deinrezept Logo
Tropenreise planen: Impfungen, Prophylaxe und Gesundheitsvorsorge
Reisemedizin27. März 20269 min Lesezeit

Tropenreise planen: Impfungen, Prophylaxe und Gesundheitsvorsorge

Eine Tropenreise erfordert gute Vorbereitung. Erfahren Sie, welche Impfungen und Prophylaxe-Maßnahmen je nach Reiseziel empfohlen werden.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Reisemedizinische Beratung: Wann und wo?

Die Vorbereitung einer Tropenreise sollte idealerweise 6–8 Wochen vor Abreise beginnen, da manche Impfserien mehrere Dosen erfordern. Doch auch bei kurzfristigen Reisen lohnt sich ein Beratungstermin — viele Impfungen und Prophylaxe-Maßnahmen wirken schnell.

Anlaufstellen für reisemedizinische Beratung:

  • Hausarzt mit reisemedizinischer Weiterbildung
  • Tropeninstitute: In Hamburg, Berlin, München, Heidelberg und Düsseldorf gibt es spezialisierte Institute
  • Reisemedizinische Beratungsstellen des Gesundheitsamts
  • Telemedizinische Beratung: Für eine erste Einschätzung und Rezeptausstellung

Die Kosten für Reiseimpfungen werden von vielen gesetzlichen Krankenkassen als Satzungsleistung erstattet — fragen Sie vorher nach. Die reisemedizinische Beratung selbst kostet als IGeL etwa 25–50 €.

Wichtige Reiseimpfungen nach Region

Die empfohlenen Impfungen hängen vom Reiseziel, der Reiseart und der Aufenthaltsdauer ab:

Standardimpfungen (für alle Reisen prüfen)

Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, Masern — Auffrischungen ggf. nachholen.

Südostasien (Thailand, Vietnam, Indonesien)

  • Hepatitis A: Empfohlen für fast alle Reisenden
  • Typhus: Bei Reisen abseits der Touristenpfade
  • Japanische Enzephalitis: Bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten
  • Tollwut: Empfohlen bei Trekking, Radfahren oder Aufenthalt in abgelegenen Gebieten

Subsahara-Afrika

  • Gelbfieber: Pflichtimpfung für viele Länder. Nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen erhältlich
  • Hepatitis A + B: Empfohlen
  • Meningokokken ACWY: Für den afrikanischen Meningitisgürtel (Sahel-Zone)
  • Typhus und Cholera: Je nach Region und Reisestil

Süd- und Mittelamerika

  • Gelbfieber: Für Amazonas-Region und einige Länder Pflicht
  • Hepatitis A: Empfohlen
  • Tollwut: Bei Natur-/Abenteuerreisen

Malariaprophylaxe und Mückenschutz

Malaria ist nach wie vor eine der gefährlichsten Tropenkrankheiten. In vielen Regionen Afrikas, Südostasiens und Südamerikas ist eine Malariaprophylaxe empfohlen oder notwendig:

Medikamentöse Prophylaxe

  • Atovaquon/Proguanil (Malarone®): Gut verträglich, Einnahme ab 1 Tag vor bis 7 Tage nach der Reise. Mittel der Wahl für die meisten Reisenden.
  • Doxycyclin: Günstige Alternative, aber Lichtempfindlichkeit als Nebenwirkung. Einnahme ab 1 Tag vor bis 4 Wochen nach der Reise.
  • Mefloquin (Lariam®): Nur noch selten empfohlen wegen möglicher neuropsychiatrischer Nebenwirkungen.

Mückenschutz (Expositionsprophylaxe)

Mindestens genauso wichtig wie Medikamente:

  • DEET-haltige Repellents (30–50 %): Auf unbedeckte Haut auftragen, alle 4–6 Stunden erneuern
  • Imprägnierte Kleidung: Permethrin-behandelte lange Hosen und Ärmel
  • Moskitonetz: Imprägniert, engmaschig, über dem Bett
  • Klimaanlage: Mücken meiden kalte Räume

Die Anopheles-Mücke (Malaria-Überträgerin) sticht vor allem abends und nachts. Aedes-Mücken (Dengue, Zika, Chikungunya) stechen auch tagsüber.

Die optimale Reiseapotheke für die Tropen

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist in tropischen Ländern besonders wichtig, da Medikamente vor Ort möglicherweise nicht verfügbar oder gefälscht sind:

Grundausstattung

  • Schmerzmittel: Ibuprofen und/oder Paracetamol
  • Durchfallmittel: Loperamid (bei akutem Durchfall), Elektrolyt-Pulver (ORS)
  • Antihistaminikum: Cetirizin oder Loratadin (Mückenstiche, Allergien)
  • Sonnenschutz: LSF 50, Aftersun-Lotion
  • Insektenschutz: DEET 30–50 % und Permethrin-Spray für Kleidung
  • Desinfektionsmittel: Für Wunden und Hände
  • Pflaster und Verbandszeug

Rezeptpflichtige Medikamente (nach ärztlicher Beratung)

  • Malariaprophylaxe: Je nach Reiseziel
  • Notfall-Antibiotikum: Azithromycin bei schwerem Reisedurchfall oder Atemwegsinfekt
  • Standby-Malariatherapie: Für Aufenthalte in Malariagebieten ohne Zugang zu medizinischer Versorgung

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung. Die empfohlenen Impfungen und Prophylaxe-Maßnahmen hängen vom konkreten Reiseziel, der Reiseart und Ihrem persönlichen Gesundheitszustand ab. Lassen Sie sich rechtzeitig vor Abreise reisemedizinisch beraten.

Themen
malariaprophylaxemückenschutzreiseimpfungenreisemedizintropenreise

Weitere Artikel

Verwandte Behandlungen
Verwandte Medikamente
Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).