Asthma bronchiale: Die häufigste chronische Atemwegserkrankung
Asthma bronchiale betrifft in Deutschland etwa 5 bis 7 Prozent der Erwachsenen und bis zu 10 Prozent der Kinder. Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die zu anfallsartiger Atemnot, Husten, pfeifendem Atem und einem Engegefühl in der Brust führt.
Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung sehr gut kontrollierbar. Die meisten Asthmapatienten können mit einer angepassten Therapie ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen, Sport treiben und sind im Alltag kaum eingeschränkt.
Zentral für die Asthma-Therapie sind Inhalatoren (Asthma-Sprays), die die Medikamente direkt in die Atemwege bringen. Es wird zwischen Notfall-Inhalatoren (Reliever) und Dauermedikamenten (Controller) unterschieden, die unterschiedliche Rollen in der Behandlung spielen.
Notfall-Spray vs. Dauermedikament: Der Unterschied
Notfall-Inhalatoren (Reliever): Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol erweitern die verkrampften Bronchien innerhalb von Minuten. Sie werden bei akuter Atemnot eingesetzt und sollten immer griffbereit sein. Wird das Notfall-Spray mehr als zweimal pro Woche benötigt, ist die Dauermedikation wahrscheinlich nicht optimal eingestellt.
Dauermedikamente (Controller): Inhalative Corticosteroide (ICS) wie Budesonid oder Fluticason bekämpfen die chronische Entzündung in den Atemwegen und sind das Rückgrat der Asthma-Therapie. Sie werden regelmäßig (täglich) angewendet, auch wenn keine Beschwerden vorliegen. Die Wirkung baut sich über Tage bis Wochen auf.
Kombinationsinhalatoren: Präparate wie Budesonid/Formoterol oder Fluticason/Salmeterol kombinieren ein inhalatives Corticosteroid mit einem langwirksamen Bronchodilatator in einem Gerät. Sie vereinfachen die Therapie und verbessern die Compliance, da nur ein Inhalator benötigt wird.
MART-Konzept: Einige Kombinationsinhalatoren (Budesonid/Formoterol) können sowohl als Dauermedikament als auch als Notfall-Spray verwendet werden (Maintenance and Reliever Therapy). Dieses Konzept vereinfacht die Therapie weiter und reduziert die Zahl schwerer Asthma-Anfälle.
Stufentherapie: Anpassung an den Schweregrad
Die Asthma-Therapie folgt einem Stufenschema, das je nach Beschwerdelast angepasst wird:
Stufe 1 (gelegentliche Symptome): Bedarfsweise niedrigdosiertes ICS/Formoterol oder Salbutamol bei Beschwerden.
Stufe 2 (leichtes Asthma): Regelmäßige Anwendung von niedrigdosiertem ICS plus bedarfsweise Reliever.
Stufe 3 (mittelschweres Asthma): Niedrigdosiertes ICS/LABA-Kombination als Dauertherapie.
Stufe 4 (schweres Asthma): Mittlere bis hohe ICS/LABA-Dosis, gegebenenfalls plus weitere Add-on-Therapien wie LAMA (Tiotropium) oder Leukotrienantagonisten (Montelukast).
Stufe 5 (schwerst unkontrolliertes Asthma): Biologika (Antikörper wie Omalizumab, Mepolizumab, Dupilumab) bei schwerem allergischen oder eosinophilen Asthma. Diese werden in der Regel vom Pneumologen verordnet.
Wichtig ist die regelmäßige Überprüfung: Ist das Asthma gut kontrolliert, kann die Therapie stufenweise reduziert werden. Bei Verschlechterung wird die Stufe erhöht.
Richtige Inhalationstechnik: Der entscheidende Faktor
Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Asthmapatienten ihren Inhalator nicht korrekt anwenden. Eine fehlerhafte Technik bedeutet, dass die Medikamente nicht ausreichend in die Atemwege gelangen und die Therapie unwirksam bleibt.
Dosieraerosol (Spray): Koordination von Auslösung und Einatmen ist entscheidend. Langsam und tief einatmen, dann den Atem 5 bis 10 Sekunden anhalten. Eine Inhalierhilfe (Spacer) verbessert die Wirkstoffdeposition deutlich und wird besonders Kindern und älteren Patienten empfohlen.
Trockenpulverinhalator: Erfordert einen kräftigen, schnellen Einatemsog. Der Vorteil: Keine Koordination zwischen Auslösung und Einatmen nötig. Nachteil: Bei sehr schwerer Atemnot kann die Einatemkraft unzureichend sein.
Lassen Sie sich die Inhalationstechnik von Ihrem Arzt oder Apotheker zeigen und kontrollieren. Selbst erfahrene Patienten profitieren von gelegentlichen Auffrischungen der Technik.
Asthma-Rezept online: Für wen geeignet?
Alle Asthma-Inhalatoren (außer Salbutamol in sehr niedriger Dosierung in manchen Ländern) sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Über telemedizinische Plattformen können Folgerezepte unkompliziert online ausgestellt werden.
Geeignet für Online-Rezept: Patienten mit bekanntem, gut eingestelltem Asthma, die ein Folgerezept für ihren gewohnten Inhalator benötigen. Der Arzt prüft die aktuelle Symptomkontrolle und stellt bei stabiler Situation ein neues Rezept aus.
Nicht geeignet für Online-Rezept: Erstdiagnose, schlecht kontrolliertes Asthma, häufige Notfallspray-Nutzung oder der Wunsch nach einer Therapieumstellung. In diesen Fällen ist eine persönliche Untersuchung durch den Pneumologen oder Hausarzt erforderlich.
Über deinrezept.de können Sie Ihr Asthma-Folgerezept telemedizinisch erhalten. Geben Sie dabei an, welchen Inhalator Sie verwenden, wie häufig Sie Ihr Notfall-Spray nutzen und ob Ihre Beschwerden gut kontrolliert sind. Der behandelnde Arzt beurteilt dann, ob ein Folgerezept ausgestellt werden kann.




