derb-hart umrandet, nässt und ist hoch ansteckend. Häufig sind die benachbarten Lymphknoten geschwollen. Da das Geschwür nicht schmerzt und an Stellen wie After, Mund oder inneren Genitalien leicht übersehen wird, bleibt es oft unbemerkt. Auch ohne Behandlung heilt der Schanker nach einigen Wochen von selbst ab – die Infektion besteht jedoch weiter.

Sekundärstadium

Wochen bis Monate später streut der Erreger im Körper. Typisch sind ein meist nicht juckender Hautausschlag (Exanthem), der häufig auch Handflächen und Fußsohlen erfasst, sowie geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit, Fieber und Haarausfall. Auch diese Beschwerden klingen oft von allein ab.

Latenzphase

Es folgt eine symptomfreie Latenzphase, die Monate bis viele Jahre dauern kann. Betroffene sind beschwerdefrei, die Infektion lässt sich aber serologisch nachweisen.

Tertiärstadium

Unbehandelt kann es nach Jahren zum Tertiärstadium mit Schäden an Organen, Gefäßen, Knochen und Haut kommen. Eine besonders gefürchtete Spätform ist die Neurosyphilis, der Befall des Nervensystems, der zu neurologischen und psychischen Störungen führen kann. Dank guter Behandlungsmöglichkeiten sind diese Spätstadien heute selten geworden.

Diagnose: So wird Syphilis festgestellt

Die Diagnose der Syphilis stützt sich vor allem auf Blutuntersuchungen (Serologie), bei denen Antikörper gegen den Erreger nachgewiesen werden. Da die Symptome vieldeutig sind und ganz fehlen können, ist der Labortest entscheidend. Üblicherweise erfolgt die Diagnostik in zwei Schritten:

  • Suchtest: Zunächst kommt ein empfindlicher Suchtest zum Einsatz, der erregerspezifische Antikörper nachweist – häufig der TPPA- oder TPHA-Test. Ein positiver Suchtest muss anschließend bestätigt werden.
  • Bestätigungs- und Verlaufstests: Zur Bestätigung und zur Einschätzung der Krankheitsaktivität dienen weitere Tests. Sogenannte nicht-treponemenspezifische Tests wie der VDRL- oder RPR-Test eignen sich gut, um den Verlauf und das Ansprechen auf die Therapie zu beurteilen, da ihre Werte mit der Krankheitsaktivität schwanken.

Wichtig zu wissen: Direkt nach der Ansteckung kann ein Test noch negativ ausfallen, weil die Antikörper erst nach einiger Zeit gebildet werden (diagnostisches Fenster). Bei konkretem Verdacht kann daher eine Kontrolle nach einigen Wochen sinnvoll sein. Die Befunde gehören stets in ärztliche Hände, denn ihre Einordnung – etwa die Unterscheidung zwischen aktiver Infektion und einer ausgeheilten, früher behandelten Syphilis – erfordert fachliche Erfahrung. Bei entsprechenden Symptomen, einem Hautgeschwür oder nach einem Risikokontakt sollten Sie eine ärztliche Abklärung nicht hinauszögern.

Behandlung, Partner und Vorbeugung

Die Syphilis ist gut behandelbar – entscheidend sind eine rechtzeitige Diagnose und eine vollständige, ärztlich begleitete Therapie.

Therapie mit Penicillin

Mittel der ersten Wahl ist in allen Stadien Penicillin G, das ärztlich verabreicht wird. Eine Resistenz des Erregers gegen Penicillin ist bislang nicht bekannt, was die Behandlung sehr zuverlässig macht. Die genaue Form und Dauer richten sich nach dem Krankheitsstadium und werden ärztlich festgelegt; bei nachgewiesener Penicillinallergie kommen alternative Antibiotika infrage. Nach der Behandlung sind serologische Verlaufskontrollen wichtig, um den Therapieerfolg zu sichern.

Partnerbehandlung und Meldung

Eine erfolgreiche Behandlung schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung. Damit sich Partnerinnen und Partner nicht gegenseitig wieder infizieren („Ping-Pong-Effekt"), sollten Sexualpartner mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. In Deutschland besteht zudem eine nicht-namentliche Meldepflicht: Labore melden nachgewiesene Syphilis-Infektionen anonymisiert an das RKI, was der Überwachung des Infektionsgeschehens dient.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist die Syphilis besonders relevant, da sie auf das Kind übergehen kann. Im Rahmen der Vorsorge wird daher ein Syphilis-Screening angeboten; eine rechtzeitig erkannte und behandelte Infektion kann eine konnatale Syphilis in aller Regel verhindern.

Schutz

Kondome senken das Übertragungsrisiko deutlich, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da auch Hautkontakt außerhalb des bedeckten Bereichs ansteckend sein kann. Bei wechselnden Partnern, Symptomen oder nach einem Risikokontakt ist ein STI-Test sinnvoll. Eine telemedizinische Konsultation, etwa über deinrezept.de, kann den ersten Schritt erleichtern, um Beschwerden einzuordnen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei einem schmerzlosen Geschwür im Genital-, Anal- oder Mundbereich, einem unklaren Hautausschlag (besonders an Handflächen und Fußsohlen) oder nach einem ungeschützten Risikokontakt sollten Sie eine ärztliche Abklärung und einen STI-Test nicht hinauszögern. Schwangere sollten das angebotene Syphilis-Screening unbedingt wahrnehmen. Bei neurologischen Symptomen wie Sehstörungen, Lähmungen oder starken Kopfschmerzen suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe. Eine Syphilis muss vollständig ärztlich behandelt werden; nehmen Sie verschreibungspflichtige Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung ein.

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This article is for general information only and does not replace individual medical advice. If you have health complaints, please consult a doctor. In emergencies, call the emergency number (112) or the medical on-call service (116117).