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Neurodermitis: Schübe kontrollieren und Haut richtig pflegen
Hautpflege14. März 20269 min Lesezeit

Neurodermitis: Schübe kontrollieren und Haut richtig pflegen

Neurodermitis betrifft rund 15 % aller Kinder und 3 % der Erwachsenen. Erfahren Sie, wie Sie Schübe vermeiden und Ihre Haut richtig pflegen.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Sie gehört zum Formenkreis der atopischen Erkrankungen — zusammen mit Asthma und Heuschnupfen. Rund 15 % der Kinder und 2–3 % der Erwachsenen in Deutschland sind betroffen.

Typisch sind trockene, gerötete und juckende Hautstellen, die schubweise auftreten und sich verschlechtern können. Der quälende Juckreiz ist oft das belastendste Symptom und kann zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und psychischem Leidensdruck führen.

Die Ursache ist eine gestörte Hautbarriere in Kombination mit einer Fehlregulation des Immunsystems. Die Haut verliert übermäßig Feuchtigkeit und ist anfälliger für Reizstoffe und Allergene. Eine genetische Veranlagung (Mutation im Filaggrin-Gen bei 30–50 % der Betroffenen) spielt eine wichtige Rolle.

Auslöser und Triggerfaktoren

Neurodermitis-Schübe werden durch verschiedene Triggerfaktoren ausgelöst oder verschlechtert:

  • Allergene: Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare, bestimmte Nahrungsmittel (bei Kindern häufig Kuhmilch, Hühnerei, Weizen)
  • Reizstoffe: Wolle, synthetische Stoffe, Waschmittel, Seife, Schweiß
  • Klima: Trockene Heizungsluft im Winter, extreme Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit
  • Stress: Psychische Belastung ist einer der häufigsten Schubauslöser
  • Infektionen: Erkältungen und Hautinfektionen (besonders Staphylococcus aureus) können Schübe triggern
  • Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft, Menstruation

Ein Symptomtagebuch hilft, individuelle Auslöser zu identifizieren und gezielt zu meiden. Nicht jeder Trigger betrifft jeden Betroffenen gleich.

Stufentherapie der Neurodermitis

Die Behandlung folgt einem Stufenschema, das sich nach dem Schweregrad richtet:

Stufe 1: Basispflege (immer)

Tägliche Pflege mit rückfettenden, harnstoffhaltigen Cremes (Urea 5–10 %) stärkt die Hautbarriere und reduziert die Schubhäufigkeit. Dies ist die wichtigste Maßnahme überhaupt — auch in schubfreien Zeiten.

Stufe 2: Leichte Schübe

Topische Glukokortikoide (Hydrokortison, Prednicarbat) werden kurzfristig auf betroffene Stellen aufgetragen. Alternativ: Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus), die keine Hautverdünnung verursachen und besonders für Gesicht und Hautfalten geeignet sind.

Stufe 3: Mittelschwere Schübe

Stärkere Kortikoid-Klassen, ggf. feuchte Umschläge (Wet-Wraps), UV-Lichttherapie (UVB 311 nm).

Stufe 4: Schwere Neurodermitis

Systemische Therapie mit Dupilumab (Dupixent®), einem Biologikum, das gezielt entzündungsfördernde Botenstoffe blockiert. Oder JAK-Inhibitoren (Baricitinib, Upadacitinib) als Tabletten. Diese modernen Medikamente haben die Behandlung schwerer Neurodermitis revolutioniert.

Praktische Pflegetipps

Neben der medikamentösen Therapie helfen diese Maßnahmen im Alltag:

  • Kurz und lauwarm duschen: Maximal 5 Minuten bei 32–34 °C. Heißes Wasser trocknet die Haut aus.
  • pH-neutrale Waschlotionen: Keine Seife, keine Duschgele mit Duftstoffen. Syndets (seifenfreie Waschstücke) bevorzugen.
  • Sofort eincremen: Innerhalb von 3 Minuten nach dem Duschen die Haut eincremen, um die Feuchtigkeit einzuschließen.
  • Baumwollkleidung: Locker sitzende, weiche Baumwolle tragen. Wolle und Synthetik meiden.
  • Waschmittel: Parfümfreie Waschmittel verwenden, auf Weichspüler verzichten.
  • Nägel kurz halten: Besonders bei Kindern, um Kratzverletzungen zu minimieren.
  • Raumklima: Luftfeuchtigkeit 40–60 % halten, Schlafzimmer kühl (16–18 °C).

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Neurodermitis erfordert eine individuelle Therapieplanung. Wenden Sie Kortison-Cremes nur nach ärztlicher Anweisung an und setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab.

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atopisches ekzemhautpflegejuckreizkortisonneurodermitis

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).