Hautkrebs in Deutschland: Zahlen und Fakten
Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland mit über 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen:
- Heller Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom): Rund 270.000 Fälle jährlich. Wächst langsam, metastasiert selten und ist bei rechtzeitiger Behandlung fast immer heilbar.
- Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom): Rund 23.000 Fälle jährlich. Aggressiver, kann früh Metastasen bilden. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Früherkennung über 95 %, sinkt bei fortgeschrittener Erkrankung aber deutlich.
Die Hauptursache für beide Formen ist UV-Strahlung — sowohl natürliche Sonnenstrahlung als auch Solarien. Besonders riskant sind Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend: Wer als Kind häufig Sonnenbrände hatte, hat ein signifikant erhöhtes Melanomrisiko.
Richtiger Sonnenschutz
Effektiver Sonnenschutz basiert auf dem ABC-Prinzip:
A — Ausweichen
Meiden Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am intensivsten ist. Der Schatten bietet natürlichen Schutz, reduziert die UV-Belastung aber nur um etwa 50 %.
B — Bekleidung
Textiler Sonnenschutz ist der zuverlässigste: Langärmlige Kleidung, Hut mit breiter Krempe und UV-Schutz-Sonnenbrille (CE-Kennzeichnung, Kategorie 3). Spezielle UV-Schutzkleidung (UPF 50+) bietet optimalen Schutz.
C — Cremen
- LSF 30 reicht für den Alltag, LSF 50 für intensive Sonnenexposition, helle Hauttypen und Kinder.
- Breitspektrum-Schutz: Sowohl UVB (Sonnenbrand) als auch UVA (Hautalterung, Krebsrisiko) müssen abgedeckt sein.
- Ausreichende Menge: Für den ganzen Körper benötigen Erwachsene etwa 30–40 ml (6 Teelöffel). Die meisten Menschen tragen zu wenig auf.
- Regelmäßig nachcremen: Alle 2 Stunden sowie nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen.
Hautkrebsscreening und ABCDE-Regel
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebsscreening. Viele Krankenkassen bieten es bereits ab 20 an. Dabei untersucht ein Hautarzt den gesamten Körper auf verdächtige Hautveränderungen.
Zwischen den Screening-Terminen sollten Sie Ihre Haut regelmäßig selbst kontrollieren. Die ABCDE-Regel hilft bei der Beurteilung von Muttermalen:
- A — Asymmetrie: Das Muttermal ist unregelmäßig geformt (nicht rund oder oval)
- B — Begrenzung: Die Ränder sind unscharf, ausgefranst oder verwaschen
- C — Color (Farbe): Mehrere Farben innerhalb eines Mals (braun, schwarz, rötlich, bläulich)
- D — Durchmesser: Größer als 6 mm (Bleistiftdurchmesser)
- E — Evolution: Das Muttermal verändert sich (Größe, Form, Farbe) — das wichtigste Warnzeichen!
Bei Auffälligkeiten nach der ABCDE-Regel sollten Sie zeitnah einen Dermatologen aufsuchen. Lieber einmal zu viel als zu wenig kontrollieren lassen.
Häufige Sonnenschutz-Mythen
Einige verbreitete Irrtümer zum Thema Sonnenschutz:
- „Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand": Falsch. UV-Strahlung wird von Gebäuden, Sand und Wasser reflektiert. Auch im Schatten kommen noch bis zu 50 % der UV-Strahlung an.
- „Vorbräunen im Solarium schützt": Falsch. Solarien nutzen vor allem UVA-Strahlung, die bräunt aber kaum Schutzfaktoren aufbaut. Solarien erhöhen das Hautkrebsrisiko um bis zu 75 % bei Nutzung vor dem 35. Lebensjahr.
- „Dunkle Hauttypen brauchen keinen Sonnenschutz": Falsch. Dunklere Haut hat zwar einen natürlichen Schutzfaktor von 8–15, aber auch dunkle Hauttypen können Hautkrebs entwickeln.
- „LSF 50 schützt doppelt so gut wie LSF 25": Irreführend. LSF 25 filtert 96 % der UVB-Strahlung, LSF 50 filtert 98 %. Der Unterschied ist gering, die Menge und regelmäßiges Nachcremen sind wichtiger.
- „Wasserfeste Sonnencreme muss nicht nachgecremt werden": Falsch. „Wasserfest" bedeutet nur, dass nach 2×20 Minuten im Wasser noch 50 % des Schutzes vorhanden ist. Immer nachcremen!
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei verdächtigen Hautveränderungen suchen Sie bitte zeitnah einen Dermatologen auf. Nutzen Sie regelmäßig das kostenlose Hautkrebsscreening Ihrer Krankenkasse.




