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Reiseapotheke 2026: Diese Medikamente gehören ins Gepäck
Reisemedizin18. Januar 20269 min Lesezeit

Reiseapotheke 2026: Diese Medikamente gehören ins Gepäck

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck. Erfahren Sie, welche Medikamente unverzichtbar sind, wann verschreibungspflichtige Reisemedikamente nötig sind und wie Sie sich optimal vorbereiten.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Grundausstattung: Was in jede Reiseapotheke gehört

Unabhängig vom Reiseziel sollte eine Reiseapotheke bestimmte Basismedikamente enthalten, die häufige Beschwerden abdecken:

Schmerz- und Fiebermittel: Ibuprofen oder Paracetamol sind vielseitig einsetzbar bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Fieber und leichten Entzündungen. Packen Sie ausreichend für die gesamte Reisedauer ein.

Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden: Reisedurchfall ist eine der häufigsten Beschwerden. Loperamid stoppt akuten Durchfall, Elektrolytlösungen gleichen den Flüssigkeitsverlust aus. Bei bakteriellem Durchfall kann ein Notfall-Antibiotikum sinnvoll sein.

Wundversorgung: Pflaster, sterile Kompressen, Desinfektionsmittel und eine elastische Binde für kleinere Verletzungen. In tropischen Regionen infizieren sich Wunden schneller, daher ist sorgfältige Desinfektion besonders wichtig.

Sonnenschutz und Insektenschutz: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin. In Malariagebieten sind imprägnierte Moskitonetze zusätzlich empfehlenswert.

Persönliche Dauermedikation: Nehmen Sie immer ausreichend Vorrat Ihrer regelmäßigen Medikamente mit, plus eine Reserve für Verzögerungen. Führen Sie den ärztlichen Befund und die Rezeptkopie mit.

Reisedurchfall: Die häufigste Reisekrankheit

Reisedurchfall (Reisediarrhoe) betrifft bis zu 50 Prozent aller Reisenden in tropische Länder. Ursachen sind meist bakterielle Erreger (E. coli, Salmonellen, Shigellen), seltener Viren oder Parasiten.

Vorbeugung: Die Grundregel lautet: Kochen, Schälen, Desinfizieren oder darauf verzichten. Trinken Sie nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser, vermeiden Sie Eiswürfel und waschen Sie Obst und Gemüse gründlich.

Behandlung: Bei leichtem Durchfall genügen Flüssigkeitszufuhr und Elektrolytlösungen. Loperamid kann die Symptome lindern, bekämpft aber nicht die Ursache. Bei schwerem oder blutigem Durchfall, Fieber oder anhaltenden Beschwerden über drei Tage sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Standby-Antibiotikum: Für Reisen in Regionen mit hohem Durchfallrisiko kann der Arzt ein Notfall-Antibiotikum (häufig Azithromycin oder Ciprofloxacin) verschreiben, das bei schweren Verläufen eigenständig eingenommen werden kann. Dieses Standby-Antibiotikum ist verschreibungspflichtig und sollte vorab organisiert werden.

Malariaprophylaxe: Wann sie notwendig ist

Malaria wird durch den Stich infizierter Anophelesmücken übertragen und ist in vielen tropischen Regionen Afrikas, Südostasiens und Südamerikas verbreitet. Je nach Reiseziel kann eine medikamentöse Prophylaxe empfohlen sein.

Atovaquon/Proguanil (Malarone): Das am häufigsten eingesetzte Prophylaxemittel. Einnahme beginnt ein bis zwei Tage vor Reiseantritt und wird bis sieben Tage nach Rückkehr fortgesetzt. Gut verträglich mit wenigen Nebenwirkungen.

Doxycyclin: Eine kostengünstigere Alternative, die ein bis zwei Tage vor Einreise begonnen und bis vier Wochen nach Rückkehr eingenommen wird. Kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, was in sonnigen Regionen beachtet werden sollte.

Mefloquin (Lariam): Wird wegen möglicher neuropsychiatrischer Nebenwirkungen seltener eingesetzt, kann aber für bestimmte Regionen oder Langzeitreisende eine Option sein.

Alle Malariaprophylaxe-Medikamente sind verschreibungspflichtig. Eine reisemedizinische Beratung sollte idealerweise vier bis sechs Wochen vor Reiseantritt erfolgen.

Höhenmedizin, Reisekrankheit und weitere Spezialmedikamente

Reisekrankheit (Kinetose): Übelkeit bei Auto-, Schiffs- oder Flugreisen kann mit Dimenhydrinat (Vomex) oder Scopolamin-Pflastern behandelt werden. Ingwer-Präparate sind eine natürliche Alternative für leichtere Fälle.

Höhenkrankheit: Bei Reisen in große Höhen (über 2.500 Meter) kann Acetazolamid (Diamox) vorbeugend eingesetzt werden. Es ist verschreibungspflichtig und sollte vorab mit einem Arzt besprochen werden.

Antibiotika-Augentropfen: Für bakterielle Bindehautentzündungen, die in warmen Klimazonen häufiger auftreten. Verschreibungspflichtig und als Notfallmedikament empfehlenswert.

Antihistaminika: Gegen allergische Reaktionen auf Insektenstiche, unbekannte Nahrungsmittel oder Pollen am Reiseziel. Cetirizin oder Loratadin sind rezeptfrei erhältlich.

Reisemedikamente vorab online organisieren

Verschreibungspflichtige Reisemedikamente wie Malariaprophylaxe, Standby-Antibiotika oder Höhenkrankheit-Medikamente erfordern ein Rezept. Über telemedizinische Plattformen können Sie diese bequem vorab organisieren.

Der Vorteil: Sie müssen keinen separaten Termin bei einem Reisemediziner vereinbaren, sondern können die Konsultation digital durchführen. Geben Sie dabei an, in welches Land Sie reisen, wie lange der Aufenthalt dauert und welche Aktivitäten geplant sind.

Planen Sie die Organisation Ihrer Reiseapotheke mindestens vier Wochen vor Abreise. So bleibt genug Zeit für eine ärztliche Beratung, die Beschaffung von Medikamenten und gegebenenfalls notwendige Reiseimpfungen. Über deinrezept.de können Sie verschreibungspflichtige Reisemedikamente telemedizinisch verschrieben bekommen und sich direkt nach Hause liefern lassen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).