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Pille danach ohne Rezept? Was Sie wissen müssen
Frauengesundheit16. Januar 20267 min Lesezeit

Pille danach ohne Rezept? Was Sie wissen müssen

Die Pille danach ist eine wichtige Option der Notfallverhütung. Erfahren Sie, wie sie wirkt, wann sie eingenommen werden sollte und welche Unterschiede zwischen den verfügbaren Präparaten bestehen.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was ist die Pille danach?

Die Pille danach ist ein Notfallkontrazeptivum, das nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder bei Versagen der regulären Verhütung eingenommen werden kann, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Sie ist keine reguläre Verhütungsmethode, sondern eine Notfalllösung für Ausnahmesituationen.

In Deutschland ist die Pille danach seit 2015 rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Sie kann ohne Rezept direkt in der Apotheke erworben werden. Die Apothekerin oder der Apotheker führt ein kurzes Beratungsgespräch durch, um sicherzustellen, dass die Einnahme sinnvoll und sicher ist.

Es gibt zwei verschiedene Wirkstoffe: Levonorgestrel (z. B. PiDaNa) und Ulipristalacetat (ellaOne). Beide verzögern oder verhindern den Eisprung, unterscheiden sich aber in ihrem Zeitfenster und ihren Eigenschaften.

Wie wirkt die Pille danach?

Die Pille danach wirkt, indem sie den Eisprung verzögert oder verhindert. Spermien können nach dem Geschlechtsverkehr bis zu fünf Tage in der Gebärmutter und den Eileitern überleben. Wenn in dieser Zeit kein Eisprung stattfindet, kann keine Befruchtung erfolgen.

Levonorgestrel: Dieses Gestagen hemmt den Eisprung, wenn es vor dem Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) eingenommen wird. Es ist am wirksamsten innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr und kann bis zu 72 Stunden (3 Tage) danach eingenommen werden. Die Wirksamkeit nimmt mit jeder verstrichenen Stunde ab.

Ulipristalacetat: Dieser selektive Progesteronrezeptor-Modulator kann den Eisprung auch dann noch verzögern, wenn der LH-Anstieg bereits begonnen hat. Das Zeitfenster beträgt bis zu 120 Stunden (5 Tage) nach dem Geschlechtsverkehr, und die Wirksamkeit bleibt über diesen Zeitraum relativ konstant.

Wichtig zu verstehen: Die Pille danach wirkt nicht, wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat. Sie verhindert keine bereits bestehende Schwangerschaft und ist daher keine Abtreibungspille.

Wann und wie sollte die Pille danach eingenommen werden?

Zeitpunkt: Je früher die Einnahme erfolgt, desto wirksamer ist die Pille danach. Idealerweise sollte sie so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Die Tablette wird mit etwas Wasser geschluckt und kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Situationen für die Einnahme:

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr ohne jegliche Verhütung
  • Kondom gerissen oder abgerutscht
  • Pille vergessen (je nach Präparat und Zeitpunkt im Zyklus)
  • Verhütungspflaster oder -ring verspätet gewechselt
  • Erbrechen oder Durchfall nach Einnahme der regulären Pille

Nebenwirkungen: Mögliche Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Brustspannen und Schmierblutungen. Die nächste Regelblutung kann sich um einige Tage verschieben. Bei starken Beschwerden oder wenn die Periode mehr als eine Woche überfällig ist, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Verfügbarkeit und Kosten

Die Pille danach ist in jeder Apotheke ohne Rezept erhältlich. Es gibt keine Altersgrenze für den Erwerb. Bei Frauen unter 22 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, wenn ein Rezept vorliegt. Ohne Rezept kostet Levonorgestrel etwa 18 bis 20 Euro und Ulipristalacetat etwa 30 bis 35 Euro.

Nachts und an Wochenenden steht der Apothekennotdienst zur Verfügung. Die Nummer des nächsten Notdienstes finden Sie unter der Telefonnummer 0800 00 22 833 oder im Internet.

Für Frauen, die eine dauerhafte Notfalloption zu Hause haben möchten, ist es möglich, die Pille danach auf Vorrat zu kaufen. Dies ist besonders für Reisen oder Situationen sinnvoll, in denen kein schneller Zugang zur Apotheke besteht.

Reguläre Verhütung als bessere Alternative

Die Pille danach ist keine reguläre Verhütungsmethode und sollte nicht regelmäßig verwendet werden. Für eine zuverlässige Schwangerschaftsverhütung gibt es zahlreiche Optionen, die mit einem Arzt besprochen werden sollten:

Hormonelle Verhütung: Antibabypille, Verhütungspflaster, Vaginalring, Hormonspirale oder Dreimonatsspritze. Diese Methoden bieten bei korrekter Anwendung eine hohe Sicherheit.

Nicht-hormonelle Methoden: Kupferspirale, Kupferkette oder Kondom. Diese eignen sich besonders für Frauen, die keine hormonelle Verhütung wünschen.

Wenn Sie Beratung zur passenden Verhütungsmethode wünschen, stehen Ihnen sowohl niedergelassene Gynäkologen als auch telemedizinische Beratungsangebote zur Verfügung.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).