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Ureaplasma-Infektion: Symptome, Diagnose und Therapie
STI2. März 20267 min Lesezeit

Ureaplasma-Infektion: Symptome, Diagnose und Therapie

Ureaplasma urealyticum ist ein häufiger Erreger von Harnwegs- und Genitalinfektionen. Erfahren Sie alles über Symptome, Diagnose und wirksame Therapie.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was ist Ureaplasma?

Ureaplasma gehört zur Familie der Mykoplasmen und ist eines der kleinsten bekannten Bakterien. Es gibt zwei klinisch relevante Spezies: Ureaplasma urealyticum und Ureaplasma parvum. Diese Bakterien besiedeln die Schleimhäute des Urogenitaltrakts und können sowohl als harmlose Kommensalen als auch als Krankheitserreger auftreten.

Man schätzt, dass 40 bis 80 Prozent der sexuell aktiven Frauen Ureaplasma in ihrer Genitalflora tragen, ohne Symptome zu entwickeln. Bei Männern ist die Besiedlungsrate etwas geringer. Ob eine Behandlung notwendig ist, hängt entscheidend davon ab, ob Symptome vorliegen oder nicht.

Ureaplasma unterscheidet sich von anderen Bakterien durch das Fehlen einer Zellwand. Dadurch sind Betalaktam-Antibiotika (wie Penicillin oder Cephalosporine) wirkungslos, da diese an der Zellwand angreifen. Für die Therapie kommen daher andere Antibiotika zum Einsatz.

Übertragung

Ureaplasma wird hauptsächlich auf zwei Wegen übertragen:

  • Sexueller Kontakt: Die häufigste Übertragungsform bei Erwachsenen. Vaginaler, analer und oraler Geschlechtsverkehr können zur Übertragung führen. Das Risiko steigt mit der Anzahl der Sexualpartner.
  • Vertikale Übertragung: Von der Mutter auf das Neugeborene während der Geburt. Dies kann beim Säugling zu Atemwegsinfektionen oder Meningitis führen, insbesondere bei Frühgeborenen.

Eine Übertragung über Handtücher, Toilettensitze oder ähnliche Gegenstände ist nicht nachgewiesen. Ureaplasma überlebt außerhalb des Körpers nur kurze Zeit.

Risikofaktoren für eine symptomatische Infektion sind: junges Alter bei erstem Geschlechtsverkehr, häufig wechselnde Sexualpartner, bestehende andere STI, geschwächtes Immunsystem und die Verwendung eines Intrauterinpessars (Spirale).

Symptome

Die Mehrzahl der Ureaplasma-Besiedlungen verläuft asymptomatisch. Wenn Symptome auftreten, unterscheiden sie sich je nach Geschlecht:

Bei Männern

  • Nicht-gonorrhoische Urethritis (NGU): Brennen beim Wasserlassen, klarer bis leicht trüber Ausfluss aus der Harnröhre
  • Prostatitis: Schmerzen im Beckenbereich, häufiger Harndrang, Schmerzen beim Samenerguss
  • Epididymitis: Hodenschmerzen und Schwellung
  • Seltener: Einschränkung der Spermienqualität

Bei Frauen

  • Zervizitis: Veränderter Ausfluss, Kontaktblutungen
  • Urethritis: Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang
  • Vaginose-ähnliche Beschwerden: Unangenehmer Geruch, veränderter Ausfluss
  • Aufsteigende Infektion: Endometritis, Salpingitis (Eileiterentzündung) mit Unterbauchschmerzen

Besonders in der Schwangerschaft kann eine Ureaplasma-Infektion problematisch sein: Sie wird mit vorzeitigem Blasensprung, Frühgeburtlichkeit und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung gebracht.

Diagnose: Der PCR-Test

Da Ureaplasma keine Zellwand besitzt, kann es nicht mit herkömmlichen bakteriologischen Färbemethoden (z.B. Grampraeparat) nachgewiesen werden. Die Diagnose erfolgt daher über spezielle Verfahren:

  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Der Goldstandard für den Nachweis. Hochsensitiv und spezifisch, kann zwischen Ureaplasma urealyticum und Ureaplasma parvum unterscheiden. Material: Abstrich aus Urethra, Zervix oder Erststrahlurin.
  • Kultur: Ureaplasma kann auf speziellen Nährmedien angezüchtet werden. Dies ermöglicht eine quantitative Bestimmung und gegebenenfalls Resistenztestung. Ergebnis nach 24 bis 48 Stunden.

Wichtig: Ein positiver Ureaplasma-Nachweis allein ist keine automatische Behandlungsindikation. Da Ureaplasma häufig zur normalen Genitalflora gehört, wird eine Behandlung nur empfohlen, wenn:

  • Symptome vorliegen
  • Andere Ursachen (Chlamydien, Gonokokken, Mykoplasmen) ausgeschlossen wurden
  • Komplikationen wie Unfruchtbarkeit abgeklärt werden
  • Eine Schwangerschaft besteht und Komplikationsrisiken bestehen

Behandlung mit Doxycyclin und Azithromycin

Wenn eine behandlungsbedürftige Ureaplasma-Infektion vorliegt, stehen folgende Therapieoptionen zur Verfügung:

Erstlinientherapie

  • Doxycyclin 100 mg zweimal täglich über 7 bis 14 Tage – das Mittel der Wahl bei Ureaplasma-Infektionen

Alternative

  • Azithromycin: Entweder 1 g als Einmaldosis oder 500 mg am ersten Tag, dann 250 mg an Tag 2 bis 5

Bei Therapieversagen

  • Moxifloxacin 400 mg einmal täglich über 7 bis 14 Tage (Reserveantibiotikum, nur bei gesicherter Resistenz gegen Erstlinientherapien)

Während der Therapie sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden oder konsequent Kondome verwendet werden. Eine Kontrolluntersuchung (Test of Cure) mittels PCR wird 3 bis 4 Wochen nach Therapieende empfohlen, um den Behandlungserfolg zu bestätigen.

Hinweis: Doxycyclin ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Hier kann auf Azithromycin oder Erythromycin ausgewichen werden.

Partnerbehandlung und Prävention

Bei einer symptomatischen Ureaplasma-Infektion ist die Mitbehandlung des Sexualpartners entscheidend, um eine Ping-Pong-Infektion (gegenseitige Wiederansteckung) zu verhindern. Auch bei asymptomatischen Partnern wird in der Regel eine gleichzeitige Antibiotikatherapie empfohlen.

Präventive Maßnahmen umfassen:

  • Konsequente Kondomnutzung: Reduziert das Übertragungsrisiko deutlich
  • Begrenzung der Partnerzahl: Weniger wechselnde Sexualpartner senken das Infektionsrisiko
  • Regelmäßige STI-Screenings: Insbesondere bei neuen Sexualpartnern oder bestehenden Risikofaktoren
  • Stärkung der Vaginalflora: Probiotika und Vermeidung übertriebener Intimhygiene können das Gleichgewicht der Genitalflora unterstützen

Bei unklaren Harnwegs- oder Genitalbeschwerden, die nicht auf Standardtherapien ansprechen, sollte gezielt auf Ureaplasma getestet werden, da der Erreger in der Routinediagnostik oft nicht erfasst wird.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein positiver Ureaplasma-Nachweis erfordert eine sorgfältige ärztliche Beurteilung. Bitte konsultieren Sie bei Beschwerden eine Ärztin oder einen Arzt für eine fundierte Diagnose und Therapieempfehlung.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).