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HPV-Impfung für Erwachsene: Ist sie noch sinnvoll?
STI6. April 20267 min Lesezeit

HPV-Impfung für Erwachsene: Ist sie noch sinnvoll?

Die HPV-Impfung wird standardmäßig für Jugendliche empfohlen. Doch auch Erwachsene können profitieren. Erfahren Sie, wann die Impfung auch später noch sinnvoll ist.

deinrezept.de Ärzteteam
Aktualisiert am 14. April 2026

Was ist HPV und warum ist es gefährlich?

Humane Papillomviren (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Schätzungsweise 80 % aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV. Es gibt über 200 HPV-Typen, von denen etwa 40 den Genitalbereich betreffen.

Man unterscheidet:

  • Niedrigrisiko-Typen (v. a. HPV 6 und 11): Verursachen Genitalwarzen (Condylomata acuminata). Unangenehm, aber nicht krebserregend.
  • Hochrisiko-Typen (v. a. HPV 16 und 18): Können verschiedene Krebsarten verursachen: Gebärmutterhalskrebs (nahezu 100 % HPV-bedingt), Anal-, Vulva-, Vaginal-, Penis- und Rachenkrebs.

In Deutschland erkranken jährlich rund 6.250 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1.600 sterben daran. HPV-assoziierte Krebserkrankungen bei Männern (v. a. Oropharynxkarzinome) nehmen weltweit zu.

Die HPV-Impfung: Wirksamkeit und Empfehlung

Der HPV-Impfstoff Gardasil 9® schützt vor 9 HPV-Typen (6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58) und deckt damit etwa 90 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle und 90 % aller Genitalwarzen ab.

STIKO-Empfehlung

  • Mädchen und Jungen: 9–14 Jahre (2 Dosen im Abstand von 5 Monaten). Idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt.
  • Nachholimpfung: Bis zum 18. Geburtstag (dann 3 Dosen). Von der Krankenkasse bezahlt.

Wirksamkeit

Die Impfung ist eine der wirksamsten überhaupt: Sie verhindert Infektionen mit den enthaltenen HPV-Typen zu über 97 %. Länder mit hohen Impfquoten (z. B. Australien) beobachten bereits einen dramatischen Rückgang von Genitalwarzen und Krebsvorstufen.

HPV-Impfung nach dem 18. Lebensjahr: Für wen sinnvoll?

Auch nach dem 18. Lebensjahr kann die HPV-Impfung sinnvoll sein:

Wer profitiert?

  • Nicht oder unvollständig Geimpfte: Wer die Impfung in der Jugend verpasst hat, kann sie nachholen. Auch nach dem ersten sexuellen Kontakt ist die Impfung noch wirksam gegen die HPV-Typen, mit denen man noch nicht in Kontakt war.
  • Wenige bisherige Sexualpartner: Je weniger Partner, desto wahrscheinlicher, dass man noch nicht mit allen Hochrisiko-Typen in Kontakt kam.
  • Immunsupprimierte Personen: HIV-Positive, Transplantierte oder Patienten unter Immunsuppression profitieren besonders.
  • MSM (Männer, die Sex mit Männern haben): Erhöhtes Risiko für Analkrebs. Die STIKO empfiehlt die Impfung für MSM bis zum 26. Lebensjahr.

Kostenübernahme

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Impfkosten standardmäßig bis zum 18. Geburtstag. Einige Kassen erstatten sie auch bis 26 (als Satzungsleistung). Danach: Selbstzahler, ca. 450–520 € für die komplette Serie (3 Dosen).

Häufige Fragen zur HPV-Impfung

Kann die Impfung eine bestehende HPV-Infektion behandeln?
Nein. Die Impfung ist eine reine Prävention. Sie kann aber vor den HPV-Typen schützen, mit denen Sie noch nicht infiziert sind.

Ist die Impfung sicher?
Ja. Seit der Einführung 2006 wurden weltweit über 300 Millionen Dosen verabreicht. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Einstichstelle, leichte Schwellung und vorübergehende Müdigkeit. Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten.

Brauche ich trotz Impfung noch Krebsvorsorge?
Ja! Die Impfung schützt nicht vor allen HPV-Typen. Frauen sollten weiterhin die gynäkologische Krebsvorsorge (Pap-Abstrich ab 20, HPV-Test ab 35) wahrnehmen.

Sollten sich auch Männer impfen lassen?
Ja. HPV verursacht auch bei Männern Genitalwarzen und Krebs (Penis, Anus, Rachen). Außerdem schützt die Impfung von Männern indirekt auch Frauen (Herdenimmunität).

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Die Entscheidung über eine HPV-Impfung im Erwachsenenalter sollte individuell mit Ihrem Arzt besprochen werden. Die Krebsvorsorge ersetzt die Impfung nicht und umgekehrt.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt. In Notfällen rufen Sie den Notruf (112) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).