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Rosacea erkennen und behandeln: Cremes, Laser und Online-Rezept
Hautpflege27. Januar 20268 min Lesezeit

Rosacea erkennen und behandeln: Cremes, Laser und Online-Rezept

Rosacea betrifft Millionen Deutsche und äußert sich durch Rötungen, Papeln und sichtbare Äderchen im Gesicht. Erfahren Sie, welche Behandlungen wirken und wann ein Online-Rezept helfen kann.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was ist Rosacea?

Rosacea (auch Rosazea) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem das Gesicht betrifft. In Deutschland sind schätzungsweise 2 bis 5 Prozent der Erwachsenen betroffen, wobei hellhäutige Menschen häufiger erkranken. Die Erkrankung beginnt typischerweise zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Charakteristisch sind anfallsartige Gesichtsrötungen (Flushing), dauerhaft erweiterte Äderchen (Teleangiektasien), entzündliche Papeln und Pusteln sowie ein brennendes oder stechendes Hautgefühl. Anders als Akne treten bei Rosacea keine Mitesser (Komedonen) auf.

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Eine Fehlregulation des angeborenen Immunsystems, eine gestörte Hautbarriere, die Demodex-Milbe (ein natürlicher Hautbewohner, der bei Rosacea vermehrt vorkommt) und genetische Faktoren spielen eine Rolle. Bestimmte Trigger können Schübe auslösen.

Die vier Subtypen der Rosacea

Subtyp 1 - Erythematös-teleangiektatische Rosacea: Dauerhafte Rötung (Erythem) im zentralen Gesichtsbereich (Wangen, Nase), sichtbare Äderchen und anfallsartiges Flushing. Die Haut ist oft empfindlich und reagiert auf viele Pflegeprodukte.

Subtyp 2 - Papulopustulöse Rosacea: Zusätzlich zur Rötung treten entzündliche Papeln und Pusteln auf, die an Akne erinnern, aber ohne Mitesser. Dies ist der am häufigsten behandelte Subtyp.

Subtyp 3 - Phymatöse Rosacea: Verdickung der Haut, besonders an der Nase (Rhinophym, umgangssprachlich Knollennase). Betrifft hauptsächlich Männer. In fortgeschrittenen Fällen kann eine operative oder Lasertherapie erforderlich sein.

Subtyp 4 - Okuläre Rosacea: Beteiligung der Augen mit Trockenheit, Brennen, Fremdkörpergefühl und Bindehautentzündung. Kann isoliert oder begleitend zu Hautsymptomen auftreten und erfordert eine augenärztliche Mitbetreuung.

Viele Patienten zeigen Merkmale mehrerer Subtypen gleichzeitig. Die Therapie wird entsprechend der vorherrschenden Symptome angepasst.

Trigger vermeiden und Hautpflege optimieren

Die Identifikation und Vermeidung persönlicher Trigger ist ein wichtiger Therapiebaustein:

Häufige Trigger: UV-Strahlung (wichtigster Trigger), scharfe Speisen, Alkohol (besonders Rotwein), heiße Getränke, Temperaturschwankungen (Sauna, kalter Wind), Stress und bestimmte Hautpflegeprodukte.

Hautpflege bei Rosacea: Verwenden Sie milde, parfümfreie Reinigungsprodukte mit neutralem pH-Wert. Verzichten Sie auf Alkohol, Menthol, Kampfer und grobe Peelings in der Pflege. Eine leichte, ölfreie Feuchtigkeitscreme beruhigt die Haut. Täglicher Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 (mineralischer Filter bevorzugt) ist unverzichtbar.

Grüne Farbpigmente: Spezielle Tagescremes mit grünen Farbpigmenten können Rötungen optisch neutralisieren. Diese kosmetische Maßnahme ersetzt keine medizinische Therapie, kann aber das Wohlbefinden verbessern.

Medikamentöse Behandlung

Topische Therapie (äußerlich):

  • Metronidazol-Creme/Gel (0,75 %): Klassisches Erstlinienmedikament bei papulopustulöser Rosacea. Wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Anwendung ein- bis zweimal täglich über mehrere Monate.
  • Azelainsäure (15 %): Ebenso wirksam wie Metronidazol mit zusätzlich aufhellendem Effekt bei Rötungen. Besonders geeignet bei gleichzeitigen Papeln und Erythem.
  • Ivermectin-Creme (1 %): Wirkt gegen die Demodex-Milbe und entzündungshemmend. In Studien zeigt Ivermectin eine leicht bessere Wirksamkeit als Metronidazol bei papulopustulöser Rosacea.
  • Brimonidin-Gel (0,33 %): Verengt die Blutgefäße und reduziert die Gesichtsrötung für 8 bis 12 Stunden. Wirkt rein symptomatisch, nicht gegen Papeln oder Pusteln.

Systemische Therapie (innerlich): Bei schwerer Rosacea kann niedrig dosiertes Doxycyclin (40 mg) täglich verordnet werden. In dieser niedrigen, subantibiotischen Dosierung wirkt es entzündungshemmend, ohne Antibiotikaresistenzen zu fördern. Die Therapiedauer beträgt typischerweise 8 bis 12 Wochen.

Rosacea-Rezept online erhalten

Die meisten wirksamen Rosacea-Medikamente sind verschreibungspflichtig: Metronidazol, verschreibungspflichtige Azelainsäure, Ivermectin, Brimonidin und Doxycyclin erfordern ein ärztliches Rezept.

Rosacea eignet sich gut für telemedizinische Konsultationen, da der Arzt den Hautzustand anhand von Fotos und Symptombeschreibung gut beurteilen kann. Über deinrezept.de können Sie Fotos Ihrer Haut einreichen und nach ärztlicher Beurteilung ein passendes Rezept erhalten.

Für die Online-Konsultation hilfreich: Machen Sie Fotos bei Tageslicht ohne Make-up von der betroffenen Gesichtsregion. Beschreiben Sie, welche Trigger Sie kennen, ob Flushing auftritt und welche Behandlungen Sie bereits versucht haben.

Bedenken Sie: Rosacea ist eine chronische Erkrankung, die langfristige Pflege und Behandlung erfordert. Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, aber mit der richtigen Therapie lässt sich die Erkrankung gut kontrollieren und die Lebensqualität deutlich verbessern.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).